Kurz und einfach erklärt
Ein Video zeigt, was ein Foto nicht zeigen kann. Etwa wie leise eine Wärmepumpe läuft. Darum geht es hier.
Halten Sie das Video kurz. Kurze Filme werden eher zu Ende gesehen.
Das Video startet ohne Ton. Ton ist die Ausnahme. Untertitel gehören dazu. Sie helfen allen, die ohne Ton schauen.
Zeigen Sie zuerst ein Standbild. Das Video lädt erst nach einem Klick. So bremst es die Seite kaum.
Wir bauen Ihre Website zum festen Preis und binden Ihre Videos mit ein.
Ein Video auf der Website eines Handwerksbetriebs hat einen einfachen Auftrag: Es soll zeigen, was ein Foto nicht zeigen kann. Wie sich eine Schiebetür führen lässt, wie leise eine Wärmepumpe im Betrieb ist, wie eine Fuge tatsächlich entsteht. 94 Prozent der Handwerksbetriebe nutzen eine eigene Website (Bitkom), aber nur 6,7 Prozent aller Mobilseiten binden überhaupt ein Video ein (Web Almanac 2024). Wer eines einsetzt, gehört damit zu einer Minderheit - und übernimmt zugleich die Fehler, die in dieser Minderheit verbreitet sind: zu lang, zu laut, zu schwer. Dieser Beitrag beschreibt, wie ein Video aussieht, das kurz genug ist, um zu Ende gesehen zu werden, still genug, um keinen Besucher zu überrumpeln, und leicht genug, um die Seite nicht auszubremsen.
Das Wichtigste in Kürze
- Neun von zehn Videos im Netz sind kürzer als zwei Minuten, mehr als die Hälfte kürzer als 30 Sekunden (Web Almanac 2024). Ein Betriebsvideo, das deutlich länger läuft, arbeitet gegen eine Gewohnheit an, die anderswo entstanden ist.
- Ton ist die Ausnahme, nicht die Voreinstellung. Startet Ton von selbst und läuft länger als 3 Sekunden, verlangt WCAG 2.2 eine Möglichkeit, ihn anzuhalten oder die Lautstärke getrennt zu regeln (W3C).
- 23 Prozent der Video-Elemente tragen ein autoplay-Attribut, aber nur 8 Prozent ein muted-Attribut und nur 3 Prozent ein Standbild im poster-Attribut (Web Almanac 2024). Genau diese Mischung erzeugt die typischen Beschwerden.
- Untertitel sind kein Zusatz: Für aufgezeichnete Tonspuren in synchronisierten Medien verlangt WCAG 2.2 Untertitel auf Stufe A (W3C). Sie nützen zugleich allen, die im Wartebereich oder in der Bahn stumm schauen.
- Ein Standbild im poster-Attribut, preload="none" und ein Video, das erst nach dem Klick lädt: So kostet der Film beim ersten Seitenaufbau praktisch nichts und bleibt trotzdem einen Klick entfernt.
Was ein Video leisten soll - und was nicht
Video auf Websites wächst: Der Anteil der Mobilseiten mit mindestens einem Video-Element ist gegenüber der vorigen Erhebung relativ um 32 Prozent gestiegen (Web Almanac 2024). Für einen Handwerksbetrieb ist das weder ein Auftrag noch ein Argument. Die Frage ist nicht, ob andere Videos einsetzen, sondern ob es in Ihrem Fall etwas erklärt, das Text und Bild nicht erklären. Bewegung, Geräusch und Ablauf sind die drei Dinge, die ein Video allein transportiert. Alles andere - Preise, Erreichbarkeit, Einzugsgebiet, Referenzen - steht schneller und verlässlicher als Text auf der Seite.
