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Betrieb und Personal

Ausbildungsplätze: die Seite, die Bewerber erreicht

Warum die Ausbildungsseite eine eigene Seite braucht, welche sieben Angaben Bewerber und Eltern dort suchen und wann im Berichtsjahr die Seite gelesen wird.

15 Min. Lesezeit AusbildungBewerbungenNachwuchsKarriereseite

Kurz und einfach erklärt

Es geht um eine eigene Seite für Ihre Ausbildung. Sie ist etwas anderes als die Seite für Gesellen.

Die Seite lesen junge Leute. Oft lesen die Eltern mit. Beide brauchen klare Antworten.

Schreiben Sie auf, was man verdient, wie lange es dauert und wie man hinkommt. Das zählt in der Familie.

Stellen Sie die Seite früh genug fertig. Sonst verpassen Sie die Zeit, in der Bewerbungen entstehen. Auch später lohnt sie sich noch.

Wir bauen Ihnen so eine Seite mit einem kurzen Formular.

Im August standen zwei Zahlen nebeneinander, die nicht zusammenpassen: 116.000 gemeldete Ausbildungsstellen waren noch unbesetzt, und 102.000 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber hatten bis dahin weder eine Ausbildungsstelle noch eine Alternative gefunden (Bundesagentur für Arbeit). Beide Seiten suchen, sie finden sich nur nicht. Ein Teil dieser Lücke entsteht dort, wo ein Betrieb seinen freien Platz zwar zu vergeben hat, ihn aber nirgends so beschreibt, dass ein Fünfzehnjähriger abends auf dem Telefon versteht, worum es geht. Dieser Beitrag beschreibt, wie eine eigene Ausbildungsseite aufgebaut ist, die diese Frage beantwortet, und warum sie etwas anderes ist als die Karriereseite für Gesellen und Meister.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Ausbildungsseite ist nicht die Karriereseite. Sie richtet sich an 15- bis 17-Jährige und an deren Eltern, die erfahrungsgemäß mitlesen — beide brauchen andere Antworten als ein Geselle mit zehn Jahren Berufserfahrung.
  • Das Berichtsjahr läuft vom 1. Oktober bis zum 30. September. Wer die Seite erst im Frühjahr fertigstellt, verpasst die Monate, in denen die Bewerbungen geschrieben werden.
  • Von den Betrieben, die Ausbildungsplätze anbieten, nutzen 60 Prozent die eigene Homepage, um ihre Angebote zu platzieren (BIBB-Qualifizierungspanel, Erhebung 2022). Gepflegt wird sie typischerweise seltener als die Meldung bei der Agentur.
  • Vergütung, Dauer, Arbeitszeit und Anfahrt entscheiden am Küchentisch mit. Die Mindestausbildungsvergütung liegt bei Ausbildungsbeginn im Jahr 2026 im ersten Jahr bei 724 Euro im Monat (Bundesinstitut für Berufsbildung).
  • Nach dem 30. September ist nichts vorbei: Die Statistik wies für das Jahresende 2025 noch 65.862 Berufsausbildungsstellen aus, die im selben Jahr besetzt werden sollten (Berufsbildungsbericht 2026).

Warum die Ausbildungsseite nicht die Karriereseite ist

Auf den meisten Handwerker-Websites gibt es genau eine Seite für alles, was mit Personal zu tun hat. Sie heißt Karriere oder Jobs und führt drei Zeilen auf: Geselle, Monteur, Auszubildender. Das ist sparsam, und für die ersten beiden Zeilen trägt es. Für die dritte trägt es erfahrungsgemäß nicht, weil der Leser ein anderer ist. Ein Geselle mit acht Jahren Berufserfahrung liest eine Stellenanzeige als Vergleich: Stundenlohn, Fahrzeug, Wochenarbeitszeit, Zuschläge. Er weiß, was der Beruf von ihm verlangt, und prüft nur noch die Bedingungen. Ein Fünfzehnjähriger weiß das nicht. Er liest dieselbe Anzeige als Erklärung und sucht Antworten auf Fragen, die in einer Stellenanzeige gar nicht vorkommen: Was macht man in diesem Beruf den ganzen Tag, muss man dafür gut in Mathematik sein, wie kommt man morgens zur Baustelle, und was passiert nach den dreieinhalb Jahren.

