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Gewerke in der Praxis

Website für Tischlereien: das Bild verkauft

Wie die Galerie einer Tischlerei Maßarbeit zeigt statt Katalogware: Material und Oberfläche im Bildtext, Preisspannen für Einbaumöbel, Aufmaß als Verkauf.

15 Min. Lesezeit TischlereiGalerieMaßanfertigungBilderHandwerk

Kurz und einfach erklärt

Dieser Text ist für Tischlereien. Hier entscheidet oft das Bild, ob Kunden anrufen.

Zeigen Sie jedes Projekt als Einheit, mit einem Bild vom Ganzen und einigen Details. Darunter stehen Holz, Oberfläche und Einbau.

Bilder wie aus dem Katalog helfen wenig.

Sie können eine grobe Spanne für den Preis nennen. Sagen Sie dazu, was den Preis bewegt.

Der Termin zum Aufmaß ist der Moment, in dem Sie verkaufen. Wir bauen Ihnen so eine Website zum festen Preis.

In kaum einem Gewerk hängt der Auftrag so sehr am Bild wie in der Tischlerei. Wer eine Heizung braucht, ruft an, weil es kalt bleibt. Wer einen Einbauschrank für die Dachschräge sucht, will erst sehen, was möglich ist — und ob der Betrieb, der ihn bauen soll, so etwas schon einmal gebaut hat. Der Text auf der Website erklärt das Gewerk, das Bild entscheidet, ob jemand die Nummer wählt. Genau hier verschenken viele Tischlereien den Vorsprung, den sie handwerklich längst haben: Die Galerie zeigt zwölf Aufnahmen ohne Reihenfolge, ohne Angabe von Holzart und Oberfläche, ohne einen Hinweis darauf, was daran Maßarbeit war. Dieser Beitrag geht durch, wie eine Projektgalerie aufgebaut wird, die Maßanfertigung sichtbar macht, warum Material und Oberfläche unter jedes Bild gehören, wie sich Preisspannen für Einbaumöbel benennen lassen, ohne sich festzulegen, und warum der Aufmaßtermin der eigentliche Verkaufsmoment ist, auf den die ganze Seite hinarbeiten sollte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Projektgalerie trägt erst, wenn jedes Projekt als Einheit auftritt: eine Gesamtaufnahme, zwei bis drei Detailaufnahmen und eine Zeile, die Holzart, Oberfläche und Einbausituation benennt.
  • 89 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe berichten, dass Kundinnen und Kunden individuelle Angebote erwarten. Eine Galerie aus austauschbaren Möbelbildern bedient diese Erwartung nicht.
  • Holzart, Oberfläche und Griffart gehören als Bildunterschrift unter jedes Projekt. Wer „Eiche massiv, geölt, gefräste Griffleiste“ liest, ordnet sich selbst ein und stellt am Telefon andere Fragen.
  • Preisspannen für Einbaumöbel lassen sich benennen, ohne sich festzulegen: ein Von-bis-Rahmen je Möbeltyp, dazu die drei Faktoren, die ihn bewegen — Maß, Holzart und Beschlagumfang.
  • 87 Prozent (Bitkom 2025) der Betriebe beobachten eine deutlich höhere Preissensibilität. Eine Seite ganz ohne Größenordnung lädt genau die Anfragen ein, die am Aufmaßtermin scheitern.
  • Der Aufmaßtermin ist der Verkaufsmoment, nicht das Formular. Die Website hat die Aufgabe, bis dorthin so viel zu klären, dass der Termin mit Musterstücken beginnt statt mit Grundsatzfragen.

Warum in der Tischlerei das Bild vor dem Text kommt

Wer eine Tischlerei sucht, sucht selten nach einer Leistung, sondern nach einem Ergebnis. Die Dachschräge im Schlafzimmer, die Nische neben dem Kamin, die Küche, die im Grundriss nirgends aufgeht: Das sind keine Katalogpositionen, das sind Situationen. Der Suchende hat dafür kein Vokabular. Er weiß nicht, ob er einen Einbauschrank, ein Schrankmöbel oder eine Vorsatzwand braucht, und er kennt den Unterschied zwischen furniert und massiv nicht zwingend. Was er kann, ist erkennen: Auf einem Bild sieht er in zwei Sekunden, ob seine eigene Situation dabei ist. Deshalb beginnt die Entscheidung in der Tischlerei nicht in der Leistungsbeschreibung, sondern in der Galerie — und alles, was danach an Text kommt, bestätigt oder widerlegt nur den ersten Eindruck.

