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Gestaltung und Bilder

Die Startseite: welche Abschnitte in welcher Reihenfolge

Kopfbereich, Leistungen, Einsatzgebiet, Arbeitsbeispiele, Betrieb, Anfrage: der Bauplan für die Startseite im Handwerk, Etage für Etage mit Länge und Fehlern.

15 Min. Lesezeit StartseiteAufbauGestaltungHandwerkStruktur

Kurz und einfach erklärt

Fast jeder Besucher sieht Ihre Startseite. Viele lesen sie am Handy von oben nach unten. Darum zählt die Reihenfolge.

Ganz oben steht Ihre Telefonnummer. Man kann sie antippen. Sie bleibt beim Weiterlesen sichtbar.

Danach folgen Leistungen, Einsatzgebiet, Beispiele, Ihr Betrieb und die Anfrage. Jeder Teil ist kurz. Er führt weiter zu einer Unterseite.

Zeigen Sie eigene Fotos aus Ihrer Gegend. Wenige gute Bilder wirken mehr als eine große Galerie.

Sagen Sie, wo Sie arbeiten. So rufen weniger Leute von weit weg an. Wir bauen Ihre Website zum festen Preis.

Die Startseite ist die einzige Seite, die fast jeder Besucher sieht — der Nachbar, der eine Nummer sucht, der Bauherr, der drei Betriebe vergleicht, und der Geselle, der wissen will, ob sich eine Bewerbung lohnt. Alle drei kommen mit unterschiedlichen Fragen und lesen von oben nach unten, auf einem Telefon, in einer einzigen Spalte, mit dem Daumen. Was oben steht, wird gelesen; was unten steht, oft nicht mehr. Deshalb entscheidet nicht die Menge des Inhalts über den Erfolg einer Handwerker-Startseite, sondern die Reihenfolge der Abschnitte und die Länge jeder einzelnen Etage. Dieser Beitrag geht die Startseite von oben nach unten durch: sieben Etagen, jede mit dem, was hineingehört, mit einem Hinweis zur Länge und mit dem Fehler, der genau dort am häufigsten passiert. Am Ende steht der Unterschied zwischen einer Startseite, die alles erklärt, und einer, die weiterleitet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Startseite eines Handwerksbetriebs trägt sieben Etagen: Kopfbereich mit Telefonnummer, Aufmacher, Leistungen, Einsatzgebiet, Arbeitsbeispiele, Betrieb und Anfrage — in genau dieser Reihenfolge von oben nach unten.
  • Die Telefonnummer gehört als anklickbarer Anrufverweis in den Kopfbereich und bleibt beim Scrollen sichtbar. Im Impressum versteckt kostet sie Anrufe, weil abends um halb acht niemand nach ihr sucht.
  • Eine weiterleitende Startseite beantwortet je Abschnitt eine Frage in wenigen Sätzen und verweist auf die Unterseite. Eine erklärende Startseite schreibt alles aus und wird auf dem Telefon zur Endlosrolle.
  • Arbeitsbeispiele wirken nur mit eigenen Aufnahmen aus dem eigenen Einsatzgebiet: eine überschaubare Auswahl mit kurzer Bildzeile trägt weiter als eine große Galerie mit Motiven ohne Bezug zum Betrieb.
  • Das Einsatzgebiet gehört auf die Startseite, weil Anfahrt die Marge frisst. Ein genannter Radius und eine Liste der bedienten Orte ersparen Anrufe aus Entfernungen, die der Betrieb ohnehin ablehnen würde.

Die Startseite ist ein Verteiler, keine Broschüre

Eine eigene Website ist im Handwerk längst der Normalfall: 94 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe nutzen eine, und bei 1.038.126 (ZDH 2025) eingetragenen Betrieben in Deutschland heißt das, dass ein Interessent in fast jedem Ort mehrere Seiten nebeneinander legen kann. Der Unterschied entsteht deshalb nicht mehr daran, ob es eine Website gibt, sondern daran, wie schnell sie die Fragen beantwortet, mit denen jemand sie geöffnet hat. Genau das ist die Aufgabe der Startseite.

Eine Startseite hat drei Aufgaben, und nur drei. Erstens: in wenigen Sekunden klarmachen, welches Gewerk hier arbeitet und in welchem Gebiet. Zweitens: den Besucher zu der Unterseite bringen, die zu seiner Frage gehört — Leistung, Einsatzgebiet, Referenz, Stellenangebot. Drittens: den Kontaktweg anbieten, bevor jemand danach suchen muss. Alles andere ist Zugabe. Wer diese drei Aufgaben in der falschen Reihenfolge anordnet, verliert Besucher nicht an den Wettbewerb, sondern an die eigene Seitenmitte.