Daraus folgt eine unbequeme Einschränkung: Ein Imagefilm, der den Betrieb von außen zeigt, die Fahrzeugflotte abfährt und mit dem Logo endet, erklärt in der Regel gar nichts. Er kostet Ladezeit, Produktionsaufwand und Aufmerksamkeit und beantwortet keine der Fragen, mit denen jemand auf die Seite gekommen ist. Ein 40-Sekunden-Clip, in dem eine Monteurin zeigt, wie der Zählerschrank nach dem Umbau aussieht und wo künftig die Sicherungen sitzen, beantwortet dagegen eine sehr konkrete Frage.
Es lohnt sich, vor der ersten Aufnahme die Aufgabenteilung zwischen Text, Foto und Video schriftlich festzulegen. Die folgende Aufstellung ist der Ausgangspunkt, den wir in Projekten benutzen; sie lässt sich für jedes Gewerk anpassen.
| Anlass | Was ein kurzes Video zeigt | Wofür ein Foto genügt |
|---|---|---|
| Umbau eines Bads | Wie sich der Raum beim Gehen öffnet, wie eine bodengleiche Dusche wirklich angeschlossen ist | Der fertige Zustand, Materialien, Fugenbild, Detailaufnahmen der Armaturen |
| Wärmepumpe oder Lüftung | Wie laut das Gerät im Betrieb tatsächlich ist und wie es im Garten steht | Aufstellort, Abstände, Anschlussleitungen, Typenschild |
| Tischlerarbeit | Wie eine Schublade läuft, wie sanft eine Klappe schließt, wie eine Front schwingt | Maserung, Kante, Beschlag, Oberfläche im Streiflicht |
| Dach nach dem Sturm | Wie großflächig der Schaden ist, wenn die Kamera über die Fläche schwenkt | Einzelne Schadstellen, Anschlusspunkte, Zustand vor Beginn |
| Ausbildung und Team | Wie der Arbeitstag klingt und in welchem Ton miteinander gesprochen wird | Gesichter, Werkstatt, Fahrzeuge, Arbeitskleidung |
Wer die Tabelle ernst nimmt, kommt in vielen Betrieben auf zwei bis vier Videos - nicht auf zwanzig. Der Rest bleibt Fotostrecke, und das ist kein Rückschritt: Wie stark gute Bilder allein tragen, zeigt der Beitrag zur Website für Tischlereien, und wie Sie das Material dafür ohne Ausrüstung erzeugen, steht in der Anleitung zu Betriebsfotos mit dem Telefon.
Kurz: die Länge, die zu Ende gesehen wird
Die Erhebung des Web Almanac hat die Dauer der Videos gemessen, die auf Mobilseiten ausgeliefert werden: 21 Prozent sind zwischen 0 und 10 Sekunden lang, 37 Prozent zwischen 10 und 30 Sekunden, 21 Prozent zwischen 30 und 60 Sekunden, 12 Prozent zwischen 60 und 120 Sekunden und 9 Prozent länger als 120 Sekunden (Web Almanac 2024). Der Schwerpunkt liegt also deutlich unterhalb einer Minute, und zwar nicht, weil kürzere Videos besser wären, sondern weil sich das Sehverhalten im Netz an dieser Länge ausgerichtet hat.
Nine out of ten videos are less than two minutes long. More than half are under 30 seconds.
Für die Praxis heißt das: Der erste Satz und das erste Bild entscheiden. Ein Vorspann mit Logo-Animation verbraucht die Sekunden, in denen die Entscheidung fällt, ob weitergesehen wird. Ein Video, das mit der Sache beginnt - der Hand am Werkzeug, dem Raum vor dem Umbau, dem Gerät im Betrieb -, hat diese Sekunden nicht verschenkt. Titel, Betriebsname und Kontakt gehören ans Ende oder auf die Seite drumherum, nicht an den Anfang des Films.
Kürzen ist unangenehm, weil im Betrieb jeder Arbeitsschritt wichtig erscheint. Ein praktikables Vorgehen: Schneiden Sie zuerst grob, sehen Sie sich das Ergebnis einen Tag später an und streichen Sie dann alles, was Sie beim zweiten Sehen überspringen möchten. Das Video wird dadurch kürzer, aber nicht ärmer, sondern verständlicher. Was herausfällt, ist selten der Inhalt, sondern das Zögern vor der Aussage.