Die eigene Website ist dabei längst kein Unterscheidungsmerkmal mehr. 94 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe nutzen eine eigene Website. Wer eine hat, hebt sich damit nicht ab; der Unterschied entsteht eine Ebene tiefer, nämlich in dem, was dort zu sehen ist. Zwei Tischlereien im selben Landkreis können beide eine ordentliche Seite haben und trotzdem völlig verschieden wirken: Die eine zeigt acht Aufnahmen ohne Zusammenhang, die andere sechs Projekte mit Holzart, Oberfläche und Einbausituation. Die zweite bekommt Anfragen, in denen bereits steht, worum es geht. Die erste bekommt Anrufe, die bei null anfangen.

Dazu kommt, dass die Ansprüche gestiegen sind. 74 Prozent (Bitkom 2025) der Betriebe stellen fest, dass Kundinnen und Kunden kritischer geworden sind. Sie vergleichen mehrere Betriebe, bevor sie einen anrufen, und sie tun das abends auf dem Telefon. In diesem Vergleich gewinnt nicht die schönste Seite, sondern die aussagekräftigste. Wie ein solcher Aufbau für dieses Gewerk aussieht, zeigt der Layoutentwurf für Tischlereien; Entwürfe für weitere Gewerke stehen unter Design-Beispiele.

Was ein Besucher in den ersten Sekunden beantwortet haben will

Drei Fragen entscheiden, ob jemand weiterliest. Baut dieser Betrieb so etwas wie das, was ich vorhabe? Sieht die Arbeit nach Maßanfertigung aus oder nach zusammengekaufter Ware? Und liegt der Betrieb nah genug, dass eine Anfahrt sich rechnet? Alle drei lassen sich mit Bildern und drei Zeilen Text beantworten, ohne dass jemand eine Leistungsbeschreibung liest.

Katalogware oder Maßanfertigung: was das Bild verrät

Der wichtigste Unterschied im Tischlerbild ist nicht die Bildqualität, sondern der Bildausschnitt. Eine frontal fotografierte Küchenzeile vor weißer Wand sieht aus wie jede Küchenzeile; sie könnte aus einem Prospekt stammen, und genau so wirkt sie. Dieselbe Küche, aufgenommen so, dass die Schräge über der Arbeitsplatte, der Versprung an der Fensterlaibung und der auf Gehrung gearbeitete Anschluss an die Wand mit im Bild sind, erzählt eine andere Geschichte: Hier hat jemand gemessen, gerechnet und angepasst. Maßarbeit erkennt man an den Stellen, an denen Serienmöbel scheitern.

89 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe berichten, dass Kundinnen und Kunden individuelle Angebote erwarten. In der Tischlerei ist diese Erwartung nicht abstrakt, sondern sehr konkret: Wer eine Tischlerei beauftragt, statt im Möbelhaus zu kaufen, bezahlt genau für die Abweichung von der Norm. Zeigt die Galerie diese Abweichung nicht, muss der Betrieb sie im Gespräch erklären — und konkurriert bis dahin mit dem Preisniveau von Serienware. Das Bild ist damit kein Schmuck, sondern das Argument, das den Preisunterschied trägt.

MotivWirkt wie KatalogwareZeigt Maßarbeit
EinbauschrankFront frontal, gerade Wand, freigestelltAnschluss an Dachschräge und Fußleiste im Bild
KücheGesamtaufnahme aus der ZimmermitteEckausbildung, Versprung, Gehrung am Fenster
TreppeAnsicht von unten, sauber, aber austauschbarAntritt, Wandanschluss, Übergang zum Handlauf
InnentürGeschlossene Tür in weißer WandZargenanschluss an die Altbauwand mit Ausgleich
WaschtischmöbelMöbel allein vor neutralem HintergrundAusschnitt für das Becken, Leitungsführung, Fugenbild
LadeneinrichtungWeitwinkel des ganzen RaumsDetail von Kante, Beschlag und Verbindung