Der zweite Grund für eine feste Reihenfolge liegt im Gerät. Auf dem Telefon wird jede Etage untereinander gestapelt: Was auf dem Bildschirm nebeneinander stand, steht dort hintereinander. Eine dreispaltige Sektion wird zu drei vollen Bildschirmhöhen. Wer die Startseite am großen Bildschirm plant und erst danach auf das Telefon schaut, plant an dem Gerät vorbei, auf dem der größte Teil der Anfragen entsteht. Mehr zur Grundstruktur einer Betriebsseite steht unter Website für Handwerker.

Von oben nach unten, nicht von links nach rechts

Planen Sie jede Etage zuerst als schmale Spalte. Wenn ein Abschnitt in einer Spalte funktioniert — eine Überschrift, wenige Sätze, ein Verweis —, funktioniert er auch am großen Bildschirm. Umgekehrt geht es selten auf.

Etage eins: der Kopfbereich mit der Telefonnummer

Ganz oben stehen vier Dinge und nicht mehr: der Betriebsname oder das Logo, eine kurze Angabe zu Gewerk und Ort, die Telefonnummer als anklickbarer Anrufverweis und ein Menü mit wenigen Punkten. Die Nummer ist dabei kein Schmuck, sondern der kürzeste Weg zum Auftrag. 85 Prozent (Bitkom 2025) der Betriebe berichten, dass Kundinnen und Kunden ständige Erreichbarkeit erwarten — und wer abends um halb acht in der eigenen Küche vor einem tropfenden Heizkörper steht, sucht keine Kontaktseite, sondern tippt auf eine Nummer.

Technisch heißt das: Die Nummer steht als Text im Kopfbereich, sie ist als Anrufverweis hinterlegt, und sie bleibt beim Scrollen sichtbar oder kehrt als schmale Leiste zurück. Sie steht nicht als Bild in der Grafik, weil sie dann nicht angetippt werden kann. Neben die Nummer gehört eine Angabe zur Erreichbarkeit, die stimmt: Wer bis 17 Uhr erreichbar ist, schreibt 17 Uhr hin und nicht rund um die Uhr.

Der häufigste Fehler auf dieser Etage ist ein Menü, das mit vierzehn Punkten den halben Bildschirm belegt, und eine Telefonnummer, die nur im Impressum steht. Der zweithäufigste ist ein Kopfbereich, der beim Scrollen ein Drittel der Höhe des Telefons behält — dann liest der Besucher den Rest der Seite durch einen Sehschlitz. Die Kopfleiste eines Handwerksbetriebs darf schmal sein, sie muss nur die Nummer tragen.

  • Betriebsname oder Logo links, Telefonnummer rechts, beides ohne Suchen erkennbar
  • Nummer als Anrufverweis hinterlegt, nicht als Bild und nicht nur im Fußbereich
  • Gewerk und Ort in einer Zeile unter oder neben dem Namen, etwa Elektrotechnik in Söhlde und Umgebung
  • Menü auf wenige Punkte begrenzt, alles Weitere in den Fußbereich
  • Schmale Kopfleiste beim Scrollen, nur ein kleiner Teil der Bildschirmhöhe
  • Erreichbarkeitszeiten neben der Nummer, mit den Zeiten, die im Betrieb tatsächlich gelten

Etage zwei: der Aufmacher, der in fünf Sekunden antwortet

Direkt unter dem Kopfbereich liegt die erste Bildschirmseite. Sie beantwortet drei Fragen: Was macht dieser Betrieb, wo arbeitet er, und wie erreiche ich ihn. Dafür genügen eine Überschrift, ein erklärender Satz und zwei Schaltflächen — anrufen und Anfrage schreiben. Wer hier einen Absatz über die Unternehmensphilosophie unterbringt, verschenkt die einzige Fläche, die praktisch jeder Besucher sieht.