Eine Länge, die sich im Betrieb halten lässt
Still: warum der Ton die Ausnahme ist
Die Auswertung der Attribute an Video-Elementen zeigt ein auffälliges Missverhältnis: autoplay steht an 23 Prozent der Elemente, muted dagegen nur an 8 Prozent und ein Standbild im poster-Attribut sogar nur an 3 Prozent (Web Almanac 2024). Ein Teil der Seiten stellt den Ton also über andere Wege stumm, ein Teil versucht schlicht, mit Ton von selbst zu starten. Das Ergebnis kennt jeder, der ein Handy im Wartebereich aus der Tasche geholt hat.
Browser haben darauf reagiert. Nach den Autoplay-Regeln von Chrome ist ein stummer Selbststart zugelassen, ein Selbststart mit Ton dagegen nur unter zusätzlichen Bedingungen - etwa wenn die Person die Seite vorher schon benutzt hat. Ein Video, das mit Ton starten will, wird also je nach Gerät und Vorgeschichte unterschiedlich behandelt. Wer den Ton braucht, plant deshalb nicht mit dem Selbststart, sondern mit einem sichtbaren Startknopf.
Dazu kommt die Anforderung aus den Web Content Accessibility Guidelines. Läuft Ton auf einer Seite länger als 3 Sekunden von selbst, muss es eine Möglichkeit geben, ihn anzuhalten oder die Lautstärke unabhängig vom Systemton zu regeln (W3C). Für bewegte Inhalte gilt eine verwandte Regel: Was sich automatisch bewegt, länger als fünf Sekunden dauert und neben anderen Inhalten steht, braucht eine Möglichkeit zum Anhalten, Stoppen oder Ausblenden (W3C). Ein stumm laufender Hintergrundfilm ohne Bedienelemente erfüllt das nicht.
- Kein Selbststart mit Ton. Der Ton beginnt, wenn jemand ihn anfordert - über einen sichtbaren Knopf, nicht über das Aufrufen der Seite.
- Wenn ein Video von selbst laufen soll, dann stumm, kurz und mit sichtbarer Bedienleiste, damit es sich anhalten lässt.
- Bewegte Hintergründe brauchen einen Halteknopf, sobald sie länger als fünf Sekunden laufen und neben anderem Inhalt stehen.
- Der Ton darf nicht die einzige Informationsquelle sein: Was gesagt wird, gehört zusätzlich in Untertitel und in den Text daneben.
- Videos, die ohne Ton unverständlich werden, gehören nicht auf eine Seite, auf der Besucher üblicherweise stumm unterwegs sind.
Der stumme Start ist keine Notlösung, sondern eine Gestaltungsentscheidung: Ein Video, das ohne Ton funktioniert, funktioniert überall. Wie oft solche Selbstläufer zusammen mit anderen vermeidbaren Mustern auftreten, zeigt die Sammlung der häufigsten Fehler auf Handwerker-Websites.
Das Gewicht: was ein Video die Ladezeit kostet
Ein Video ist die schwerste Datei, die eine Handwerker-Website in der Regel ausliefert. Entscheidend ist deshalb weniger die Dateigröße selbst als die Frage, wann sie geladen wird. Genau dafür gibt es zwei Attribute, die kaum benutzt werden: Ein Standbild über poster steht nur an 3 Prozent der Video-Elemente, preload an 16 Prozent (Web Almanac 2024). Ohne Standbild zeigt der Browser eine leere Fläche, bis genug Daten da sind, um das erste Bild zu bauen - und lädt dafür Daten, die viele Besucher gar nicht brauchen.
Die saubere Reihenfolge lautet deshalb: Zuerst ein Standbild als gewöhnliches Bild, dann der Film auf Anforderung. Das Standbild ist ein optimiertes JPEG oder WebP von wenigen Dutzend Kilobyte, das Video wird mit preload="none" ausgeliefert und lädt erst, wenn jemand den Startknopf drückt. Für die Seite bedeutet das: Der sichtbare Aufbau hängt nicht mehr am Video, und der größte sichtbare Inhalt ist ein Bild, das der Browser schnell zeichnen kann.