Die Größenordnung rechtfertigt eine eigene Seite. Im Handwerk wurden 2025 insgesamt 135.540 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge registriert, 488 mehr als im Jahr davor; mit einem Anteil von 28,5 Prozent an allen Neuabschlüssen ist das Handwerk damit der zweitgrößte Zuständigkeitsbereich (Berufsbildungsbericht 2026). Gleichzeitig sind im Schnitt der vergangenen Jahre um die 20.000 angebotene Ausbildungsplätze im Handwerk unbesetzt geblieben (Zentralverband des Deutschen Handwerks). Nicht jeder dieser Plätze scheitert an einer Website. Der Weg vom freien Platz zur ersten Bewerbung führt aber über eine Seite, die jemand finden, lesen und verstehen muss — und das ist im Handwerk typischerweise die eigene Homepage des Betriebs.

Zwei Seiten, zwei Leser

Die Karriereseite richtet sich an Menschen, die den Beruf bereits ausüben; sie beantwortet Fragen nach Bedingungen und Arbeitsalltag. Was dorthin gehört, steht im Beitrag zur Karriereseite für Handwerksbetriebe. Die Ausbildungsseite richtet sich an Menschen, die den Beruf noch nicht kennen, und an deren Eltern. Beide Seiten dürfen aufeinander verweisen. Dieselbe Seite sollten sie nicht sein, weil sich sonst zwei Sprachen auf einer Seite drängen und keine davon trägt.

Wer die Seite liest — und wer daneben sitzt

Der erste Leser ist leicht zu beschreiben und schwer zu erreichen. 95 Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Smartphone, 98 Prozent nutzen es regelmäßig (JIM-Studie 2025). Gesucht wird darauf: Von acht abgefragten digitalen Möglichkeiten haben Suchmaschinen den größten Stellenwert im Alltag, mehr als zwei Drittel nutzen sie regelmäßig (JIM-Studie 2025). Und die Ausbildung beschäftigt sie: Auf die offene Frage, worauf sie sich in den nächsten Jahren freuen, nennen 32 Prozent der Jugendlichen den Bereich Bildung — der Schulabschluss, eine bevorstehende Ausbildung oder das Studium stehen dabei gleichermaßen im Vordergrund (JIM-Studie 2025). Das heißt für die Seite zweierlei: Sie wird auf einem Bildschirm gelesen, der in eine Hand passt, und sie wird über eine Suche gefunden, nicht über die Startseite. Eine Ausbildungsseite, die erst nach drei Klicks im Menü auftaucht, wird typischerweise gar nicht erreicht. Wie stark die Ladezeit auf dem Telefon darüber mitentscheidet, steht im Beitrag zur Ladezeit der Handwerker-Website auf dem Handy.

Der Bewerber, 15 bis 17

Liest abends, im Bett, mit halber Aufmerksamkeit. Er sucht nach dem Beruf, nicht nach dem Betrieb, und er entscheidet in wenigen Sekunden, ob die Seite ihm etwas erklärt oder ihn abfragt. Fachbegriffe ohne Erklärung beenden den Besuch.

Die Eltern am Küchentisch

Lesen dieselbe Seite mit anderen Fragen: Wie sicher ist der Beruf, was verdient man, wie kommt das Kind morgens hin, wer ist dort verantwortlich. Diese Angaben fehlen auf vielen Seiten und werden deshalb am Telefon nachgefragt — oder gar nicht.

Lehrkraft und Berufsberatung

Geben Seiten weiter, die konkret sind. Eine Ausbildungsseite mit Berufsbezeichnung, Ansprechpartner und Bewerbungsweg lässt sich in einer Beratungsstunde zeigen; eine Seite mit dem Satz „Wir suchen motivierte Auszubildende“ nicht.