Die Überschrift enthält das Gewerk und den Ort, weil beides gemeinsam die Entscheidung trägt. Sanitär, Heizung und Bäder in Söhlde und im Landkreis Hildesheim sagt in acht Wörtern mehr als jede Formel über Qualität und Tradition. Der Satz darunter nennt die Leistung, die den meisten Umsatz bringt, oder den Fall, der am dringendsten ist — beim Dachdecker der Sturmschaden, beim Heizungsbauer der Ausfall im Januar. Wie diese Ebene gestalterisch aussieht, ist unter Webdesign Handwerk beschrieben.

Überschrift mit Gewerk und Ort

Eine kurze Zeile mit dem Gewerk und dem Hauptort. Sie ist zugleich die einzige Hauptüberschrift der Seite und damit auch für Suchmaschinen die wichtigste Zeile.

Ein Satz zur Einordnung

Was der Betrieb macht, für wen und seit wann. Wenige Zeilen, keine Aufzählung, keine Adjektivkette. Dieser Satz nimmt dem Besucher die Frage ab, ob er hier richtig ist.

Anrufschaltfläche

Groß genug für einen Daumen, mit der Nummer im Text statt nur einem Symbol. Daneben die Zeiten, zu denen jemand abnimmt, damit niemand ins Leere wählt.

Anfrageschaltfläche

Der zweite Weg für alle, die nicht telefonieren wollen. Sie führt zum Formular weiter unten auf derselben Seite oder auf die Kontaktseite, nicht auf eine reine E-Mail-Adresse.

Vertrauenszeile

Meisterbetrieb, Innungsmitgliedschaft, Gründungsjahr, Zahl der Beschäftigten. Wenige knappe Angaben, die nachprüfbar sind, statt allgemeiner Aussagen über Zuverlässigkeit.

Eigenes Bild statt Motivbild

Ein Foto vom eigenen Fahrzeug, der eigenen Werkstatt oder einer eigenen Baustelle. Es muss nicht perfekt sein, aber es muss der Betrieb sein und nicht ein gekauftes Motiv.

Etage drei: die Leistungsübersicht in Kacheln

Die dritte Etage ist die Weiche. Sie zeigt in Kacheln, was der Betrieb macht, und führt von jeder Kachel auf eine eigene Leistungsseite. Die Zahl der Kacheln richtet sich nach den Leistungsbereichen; sie sollten das Raster vollständig füllen und sich auf dem Telefon in wenigen Wischbewegungen überblicken lassen. Zu viele Kacheln verwässern die Weiche, zu wenige verschenken sie, sobald der Betrieb mehrere Bereiche bedient.

Jede Kachel besteht aus einem Titel, wenigen Zeilen Erklärung und einem Verweis. Mehr nicht. Diese Zeilen entscheiden darüber, ob jemand weiterklickt, deshalb stehen dort konkrete Arbeiten und keine Oberbegriffe: nicht Elektroinstallation, sondern Zählerschrank, Ladepunkt, Prüfung ortsveränderlicher Geräte. 89 Prozent (Bitkom 2025) der Betriebe berichten, dass Kundinnen und Kunden individuelle Angebote erwarten — eine Kachel, die nur den Oberbegriff nennt, wirkt in dieser Erwartung wie ein Katalog von der Stange.

Der häufigste Fehler auf dieser Etage ist die Vollständigkeit. Betriebe listen alles auf, was sie theoretisch können, und landen bei vierzehn Punkten in einer Aufzählung ohne Verweise. Der zweithäufigste ist die Kachel ohne Ziel: Sie sieht aus wie ein Verweis, führt aber nirgendwohin, und der Besucher klickt zweimal, bevor er aufgibt. Welche Leistungsseiten je Gewerk sinnvoll sind, zeigen die Seiten für Elektriker und Sanitär und Heizung.

KachelSchwache UmsetzungTragfähige Umsetzung
TitelElektroinstallationZählerschrank und Hausanschluss
ErklärungWir bieten Ihnen alle Leistungen rund um die ElektrikErneuerung, Zählerplatz nach aktueller Norm, Anmeldung beim Netzbetreiber
UmfangVierzehn Punkte als Aufzählung ohne VerweiseEine Kachel je Leistungsbereich, jede mit eigener Leistungsseite
ZielKachel führt zurück auf die StartseiteKachel führt auf die Leistungsseite mit Ablauf und Preisrahmen
BildSymbol aus einer Sammlung, für alle Kacheln dasselbeJe Kachel ein Symbol, das die Leistung unterscheidbar macht
ReihenfolgeAlphabetisch sortiertNach Umsatzanteil, die häufigste Leistung zuerst

Etage vier: das Einsatzgebiet, bevor jemand umsonst anruft

Im Handwerk entscheidet der Radius über die Marge. Eine Anfrage aus achtzig Kilometern Entfernung kostet einen halben Tag Fahrzeit, bevor die erste Schraube gedreht ist. Deshalb gehört das Einsatzgebiet auf die Startseite und nicht auf eine Unterseite, die niemand öffnet: ein Satz mit dem Radius, eine Liste der wichtigsten Orte, dazu der Hinweis, dass darüber hinaus auf Anfrage gearbeitet wird.