- Standbild setzen: poster verweist auf ein optimiertes Bild in derselben Breite wie das Video, damit die Fläche von Anfang an die richtige Höhe hat.
- Höhe und Breite angeben: width und height am Video-Element verhindern, dass der Text darunter beim Laden springt.
- preload="none" verwenden: Das Video lädt erst nach dem Klick, nicht beim Seitenaufbau.
- Auflösung begrenzen: Für die Darstellung auf einer Inhaltsseite genügt in der Regel 1280 mal 720 Bildpunkte; größere Dateien sind auf dem Telefon nicht zu sehen.
- Länge begrenzen: 30 Sekunden statt drei Minuten reduzieren die Datei stärker als jede Feineinstellung an der Kompression.
Das Video gehört nicht in den ersten Bildschirm
Untertitel und Transkript: zwei Dateien, ein Nutzen
Untertitel sind der Teil, der beim Dreh gern vergessen und danach ungern nachgeholt wird. Die Anforderung ist eindeutig: Für aufgezeichnete Tonspuren in synchronisierten Medien verlangen die Web Content Accessibility Guidelines Untertitel auf Stufe A - ausgenommen sind nur Medien, die selbst eine Alternative zu einem Text sind und als solche gekennzeichnet werden (W3C). Stufe A ist die unterste Stufe; darunter gibt es nichts.
Für Videos ganz ohne Ton gilt eine eigene Regel: Wenn ein aufgezeichneter Film keine Tonspur hat, braucht es eine Alternative zum zeitbasierten Medium oder eine Tonspur, die dieselbe Information vermittelt (W3C). Praktisch heißt das für den Betrieb: Ein stummer Ablauf-Clip braucht daneben eine kurze Beschreibung in Text, die dasselbe sagt. Das ist keine große Arbeit - drei bis fünf Sätze reichen -, aber es muss jemand tun.
| Anforderung | Was das im Betrieb bedeutet | Woran Sie es prüfen |
|---|---|---|
| Untertitel für aufgezeichneten Ton | Eine WebVTT-Datei neben dem Video, eingebunden über ein track-Element mit kind="captions" | Im Player lässt sich die Untertitelspur ein- und ausschalten, der Text läuft synchron mit |
| Alternative für stumme Videos | Drei bis fünf Sätze Fließtext unter dem Video, die denselben Ablauf beschreiben | Wer nur den Text liest, versteht dieselbe Aussage wie beim Sehen des Films |
| Bedienbarkeit ohne Maus | Ein Player mit sichtbarer Bedienleiste, der sich mit der Tastatur erreichen lässt | Mit der Tabulatortaste erreichen Sie Start, Pause und Lautstärke und sehen, wo der Fokus steht |
| Kein Zwang zum Ton | Der Ton startet erst auf Anforderung, und es gibt eine Möglichkeit, ihn anzuhalten | Beim Aufruf der Seite bleibt es still, der Knopf für den Ton ist sichtbar beschriftet |
| Verständlichkeit ohne Ton | Wichtige Angaben stehen als Einblendung im Bild oder im Text neben dem Video | Das Video stumm ansehen und prüfen, ob die Aussage trotzdem ankommt |
Wer die Untertitel gleich mitdenkt, spart sich die Nacharbeit. Ein Sprechertext, der vorher geschrieben wurde, ist die Untertiteldatei fast schon: Zeitmarken ergänzen, Zeilen auf gut lesbare Länge umbrechen, fertig. Welche gesetzlichen Anforderungen für Handwerksbetriebe darüber hinaus greifen und für wen sie überhaupt gelten, ordnet der Beitrag zu den Anforderungen des BFSG ein.