Wir müssen nicht nur die Jugendlichen von diesen Chancen überzeugen, sondern auch die Eltern, die Lehrer und damit die Gesellschaft.

Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Interview vom 1. September 2026

Der zweite Leser ist der Grund, warum eine Ausbildungsseite anders klingt als eine Stellenanzeige. Eltern fragen nach Verlässlichkeit, nicht nach Benefits. Sie wollen wissen, ob es den Betrieb in fünf Jahren noch gibt, wie viele Auszubildende dort in den letzten Jahren fertig geworden sind und ob jemand da ist, der sich zuständig fühlt. Das lässt sich in drei nüchternen Sätzen beantworten, wenn die Zahlen stimmen — und es lässt sich nicht durch Adjektive ersetzen. Wer die Texte selbst schreibt, findet die dafür nötige Herangehensweise im Beitrag über das Schreiben der eigenen Website-Texte.

Was auf die Seite gehört, in dieser Reihenfolge

Die Reihenfolge ist kein Geschmacksfrage, sondern folgt der Frage, die als nächstes kommt. Wer oben mit dem Betrieb anfängt, beantwortet eine Frage, die noch niemand gestellt hat. Wer mit dem Beruf anfängt, hat den Leser noch. Das gilt für die Ausbildungsseite genauso wie für die Startseite eines Handwerksbetriebs, nur ist der Leser hier jünger und ungeduldiger. Die folgende Liste ist die Reihenfolge, die sich in der Projektarbeit als tragfähig erwiesen hat.

  • Berufsbezeichnung ausgeschrieben, so wie sie im Ausbildungsvertrag steht, und daneben in einem Satz, was man in diesem Beruf tatsächlich tut.
  • Beginn und Dauer: Ausbildungsstart, Regeldauer, Möglichkeit der Verkürzung. Wer zwei Startjahre besetzt, nennt beide.
  • Vergütung je Ausbildungsjahr als Zahl, nicht als Formulierung. Ohne Zahl wird die Frage am Telefon gestellt oder gar nicht.
  • Ein Tag im Betrieb: Arbeitszeit, Treffpunkt, Fahrzeug, Kleidung, wer der Ausbilder ist. Wenige Sätze genügen.
  • Berufsschule: Ort, Rhythmus, wer die Fahrtkosten trägt. Diese Frage stellen fast alle Eltern.
  • Voraussetzungen ehrlich und knapp: welcher Schulabschluss in der Regel erwartet wird, was nicht verlangt wird, ob ein Praktikum möglich ist.
  • Bilder aus dem eigenen Betrieb statt gekaufter Motive. Wie das mit dem Telefon gelingt, steht im Beitrag über Fotos mit dem Telefon im Handwerk, und für Projektbilder gilt, was im Beitrag über Vorher-Nachher-Bilder in der Projektgalerie steht.
  • Ein Ansprechpartner mit Namen, Durchwahl und Zeitfenster. Eine Sammeladresse beantwortet die Frage nach Zuständigkeit nicht.
  • Der Bewerbungsweg in einem Satz, direkt unter dem Ansprechpartner, mit einem Formular darunter.
  • Was nach dem Absenden passiert und bis wann sich der Betrieb in der Regel meldet.
Formulierung auf vielen SeitenWas der Leser daraus machtBelastbare Fassung
Wir bilden aus.Irgendwann, in irgendeinem Beruf, vielleicht nicht dieses Jahr.Ausbildung zum Anlagenmechaniker SHK, Start 1. August 2027, ein Platz.
Attraktive VergütungKeine Angabe, also vermutlich wenig.1. Jahr 850 Euro, 2. Jahr 940 Euro, 3. Jahr 1.030 Euro, 4. Jahr 1.100 Euro brutto im Monat.
Gute Schulnoten erwünschtIch habe eine Vier in Mathematik, das wird nichts.Wir schauen auf Zuverlässigkeit und Interesse. Ein Praktikum vorab ist möglich und üblich.
Bewerbung an info@ …Landet im Postfach, in dem auch die Angebote liegen.Ansprechpartnerin mit Namen, Durchwahl und Zeitfenster, darunter ein Formular mit sechs Feldern.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, PDF — das mache ich am Wochenende. Oder nicht.Melden Sie sich mit Namen und Handynummer, alles Weitere klären wir im Gespräch.
Junges, dynamisches TeamSagt jeder. Sagt nichts.Vier Gesellen, zwei Auszubildende, ein Meister. Wer ausbildet, steht mit Namen auf der Seite.