Die Ortsliste hat einen zweiten Nutzen. 88 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe sind in Online-Verzeichnissen eingetragen, und die Angaben dort sollten mit denen auf der Website übereinstimmen — gleicher Betriebsname, gleiche Adresse, gleiche Nummer. Wer die Ortsliste auf der Startseite pflegt, hat zugleich die Vorlage für die Einträge. Wie das zusammenspielt, steht unter Google Unternehmensprofil und SEO für Handwerker.

Karte nur mit Einwilligung, Ortsliste immer

Eine eingebettete Karte eines fremden Anbieters lädt Daten des Besuchers, bevor er zugestimmt hat, und braucht deshalb eine Einwilligung. Eine gezeichnete Gebietsdarstellung mit einer Ortsliste kommt ohne aus und ist auf dem Telefon meist sogar lesbarer. Ob im Einzelfall eine Einwilligung nötig ist, gehört fachlich geprüft.

Etage fünf: Arbeitsbeispiele, die den Auftrag verkaufen

Auf der fünften Etage entscheidet sich, ob aus Interesse eine Anfrage wird. Eine überschaubare Zahl eigener Aufnahmen reicht: eine fertige Arbeit je Leistungsbereich, dazu Vorher-Nachher-Paare, wenn das Gewerk sie hergibt. Jedes Bild bekommt eine Bildzeile mit Ort, Gewerk und einer Besonderheit — Dacheindeckung in Söhlde, Aufsparrendämmung bei bewohntem Haus. Diese Zeile leistet mehr als das Bild allein, weil sie den Bezug zum eigenen Gebiet herstellt.

Der Grund für diese Etage steht in den Zahlen: 74 Prozent (Bitkom 2025) der Betriebe stellen fest, dass Kundinnen und Kunden kritischer geworden sind, und 72 Prozent (Bitkom 2025) sehen in Online-Kundenbewertungen eine große Möglichkeit, neue Aufträge zu gewinnen und Vertrauen aufzubauen. Wer kritisch prüft, sucht Belege. Ein gekauftes Motiv einer glänzenden Musterküche ist kein Beleg. Ein leicht schiefes Foto der eigenen Baustelle mit einer erklärenden Zeile ist einer.

Der häufigste Fehler ist die Galerie mit vierzig Bildern ohne Ordnung, ohne Zeilen und ohne Bezug. Der zweithäufigste sind Motive aus Bilddatenbanken, die auf zwanzig anderen Betriebsseiten derselben Region genauso hängen. Worauf es bei eigenen Aufnahmen ankommt und wie sie mit dem Telefon gelingen, steht unter Fotos für die Handwerker-Website.

  • Eine Auswahl an Bildern auf der Startseite, die vollständige Sammlung auf einer eigenen Referenzseite
  • Je Bild eine Zeile mit Ort, Gewerk und der Besonderheit der Arbeit
  • Vorher-Nachher nur mit derselben Perspektive, sonst wirkt der Vergleich beliebig
  • Keine Kundennamen und keine Adressen ohne schriftliche Zustimmung der Auftraggeber
  • Bilder in Web-Größe ausliefern, damit die Seite auf dem Mobilfunknetz in unter zweieinhalb Sekunden steht
  • Jedes Bild mit einem beschreibenden Alternativtext, damit es auch vorgelesen werden kann

Eine Startseite, die alles erklärt, zwingt jeden Besucher durch den Text, der für jemand anderen geschrieben wurde.

Leitgedanke beim Aufbau einer Handwerker-Startseite

Etage sechs: der Betrieb und die Menschen dahinter

Die sechste Etage ist kurz und wird trotzdem oft zur längsten. Sie braucht drei Sätze: seit wann es den Betrieb gibt, wer ihn führt, wie viele Menschen dort arbeiten. Dazu ein Bild — das Team vor dem Fahrzeug, der Meister in der Werkstatt — und ein Verweis auf die ausführliche Seite über den Betrieb. Mehr trägt die Startseite an dieser Stelle nicht, weil der Besucher zu diesem Zeitpunkt bereits weiß, ob er anrufen will.