Die Projektgalerie: ein Projekt ist eine Einheit

Die häufigste Schwäche einer Tischlereigalerie ist nicht zu wenig Material, sondern zu wenig Ordnung. Vierzig Aufnahmen in einem endlosen Raster sind kein Portfolio, sondern ein Archiv. Wer sie durchklickt, sieht nach dem zwölften Bild nichts mehr, weil ihm die Zuordnung fehlt: Gehören diese drei Aufnahmen zu einem Auftrag oder zu drei verschiedenen? Eine Galerie wird in dem Moment lesbar, in dem sie in Projekte gegliedert ist. Das Projekt ist die Einheit, in der der Kunde denkt, nicht das Einzelbild.

Ein Projekt besteht aus einer Aufmacheraufnahme, zwei bis drei Detailaufnahmen und einer kurzen Beschreibung. Die Aufmacheraufnahme steht in der Übersicht, die Details erscheinen erst, wenn jemand das Projekt öffnet. Das hält die Übersicht ruhig und macht den Klick lohnend. Eine überschaubare Zahl von Projekten reicht für eine überzeugende Galerie in der Regel aus (Projekterfahrung); mehr verwässert eher, als dass es beeindruckt, solange nicht jedes Projekt eine eigene Aussage hat.

Wichtig ist außerdem die Sortierung, und zwar nicht chronologisch, sondern nach Möbeltyp: Einbauschränke, Küchen, Treppen, Innentüren, Objektausbau. Wer eine Ankleide sucht, will nicht durch drei Ladenbauprojekte scrollen. Eine Filterleiste über der Galerie mit wenigen Kategorien genügt; mehr Filter erzeugen leere Ergebnisse und wirken schlechter als gar keine. Wie sich brauchbare Aufnahmen mit dem Telefon machen lassen, steht im Beitrag über Fotos für die Handwerker-Website.

Aufmacheraufnahme

Ein Bild je Projekt, das die Situation zeigt: das Möbel im Raum, mit Anschluss an Wand, Decke oder Schräge. Es steht allein in der Übersicht und muss ohne Beschriftung funktionieren.

Detailaufnahmen

Zwei bis drei Ausschnitte von Kante, Beschlag, Verbindung oder Oberfläche. Sie beantworten die Frage nach der Ausführungsqualität, die eine Gesamtansicht nie beantworten kann.

Einbausituation

Der Punkt, an dem das Möbel auf den Bestand trifft: Fußleiste, Deckenübergang, schiefe Wand. Diese Aufnahme unterscheidet Maßarbeit von gekauftem Möbel.

Materialzeile

Holzart, Aufbau, Oberfläche und Griffart in einem Satz unter dem Bild. Nüchtern formuliert, ohne Werbesprache und ohne Herstellernamen von Beschlägen oder Lacken.

Möbeltyp als Filter

Wenige Kategorien über der Galerie, die den Möbeltypen entsprechen. Sie ersetzen das Scrollen durch eine Auswahl und führen zur passenden Leistungsseite.

Preisrahmen am Projekt

Ein Hinweis auf die Größenordnung des jeweiligen Möbeltyps, verbunden mit dem Satz, dass der verbindliche Preis erst nach dem Aufmaß entsteht.

Material und Oberfläche gehören unter jedes Bild

Eine Bildunterschrift in der Tischlerei ist kein Bildtitel, sondern eine Materialangabe. „Einbauschrank Diele“ sagt nichts. „Einbauschrank in der Diele, Eiche massiv, geölt, gefräste Griffleiste, Höhenausgleich zur Altbaudecke“ sagt fast alles: Holzart, Oberfläche, Griffkonzept und die bauliche Besonderheit. Wer das liest, kann sich einordnen. Er weiß, ob er bei diesem Betrieb richtig ist, bevor er den Hörer in die Hand nimmt, und er stellt am Telefon andere Fragen als jemand, der nur ein Bild gesehen hat.