Die Angaben, die am Küchentisch entscheiden

Die Ausbildungsvergütung ist die Angabe, die am häufigsten fehlt und am häufigsten gesucht wird. Sie lässt sich nennen, weil es eine gesetzliche Untergrenze gibt: Für Auszubildende in dualen Ausbildungsberufen nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung, die ihre Ausbildung zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2026 beginnen, steigt die Mindestvergütung im ersten Ausbildungsjahr um knapp 6,2 Prozent auf 724 Euro im Monat; im zweiten Jahr sind es 854 Euro, im dritten 977 Euro, im vierten 1014 Euro (Bundesinstitut für Berufsbildung). Im Jahr 2025 lag der Satz im ersten Ausbildungsjahr bei 682 Euro. Für nicht tarifgebundene Betriebe gilt zusätzlich, dass ihre Vergütung die für Branche und Region geltenden tariflichen Sätze um höchstens 20 Prozent unterschreiten darf (Bundesinstitut für Berufsbildung). Wer über Tarif zahlt, hat damit ein Argument, das auf der Seite stehen darf. Wer knapp darüber liegt, nennt die Zahl trotzdem: Eine fehlende Angabe wird selten wohlwollend ausgelegt. Welche weiteren Leistungen sich sinnvoll darstellen lassen, hängt am Betrieb — den Rahmen dafür setzt die Seite Mitarbeiter gewinnen.

Drei Angaben tragen jede Vergütungszeile

Betrag je Ausbildungsjahr, Angabe brutto oder netto, Stand der Zahl. Steht der Betrag allein, wird er am Telefon nachverhandelt oder falsch verstanden. Stehen die drei Angaben zusammen, ist die Frage beantwortet, bevor sie gestellt wird — und der erste Anruf beginnt an einer anderen Stelle.

Die zweite Angabe, die am Küchentisch zählt, ist der Schulabschluss. Hier lohnt Zurückhaltung in der Formulierung: Im Jahr 2024 hatten 43,1 Prozent der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag einen mittleren Schulabschluss und stellten damit die größte Gruppe, über eine Studienberechtigung verfügten 26,8 Prozent (Berufsbildungsbericht 2026). Ein guter Teil der Ausbildungsverträge wird also mit anderen Abschlüssen geschlossen. Wer „mittlere Reife vorausgesetzt“ auf die Seite schreibt, verliert erfahrungsgemäß Bewerbungen, die er im Gespräch angenommen hätte. Die belastbarere Formulierung nennt, worauf der Betrieb tatsächlich schaut, und lädt zum Praktikum ein. Dass Passung und nicht Papier das eigentliche Thema ist, sagt auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks: Dass Betriebe mit Ausbildungsplätzen und Bewerber nicht zusammenkommen, liege häufig vor allem an Passungsproblemen.

Der Kalender: wann welche Frage kommt

Das Berichtsjahr für die Ausbildungsstatistik läuft vom 1. Oktober bis zum 30. September. Diese zwölf Monate haben eine feste Dramaturgie, und die Ausbildungsseite beantwortet in jedem Abschnitt eine andere Frage. Wer die Seite im Mai fertigstellt, hat die Monate verpasst, in denen die Bewerbungen entstehen. Dasselbe Argument gilt für die Frage, ob eine eigene Leistungsseite statt einer Sammelseite nötig ist: Der Zeitpunkt, zu dem ein Inhalt online ist, entscheidet mit darüber, ob er überhaupt gelesen wird.