Diese Etage hat eine zweite Zielgruppe, die viele Betriebe unterschätzen. 75 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe sehen den Fachkräftemangel als zentrales Problem, und 80 Prozent (Bitkom 2025) nutzen digitale Kanäle, um gezielt Nachwuchs anzusprechen. Wer offene Stellen hat, setzt hier eine Zeile mit Verweis auf die Stellenseite — nicht versteckt im Fußbereich, sondern dort, wo ohnehin über den Betrieb gesprochen wird. Was auf einer Stellenseite stehen sollte, steht unter Mitarbeiter gewinnen.

Der häufigste Fehler auf dieser Etage ist Leitbildprosa: drei Absätze über Werte, Tradition und Kundennähe, die auf jeder zweiten Betriebsseite in derselben Form stehen. Der zweithäufigste ist ein Gruppenfoto, auf dem die Hälfte der Belegschaft nicht mehr im Betrieb ist. Ein aktuelles, einfaches Bild schlägt ein altes, aufwendiges.

Drei Sätze, ein Bild, ein Verweis

Wenn die Etage über den Betrieb länger ist als die Leistungsübersicht, stimmt die Gewichtung nicht. Der Besucher sucht einen Betrieb, der seine Arbeit erledigt, nicht eine Firmengeschichte. Die Geschichte gehört auf eine eigene Seite, wo sie Platz hat und niemanden aufhält.

Etage sieben: die Anfrage am Ende der Seite

Die letzte Etage nimmt die Anfrage entgegen. Sie besteht aus drei Teilen: einem kurzen Formular mit wenigen Feldern, der Telefonnummer mit Erreichbarkeitszeiten und der Anschrift des Betriebs. Die Felder sind Name, Kontaktweg, Ort, Anliegen und ein freies Feld. Alles Weitere klärt der Rückruf schneller, als es ein Formular je könnte. Ein Satz darunter sagt, was danach passiert und in welchem Zeitraum jemand antwortet.

Zur Bedienbarkeit gehört ein Punkt, den viele erst spät auf dem Schirm haben. Nach dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt als Kleinstunternehmen, wer weniger als zehn Personen (BFSG) beschäftigt und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme erreicht; solche Betriebe sind bei Dienstleistungen von der Barrierefreiheitspflicht ausgenommen. Das ist keine Befreiung von Impressum und Datenschutzerklärung und kein Freibrief für ein Formular, das sich mit der Tastatur nicht ausfüllen lässt. Für den Einzelfall bleibt die rechtliche Prüfung zuständig.

Die Nummer steht auch unten

Am Ende der Seite gehört die Telefonnummer ein zweites Mal hin, im Klartext und als Anrufverweis. Wer bis hierher gelesen hat, ist entschieden — und soll nicht noch einmal nach oben scrollen müssen, um zu wählen.

Erklärende und weiterleitende Startseite im Vergleich

Es gibt zwei Bauarten. Die erklärende Startseite schreibt jede Leistung aus, erzählt die Betriebsgeschichte und beantwortet häufige Fragen — alles auf einer Seite. Die weiterleitende Startseite beantwortet je Abschnitt eine Frage in wenigen Sätzen und schickt den Besucher auf die passende Unterseite. Beide haben ihren Ort, aber sie eignen sich für unterschiedliche Betriebe.

Als Faustregel gilt: Ein Betrieb mit einer klar umrissenen Leistung und einem Einsatzgebiet von wenigen Orten kommt mit einer erklärenden Startseite aus. Sobald mehrere Gewerke, mehrere Orte oder mehrere Zielgruppen dazukommen — Privatkunden, Hausverwaltungen, Bewerber —, wird die erklärende Startseite zur Endlosrolle. Dann trägt nur noch der Verteiler. Bei einer bestehenden Seite ist das oft der Anlass für einen Relaunch.