Der zweite Grund für die Materialangabe ist die Suche. Wer nach „Einbauschrank Eiche geölt Dachschräge“ sucht, sucht nach Wörtern, die auf den meisten Tischlereiseiten nirgends stehen, weil dort ausschließlich Bilder liegen. Bildunterschriften sind die einzige Stelle, an der dieses Vokabular natürlich auftaucht, ohne dass ein Text bemüht wirkt. Sie tragen damit doppelt: für den Menschen als Einordnung, für die Suche als Inhalt. Was auf einer solchen Seite sonst noch zusammenkommt, steht im Überblick zur Website für Handwerksbetriebe.

Halten Sie die Angaben nüchtern. Keine Werbesprache, keine Adjektive, keine Herstellernamen von Beschlägen, Platten oder Lacken. Holzart, Aufbau, Oberfläche, Besonderheit — in dieser Reihenfolge, in einem kurzen Satz. Wer bei einem Projekt keine belastbare Angabe mehr rekonstruieren kann, weil es zehn Jahre zurückliegt, lässt das Projekt lieber weg, als eine Angabe zu erfinden. Eine falsche Holzart in der Bildunterschrift fällt spätestens beim Aufmaßtermin auf und kostet mehr Vertrauen, als das Bild vorher eingebracht hat.

  • Holzart und Aufbau benennen: Eiche massiv, Nussbaum furniert, Esche mehrschichtig verleimt
  • Oberfläche angeben: geölt, gewachst, lackiert, gebeizt, gebürstet
  • Griff- und Öffnungsart nennen: gefräste Griffleiste, Griffmulde, Druckbeschlag
  • Die bauliche Besonderheit dazuschreiben: Dachschräge, Versprung, Höhenausgleich, Rundung
  • Raum und Nutzung ergänzen: Diele, Ankleide, Praxisempfang, Ladentheke
  • Keine Herstellernamen für Beschläge, Platten oder Lacke verwenden
  • Keine Angabe erfinden, die sich nicht mehr belastbar rekonstruieren lässt

Wie viele Bilder ein Projekt trägt

Einige Aufnahmen je Projekt sind ein guter Richtwert (Projekterfahrung): eine Gesamtaufnahme, mehrere Details, eine Aufnahme der Einbausituation und, wenn vorhanden, ein Vorher-Bild. Weniger wirkt dünn, mehr ermüdet. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern dass jede Aufnahme eine andere Frage beantwortet. Zwei Bilder derselben Front aus zwei Metern Abstand beantworten dieselbe Frage zweimal und zählen deshalb als eines.

Das Vorher-Bild ist in der Tischlerei unterschätzt. Die leere Nische, die schiefe Wand, die ungenutzte Dachschräge: Erst im Vergleich wird sichtbar, was die Maßarbeit geleistet hat. Wichtig ist, dass beide Aufnahmen vom selben Standpunkt aus entstanden sind, sonst wirkt der Vergleich konstruiert. Ein Vorher-Bild vom Telefon genügt dafür vollkommen; es muss nicht schön sein, es muss dieselbe Stelle zeigen.

Die eine Aufnahme, die fast immer fehlt

In fast jeder Tischlereigalerie fehlt das Bild der Einbausituation: der Punkt, an dem das Möbel auf den Bestand trifft. Wandanschluss, Fußleiste, Deckenübergang, Leitungsauslass. Genau dort entscheidet sich, ob jemand Maßarbeit sieht oder ein Möbelstück, das auch gekauft sein könnte. Diese eine Aufnahme kostet dreißig Sekunden auf der Baustelle und trägt in der Galerie mehr als jede weitere Gesamtansicht.

Ein Möbel im leeren Raum ist ein Produkt. Dasselbe Möbel am Anschluss zur schiefen Altbauwand ist ein Nachweis.

Leitgedanke für Projektaufnahmen in der Tischlerei

Preisspannen für Einbaumöbel benennen, ohne sich festzulegen

Die Frage nach dem Preis kommt in der Tischlerei früher als in fast jedem anderen Gewerk, weil die Spanne so groß ist. Ein Einbauschrank kann in einer Größenordnung liegen, die ein Vielfaches einer anderen beträgt, je nach Maß, Holzart, Beschlagumfang und Einbausituation. Wer dazu auf der Website gar nichts sagt, bekommt Anfragen aus dem gesamten Spektrum und verbringt Aufmaßtermine bei Interessenten, deren Vorstellung um ein Mehrfaches danebenliegt.