Der Selbststart mit Ton ist der teure Fehler
Die Einbindung: Standbild zuerst, Video danach
Technisch ist die Einbindung unspektakulär, und das ist ihre Stärke: Ein Video-Element im Seitenquelltext, eine MP4-Datei daneben, ein Standbild und eine Untertiteldatei. MP4 ist dabei das Format, auf das sich das Netz geeinigt hat: 68 Prozent der ausgelieferten Videodateien tragen diese Endung (Web Almanac 2024). Für einen Handwerksbetrieb ist damit die Formatfrage beantwortet, bevor sie gestellt wird.
Der folgende Ausschnitt zeigt eine Einbindung, die die bisher genannten Punkte zusammenführt: Bedienleiste sichtbar, Wiedergabe im Seitenfluss statt im Vollbild, kein Vorabladen, Standbild gesetzt, Maße angegeben, Untertitelspur eingebunden und ein Rückfall für den Fall, dass die Wiedergabe nicht möglich ist.
<video
controls
playsinline
preload="none"
poster="/bilder/badumbau-standbild.jpg"
width="1280"
height="720">
<source src="/videos/badumbau.mp4" type="video/mp4">
<track kind="captions" srclang="de" label="Deutsch"
src="/videos/badumbau-untertitel.vtt" default>
<p>Dieses Video kann hier nicht abgespielt werden.
<a href="/videos/badumbau.mp4">Datei herunterladen</a></p>
</video>Drei Details lohnen die Erklärung. playsinline sorgt dafür, dass das Video auf dem Telefon im Seitenfluss läuft und nicht ungefragt in den Vollbildmodus springt. default am track-Element blendet die Untertitel von Anfang an ein, was bei stummem Sehen die Voreinstellung sein sollte. Und der Absatz am Ende ist kein Ziertext: Er erscheint, wenn die Wiedergabe an dieser Stelle nicht funktioniert, und gibt dann wenigstens die Datei heraus.
Standbild als eigenes Bild pflegen
Das poster-Bild wird wie jedes andere Bild behandelt: passende Breite, moderne Bildformate, aussagekräftiger Dateiname. Es ist das Bild, das die meisten Besucher vom Video sehen werden, weil ein Teil von ihnen den Film gar nicht startet.
Untertitel als Datei ablegen
Die WebVTT-Datei liegt neben dem Video im selben Verzeichnis und trägt denselben Namensstamm. So ist bei einem Umzug der Seite sofort erkennbar, welche Untertitel zu welchem Film gehören, und nichts bleibt zurück.
Erst laden, wenn geklickt wird
preload="none" verschiebt die Übertragung auf den Moment, in dem sie gewünscht ist. Auf einer Seite mit drei Videos ist das der Unterschied zwischen einem schnellen Aufbau und einer Seite, die auf dem Telefon spürbar hängt.
Eigene Auslieferung statt Einbettung
Ein Video, das aus dem eigenen Speicherplatz kommt, bringt keine fremden Schriften, Zählpixel oder Einwilligungsfragen mit. Für kurze Betriebsvideos in der hier beschriebenen Länge ist das der einfachere und rechtlich ruhigere Weg.
Wenn Sie diese Punkte an eine Agentur oder an den eigenen Betreuer weitergeben, sind sie in einer halben Stunde umgesetzt. Wie wir Videos, Bilder und Text auf einer Handwerker-Seite zusammenbringen, zeigt die Übersicht zum Webdesign für das Handwerk.
Was gefilmt wird: Formate, die tragen
Das Material für kurze Videos liegt in vielen Betrieben längst vor: Aufnahmen von der Baustelle entstehen ohnehin - für die Dokumentation, für die Abstimmung mit dem Kunden oder einfach, weil ein Arbeitsschritt gut aussah. Der Unterschied liegt weniger im Rohmaterial als in der Auswahl. Auf der eigenen Seite steht ein Video, weil es eine Frage beantwortet, und nicht, weil der Tagesablauf es hergegeben hat - und diese Auswahl lässt sich nur im Betrieb selbst treffen.