Nachvermittlung. Wer im Sommer leer ausgegangen ist, sucht jetzt weiter. Die Seite braucht in diesen Wochen einen sichtbaren Hinweis, ob für das laufende Jahr noch ein Platz frei ist, und einen zweiten für das Folgejahr.

Die Bewerbung: ein Formular, das ein Sechzehnjähriger ausfüllt

Ein vollständiges Bewerbungspaket aus Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen ist für einen Sechzehnjährigen auf dem Telefon eine Hürde, die er auf später verschiebt. Später ist häufig nicht mehr. Die tragfähigere Reihenfolge dreht das um: erst der Kontakt, dann die Unterlagen. Sechs Felder genügen, um ein Gespräch zu beginnen; alles Weitere lässt sich klären, wenn jemand am Telefon ist. Welche Felder ein Anfrageformular im Handwerk grundsätzlich braucht, steht im Beitrag über die Felder im Anfrageformular; für die Bewerbung fällt die Liste noch kürzer aus.

kurzbewerbung-ausbildung.json
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}
  • Keine Pflicht zum Datei-Upload. Wer ein Zeugnis anhängen möchte, darf es; verlangt wird es später im Gespräch.
  • Keine Anrede-Auswahl und kein Geburtsdatum im ersten Schritt. Beides wird für den Rückruf nicht gebraucht und kostet Abbrüche.
  • Die Handynummer vor der E-Mail-Adresse. Angerufen wird schneller zurückgeschrieben, und der Rückruf ist der eigentliche Zweck des Formulars.
  • Ein Hinweis auf die Datenverarbeitung mit Verweis auf die Datenschutzerklärung, kurz gehalten. Was dort stehen muss, steht im Beitrag zu Impressum und Datenschutz auf der Handwerker-Website.
  • Eine Bestätigungsseite, die den nächsten Schritt benennt. Eine Seite, die nur „Vielen Dank“ sagt, lässt den Bewerber im Ungewissen.

Was die Seite nicht leisten kann

Eine gute Ausbildungsseite ersetzt weder das Gespräch noch die Auswahl. Sie verschiebt nur den Punkt, an dem beides beginnt. Die Passungsprobleme, die im Ausbildungsmarkt stecken, löst sie ebenfalls nicht: Laut der im Berufsbildungsbericht 2026 zitierten DIHK-Ausbildungsumfrage 2025 — einer Online-Unternehmensbefragung unter IHK-Betrieben, also im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel — gaben 32 Prozent der befragten Betriebe mit Besetzungsschwierigkeiten an, im Jahr 2024 gar keine Bewerbungen auf freie Ausbildungsplätze erhalten zu haben, und 73 Prozent dieser Betriebe fanden keine geeignete Bewerberin und keinen geeigneten Bewerber (Berufsbildungsbericht 2026). Handwerksbetriebe sind in dieser Befragung nicht erfasst; die beiden Werte beschreiben Industrie und Handel. Die beiden Muster dahinter — ausbleibende Bewerbungen und fehlende Passung — sind im Handwerk aber nicht unbekannt. Der erste Wert beschreibt ein Sichtbarkeitsproblem, an dem eine Seite etwas ändern kann. Der zweite beschreibt ein Auswahlproblem, an dem sie wenig ändert — außer dadurch, dass sie vorher klarer sagt, worum es geht, und damit Bewerbungen abhält, die ohnehin nicht gepasst hätten. Auch die Zeit nach der Unterschrift bleibt Arbeit: Bundesweit wurden 2024 rund 159.000 Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst (Berufsbildungsbericht 2026). Eine Seite, die den Arbeitsalltag beschönigt, erhöht diese Zahl eher, als sie zu senken.

Drei Stellen, an denen es typischerweise klemmt

Erstens: Die Ausbildungsseite steht im Menü unter Karriere, dritte Ebene, und wird über die Suche nicht gefunden. Zweitens: Die Seite nennt ein Startjahr, das vorbei ist — das ist der häufigste Grund, warum eine sonst gute Seite keine Bewerbungen bringt. Drittens: Das Formular liegt hinter einem Link mit der Beschriftung „Jetzt bewerben“, der auf ein Postfach zeigt. Alle drei Punkte lassen sich in einer Stunde beheben und bleiben trotzdem oft ein Jahr lang stehen.