87 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe beobachten eine deutlich höhere Preissensibilität. Das spricht nicht dagegen, Größenordnungen zu nennen, sondern dafür. Eine Preisspanne mit klarer Bedingung ist kein Angebot und bindet nicht, sie ist eine Einordnungshilfe. Wer sie liest und weiterklickt, hat sich selbst qualifiziert. Wer sie liest und abspringt, hätte den Termin in der Regel ohnehin nicht zu einem Auftrag gemacht. Beides spart Zeit, und zwar auf beiden Seiten.

Die Form ist entscheidend: ein Von-bis-Rahmen je Möbeltyp, dazu die drei Faktoren, die ihn bewegen. Also etwa: Einbauschränke bewegen sich üblicherweise in einem bestimmten Rahmen, abhängig von Breite und Höhe, von der Holzart und davon, ob Schubkästen, Auszüge oder nur Fachböden verbaut werden. Kein Festpreis, keine Zusage, keine Frist. Dazu ein Satz, der klarstellt, dass der verbindliche Preis erst nach dem Aufmaß entsteht. Wie eine solche Darstellung aussehen kann, zeigt unsere eigene Preisübersicht.

Was eine Preisangabe nicht sein darf

Eine Spanne auf der Website ist eine Orientierung, kein Angebot. Formulieren Sie das ausdrücklich: Bezugsgröße, Stand der Angabe und der Hinweis, dass der verbindliche Preis nach dem Aufmaß entsteht. Verzichten Sie auf Zusagen zu Lieferzeiten oder Festpreisen ohne Grundlage. Im Zweifel gehört die Preisdarstellung vor der Veröffentlichung fachlich geprüft.
Angabe auf der SeiteWirkung beim InteressentenFolge für den Betrieb
Keine PreisangabeVermutung eines Höchstpreises oder sofortiger AnrufViele Termine ohne Passung
Ab-Preis ohne BedingungWird als Obergrenze gelesen, nicht als UntergrenzeDiskussion am Aufmaßtermin
Von-bis-Rahmen je MöbeltypOrdnet die eigene Vorstellung einAnfragen liegen näher an der Realität
Meter- oder QuadratmeterpreisWird auf das eigene Maß hochgerechnetErwartung entsteht ohne Aufmaß
Spanne plus drei PreisfaktorenErklärt, warum die Spanne breit istGespräch beginnt beim Umfang, nicht beim Preis
Spanne plus Hinweis auf AufmaßMacht den Termin zum nächsten SchrittTerminvereinbarung statt Preisverhandlung

Der Aufmaßtermin ist der eigentliche Verkaufsmoment

Kein Formular und kein Text verkauft ein Einbaumöbel. Verkauft wird beim Aufmaß, weil dort zum ersten Mal über die konkrete Wand, den konkreten Grundriss und das konkrete Material gesprochen wird. Alles, was die Website davor leistet, hat nur ein Ziel: dass dieser Termin zustande kommt und dass er nicht mit Grundsatzfragen beginnt. Eine Galerie mit Materialangaben und eine ehrliche Preisspanne erledigen genau das, bevor jemand ins Auto steigt.

Deshalb sollte die Seite den Aufmaßtermin auch beim Namen nennen, statt „Kontakt“ oder „Anfrage“ darüberzuschreiben. „Aufmaß vor Ort vereinbaren“ beschreibt eine Handlung, die der Interessent versteht und die für ihn folgenlos ist. Ergänzen Sie in einem Satz, was dabei passiert, wie lange es dauert und ob es etwas kostet. Wer weiß, dass jemand mit Musterstücken und Zollstock vorbeikommt und danach ein Angebot folgt, sagt eher zu als jemand, der ein leeres Kontaktformular vor sich hat.

Der Interessent findet ein Projekt, das seiner Situation ähnelt, und liest in der Bildunterschrift Holzart, Oberfläche und Einbausituation. Damit hat er ein Vokabular, das er vorher nicht hatte, und eine Vorstellung davon, was möglich ist.