Vier Formate haben sich in Projekten als tragfähig erwiesen. Sie unterscheiden sich in der Aufnahme kaum, aber deutlich in der Rolle, die sie auf der Seite spielen.
- Der Ablauf-Clip: kurz, eine Einstellung, ein Arbeitsschritt. Er beantwortet die Frage, wie etwas gemacht wird, und passt auf jede Leistungsseite.
- Der Raum-Schwenk: Ein ruhiger Gang durch den fertigen Raum, ohne Schnitt. Er zeigt Proportionen, die auf Fotos verloren gehen, und wirkt besonders gut bei Bad, Küche und Innenausbau.
- Der Geräusch-Beleg: wenige Sekunden Gerät im Betrieb mit Ton, freiwillig gestartet. Bei Wärmepumpe, Lüftung und Toranlage ist das die Antwort auf die meistgestellte Frage.
- Das Team-Fenster: ein etwas längerer Film auf der Karriere- oder Ausbildungsseite, in dem zwei Leute sagen, wie ein normaler Tag abläuft. Kein Werbetext, sondern ein Eindruck vom Ton im Betrieb.
- Der Vorher-Nachher-Schnitt: Zwei Einstellungen aus derselben Position, hart geschnitten. Er funktioniert stumm und braucht keinen Kommentar.
Bei allen Formaten gilt dieselbe Vorsicht wie bei Fotos: Fremde Wohnungen, Namen und erkennbare Personen brauchen eine Freigabe, bevor etwas online geht. Wie sich Arbeiten zeigen lassen, ohne Kundennamen zu nennen, beschreibt der Beitrag zu Referenzen ohne Kundennamen; wofür sich das Team-Fenster besonders lohnt, steht im Beitrag zur Karriereseite im Handwerk.
Aufnahme im Betrieb: Licht, Ton, Ruhe
Für die hier beschriebenen Längen genügt ein aktuelles Telefon. Die drei Punkte, an denen Aufnahmen aus dem Betrieb üblicherweise scheitern, sind nicht die Kamera, sondern Licht, Ton und Kamerabewegung. Alle drei lassen sich ohne Zusatzgerät verbessern, wenn man sie vor dem Drücken bedenkt statt danach.
Licht: Fenster im Rücken der Kamera, nicht hinter dem Motiv. Ton: möglichst nah an die sprechende Person, Maschinen für die Dauer der Aufnahme aus, und der Hallraum einer leeren Baustelle ist der schwierigste Ort für Sprache. Bewegung: Wer keinen Stabilisator hat, lehnt sich an, hält den Atem an und bewegt sich langsamer, als es sich anfühlt. Ein ruhiges Bild aus der Hand ist besser als ein Schwenk, den man später nicht ansehen kann.
- Querformat aufnehmen, wenn das Video auf der Website laufen soll - Hochformat passt in den Seitenfluss selten sinnvoll hinein.
- Vor der Aufnahme einen Satz aufschreiben, der die Aussage des Videos trägt. Wer den Satz nicht formulieren kann, hat noch kein Thema.
- Zwei Aufnahmen desselben Vorgangs machen: eine Übersicht und eine nahe Einstellung. Der Schnitt zwischen beiden trägt das halbe Video.
- Die Aufnahme mit einigen Sekunden Vorlauf beginnen und einige Sekunden nachlaufen lassen, damit der Schnitt später Luft hat.
- Zur Aufnahme gleich das Standbild fotografieren - das ist später das poster-Bild und dauert nur einen Moment.
Dieselben Griffe verbessern auch die Fotos, die daneben entstehen. Wer beides an einem Termin erledigt, hat ein einheitliches Bild aus einer Baustelle. Unterstützung bei Auswahl, Zuschnitt und Einbindung von Bild- und Videomaterial bieten wir über die Leistung Fotos für die Handwerker-Website an.
Thema festlegen
Eine Frage aussuchen, die Kunden tatsächlich stellen, und in einem Satz aufschreiben, was das Video darauf antwortet. Ohne diesen Satz entsteht Material, das sich später nicht mehr einordnen lässt.