EtageErklärende StartseiteWeiterleitende Startseite
LeistungenJede Leistung mit vollem Text auf der StartseiteKacheln mit je wenigen Zeilen und eigener Unterseite
EinsatzgebietAusführlicher Abschnitt zu jedem OrtEin Satz, eine Ortsliste, Verweis auf die Ortsseiten
ArbeitsbeispieleVollständige Galerie mit allen ProjektenEine Auswahl an Bildern, Rest auf der Referenzseite
BetriebFirmengeschichte in mehreren AbsätzenDrei Sätze und ein Verweis auf die Betriebsseite
LängeViele Bildschirmhöhen auf dem TelefonWenige Bildschirmhöhen auf dem Telefon
Passt fürEin Gewerk, wenige Orte, eine ZielgruppeMehrere Gewerke, mehrere Orte, auch Bewerber

Wie lang jede Etage sein darf

Länge lässt sich schlecht in Wörtern messen, gut aber in Bildschirmhöhen auf einem Telefon. Eine gute Handwerker-Startseite kommt mit wenigen solcher Höhen aus — nach wenigen Wischbewegungen ist man beim Formular. Wer darüber liegt, hat in der Regel eine Etage doppelt gebaut oder eine Unterseite auf die Startseite gezogen.

  1. Kopfbereich: eine Zeile, beim Scrollen auf eine schmale Leiste reduziert
  2. Aufmacher: eine Überschrift, wenige Zeilen Text, zwei Schaltflächen, ein Bild
  3. Leistungen: eine Kachel je Bereich, je Kachel ein Titel und wenige Zeilen
  4. Einsatzgebiet: ein Satz, eine kurze Ortsliste
  5. Arbeitsbeispiele: eine Auswahl eigener Bilder mit je einer Bildzeile
  6. Betrieb: drei Sätze, ein Bild, gegebenenfalls eine Zeile zu offenen Stellen
  7. Anfrage: wenige Formularfelder, Telefonnummer, Anschrift, ein Satz zur Antwortzeit

Der zweite Messwert ist die Ladezeit. Eine Startseite mit sieben Etagen und neun Bildern kann leicht mehrere Megabyte wiegen, wenn die Aufnahmen unbearbeitet aus der Kamera kommen. Auf dem Mobilfunknetz im Landkreis ist das der Unterschied zwischen einer Seite, die in unter zweieinhalb Sekunden steht, und einer, die der Besucher wegklickt. Bilder gehören vor dem Einbau auf Web-Größe gebracht und in einem modernen Format ausgeliefert.

Die Reihenfolge aufbauen: ein Vorgehen in fünf Schritten

Der Aufbau einer Startseite beginnt nicht im Entwurfsprogramm, sondern mit einer Liste. Wer vorher aufschreibt, welche Frage jede Etage beantwortet, kommt ohne die späteren Diskussionen darüber aus, ob die Referenzen vor oder hinter das Team gehören. Die Reihenfolge ergibt sich dann aus den Fragen und nicht aus dem Geschmack.

Das folgende Vorgehen hat sich bei Handwerksbetrieben bewährt, die von einer alten Seite kommen oder zum ersten Mal eine bauen lassen. Es kostet etwas Vorarbeit im Betrieb und spart hinterher Korrekturschleifen (Projekterfahrung).

Schreiben Sie zehn Fragen auf, die im Betrieb am Telefon am häufigsten gestellt werden. Macht ihr das auch? Kommt ihr bis zu uns? Was kostet das ungefähr? Wann könnt ihr? Diese Fragen sind die Etagen der Startseite, nur noch nicht sortiert.

Was die Startseite kostet und wer sie danach pflegt

Eine Website für einen Handwerksbetrieb gibt es bei uns zum Festpreis ab 1.490 Euro netto, ein Relaunch einer bestehenden Seite ab 2.900 Euro netto. Darin steckt der Aufbau der Startseite mit den beschriebenen Etagen, die Leistungsseiten je Gewerk und die rechtlich nötigen Seiten. Die vollständige Aufstellung steht unter Preise, Beispiele für den Aufbau unter Design-Beispiele.

Nach dem Bau bleibt die Pflege. Website-Betreuung beginnt bei 49 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit; Hosting in Deutschland ab 15 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Für die Startseite heißt Pflege vor allem: neue Arbeitsbeispiele nachlegen, Erreichbarkeitszeiten aktuell halten und offene Stellen ein- und ausblenden. Was dabei laufend anfällt, steht unter Wartung und Pflege.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Bitkom, Digitalisierung des Handwerks — Bitkom-Studie 2025; Zentralverband des Deutschen Handwerks, Kennzahlen des Handwerks (Stand 2025); Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), § 2 Nummer 17 und § 3 Absatz 3.

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