Nach dem 30. September beginnt die zweite Runde

Viele Betriebe nehmen die Ausbildungsseite Anfang Oktober vom Netz oder lassen sie unverändert stehen. Beides ist zu früh. Die Vermittlungsbemühungen der Agenturen für Arbeit und Jobcenter enden nicht am 30. September, sondern laufen im sogenannten fünften Quartal weiter; die Nachvermittlung richtet sich an alle Personen, die zwischen dem 1. Oktober und dem 31. Dezember noch eine Ausbildung im bereits gestarteten Ausbildungsjahr beginnen wollen (Berufsbildungsbericht 2026). Die Zahlen dazu sind nicht klein: Für das Jahresende 2025 wies die Statistik 65.862 Berufsausbildungsstellen aus, die noch 2025 besetzt werden sollten — zusammengesetzt aus den 54.385 unbesetzten Stellen vom Stichtag und weiteren, die erst danach gemeldet wurden (Berufsbildungsbericht 2026). Wer einen Beruf erlernen möchte, kann damit auch noch nach dem offiziellen Ausbildungsstart loslegen (Zentralverband des Deutschen Handwerks). Auf der Seite braucht das genau einen Satz — und ein Datum, das stimmt. Dass Angaben über alle Kanäle hinweg zusammenpassen müssen, gilt hier wie bei den einheitlichen Firmendaten in Verzeichnissen.

Ein Datum, drei Zustände

Platz frei für dieses Jahr, Platz frei für das nächste Jahr, aktuell kein Platz. Ein Satz genügt, aber er muss zum Kalender passen. Ein veraltetes Startjahr kostet in der Regel mehr Bewerbungen als eine fehlende Seite.

Termin statt Bewerbungsmappe

Ein Angebot für ein kurzes Kennenlernen senkt die Hürde deutlich. Wie sich solche Termine über die Website organisieren lassen, steht im Beitrag über Termine über die Website.

Zwei Termine im Kalender

Ende September und Anfang Januar: Seite aufrufen, Startjahr prüfen, Vergütungszahlen prüfen, Ansprechpartner prüfen. Zwei Termine im Jahr genügen, wenn sie tatsächlich stattfinden.

Am Ende steht eine unspektakuläre Rechnung. Eine Ausbildungsseite kostet einen halben Tag Arbeit im Betrieb und danach zwei Termine im Jahr. Ein unbesetzter Ausbildungsplatz kostet drei Jahre später einen Gesellen, der nicht da ist. Diese Rechnung geht in fast jedem Betrieb auf, und sie hängt nicht daran, wie schön die Seite ist, sondern daran, ob die sechs oder sieben Angaben darauf stehen, nach denen ein Fünfzehnjähriger und seine Eltern suchen. Wenn Sie diese Seite für Ihren Betrieb aufsetzen möchten, finden Sie den Rahmen dafür unter Mitarbeiter gewinnen; für eine konkrete Einschätzung genügt eine Nachricht über das Kontaktformular.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Bundesagentur für Arbeit, Presseinformation Nr. 31 „Arbeitsmarkt im August 2026“ vom 28. August 2026; Berufsbildungsbericht 2026 des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Stand Mai 2026, mit Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung und der Bundesagentur für Arbeit); BIBB Report 3/2023 auf Basis des BIBB-Qualifizierungspanels (Erhebung 2022, 1.630 Betriebe mit Ausbildungsangeboten für 2021/2022); JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (1.200 Befragte im Alter von 12 bis 19 Jahren); Pressemitteilung 28/2025 des Bundesinstituts für Berufsbildung zur Mindestausbildungsvergütung; Zentralverband des Deutschen Handwerks, Interview vom 1. September 2026. Die Angaben ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung; für den Einzelfall bleiben Kammer und Beratung zuständig.

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