An einem Termin aufnehmen
Auf einer Baustelle, an der ohnehin gearbeitet wird, Übersicht und Detail aufnehmen, dazu das Standbild fotografieren. Der Aufwand bleibt gering, weil ohnehin gearbeitet wird.
Schneiden und beschriften
Kurz schneiden, wichtige Angaben als Einblendung setzen, Untertitel schreiben. Der Sprechertext wird dabei zur Untertiteldatei, nicht umgekehrt.
Einbinden und nachsehen
Standbild, preload und Untertitelspur setzen, danach die Seite auf dem Telefon aufrufen und den Aufbau ansehen. Erst wenn die Seite ohne Video genauso schnell ist wie vorher, ist die Einbindung fertig.
Eine Frage aussuchen, die Kunden tatsächlich stellen, und in einem Satz aufschreiben, was das Video darauf antwortet. Ohne diesen Satz entsteht Material, das sich später nicht mehr einordnen lässt.
Auf einer Baustelle, an der ohnehin gearbeitet wird, Übersicht und Detail aufnehmen, dazu das Standbild fotografieren. Der Aufwand bleibt gering, weil ohnehin gearbeitet wird.
Kurz schneiden, wichtige Angaben als Einblendung setzen, Untertitel schreiben. Der Sprechertext wird dabei zur Untertiteldatei, nicht umgekehrt.
Standbild, preload und Untertitelspur setzen, danach die Seite auf dem Telefon aufrufen und den Aufbau ansehen. Erst wenn die Seite ohne Video genauso schnell ist wie vorher, ist die Einbindung fertig.
Wo das Video steht und was es bringen soll
Der Ort auf der Seite entscheidet über die Wirkung. Auf einer Leistungsseite gehört das Video hinter die Beschreibung der Leistung und vor die Anfragemöglichkeit: Wer bis dorthin gelesen hat, ist interessiert genug, um zu klicken, und findet direkt danach das Formular. Auf einer Projektseite steht es zwischen Vorher-Bild und Nachher-Bild. Auf der Startseite steht es, wenn überhaupt, unterhalb des ersten Bildschirms.
Bewerten lässt sich der Nutzen ohne aufwendige Messtechnik. Interessant sind drei Fragen: Wird der Startknopf überhaupt gedrückt? Steigt der Anteil der Besucher, die von dieser Seite aus eine Anfrage stellen? Und tauchen die Fragen, die das Video beantwortet, im Telefongespräch seltener auf? Die dritte Frage beantwortet in einem Handwerksbetrieb erfahrungsgemäß das Büro am zuverlässigsten - und zwar nach vier bis sechs Wochen, nicht nach drei Tagen.
- Ein Video je Seite genügt. Zwei Filme untereinander teilen die Aufmerksamkeit und verdoppeln das Gewicht der Seite.
- Der Text neben dem Video bleibt vollständig. Er trägt die Aussage für alle, die den Film nicht starten - und das ist regelmäßig die Mehrheit.
- Nach dem Video folgt der nächste Schritt: Anfrageformular, Telefonnummer oder Terminvorschlag, sichtbar ohne weiteres Scrollen.
- Alte Videos werden mit den Bildern zusammen überprüft. Ein Film mit Fahrzeugen im alten Betriebsanstrich datiert die Seite schneller als jede Jahreszahl.
- Ein Video, das in sechs Monaten kaum gestartet wurde, wird ersetzt oder entfernt, nicht gegen die Zahlen verteidigt.
Kurz, still und nützlich ist damit keine Stilfrage, sondern die Zusammenfassung von drei messbaren Anforderungen: eine Länge, die zu Ende gesehen wird, ein Start, der keinen Ton erzwingt, und ein Gewicht, das die Seite nicht ausbremst. Welche Leistungen wir rund um Aufbau, Bild und Video anbieten, steht in der Übersicht unserer Leistungen.
Quellen dieses Beitrags
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