Was die Galerie technisch leisten muss

Eine Bildgalerie ist die schwerste Seite einer Tischlereiwebsite und wird fast immer auf dem Telefon geöffnet. Liegen dort unbearbeitete Aufnahmen direkt aus der Kamera, dauert der Aufbau spürbar, und ein Teil der Besucher ist weg, bevor das erste Bild steht. Ein Ladezeitziel unter 2,5 Sekunden für den größten sichtbaren Inhalt ist erreichbar, verlangt aber, dass jedes Bild in mehreren Größen ausgeliefert wird und der Browser die passende auswählt.

Ebenso wichtig ist die Bedienbarkeit. Bilder müssen sich vergrößern lassen, ohne dass ein Fenster aufgeht, das sich nicht mehr schließen lässt. Wischen soll funktionieren, aber nicht die einzige Möglichkeit sein. Und jede Aufnahme braucht einen Alternativtext, der beschreibt, was zu sehen ist: nicht „Bild 3“, sondern „Einbauschrank an der Dachschräge, Eiche geölt“. Das hilft der Suche, der Sprachausgabe und dem Fall, dass ein Bild einmal nicht lädt.

  • Jedes Bild in mehreren Breiten ausliefern und die Auswahl dem Browser überlassen
  • Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs erst laden, wenn sie gebraucht werden
  • Feste Breiten- und Höhenangaben setzen, damit die Seite beim Laden nicht springt
  • Vergrößerung mit sichtbarem Schließen, Tastaturbedienung und Rücksprung an die richtige Stelle
  • Alternativtexte, die das Möbel und die Situation beschreiben statt durchzunummerieren
  • Sprechende Dateinamen verwenden: einbauschrank-dachschraege-eiche statt einer Kameranummer

Bildrechte und Pflichten rund um Projektaufnahmen

Aufnahmen aus Privatwohnungen sind heikler als Aufnahmen von einer Baustelle. Wer in einer fremden Wohnung fotografiert und die Bilder veröffentlicht, braucht dafür die Erlaubnis der Auftraggeber, am besten schriftlich, kurz und im Auftrag oder in der Auftragsbestätigung mitgeregelt. Sichtbare Personen, Familienfotos an der Wand, Namensschilder und Hausnummern gehören entweder aus dem Bildausschnitt oder unkenntlich gemacht. Die Erlaubnis muss widerrufbar sein; halten Sie fest, wer die Bilder in diesem Fall entfernt und in welchem Zeitraum.

Beim Thema Barrierefreiheit lohnt der Blick ins Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Kleinstunternehmen im Sinne des Gesetzes — weniger als zehn Personen, höchstens 2 Millionen Euro (BFSG) Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme — sind bei Dienstleistungen von der Barrierefreiheitspflicht ausgenommen. Das ist allerdings kein Freibrief für eine Galerie, die sich mit der Tastatur nicht bedienen lässt, und es befreit nicht von Impressum und Datenschutzerklärung. Für den Einzelfall bleibt die Prüfung Sache einer fachkundigen Beratung.

Die Freigabe gehört in den Auftrag

Ein kurzer Absatz in der Auftragsbestätigung erspart später das Nachtelefonieren: Der Betrieb darf Aufnahmen des fertigen Möbels ohne Personen und ohne Adressangabe auf der eigenen Website und in eigenen Verzeichnissen zeigen, und die Freigabe ist jederzeit formlos widerrufbar. Wer diesen Absatz einmal formuliert, hat ihn für jeden weiteren Auftrag.

Vom Bild zur Anfrage: der Weg über die Seite

Eine Galerie ohne Ausgang ist eine Sackgasse. Ans Ende jedes Projekts gehören ein Satz und eine Schaltfläche: So etwas für Ihre Räume? Aufmaß vor Ort vereinbaren. Nicht erst am Seitenende, sondern direkt unter dem Projekt, das den Interessenten überzeugt hat. Der Weg von der Begeisterung zur Handlung ist kurz, und er schließt sich schnell wieder, wenn stattdessen erst gescrollt werden muss.

Ebenso hilfreich ist ein Querverweis von jedem Projekt zur passenden Leistungsseite und umgekehrt. Wer auf der Seite zu Einbauschränken landet, sollte dort drei Projekte sehen. Wer ein Einbauschrankprojekt öffnet, sollte von dort zur Leistungsseite kommen. Diese Verknüpfung kostet nichts außer etwas Sorgfalt beim Aufbau und hält Besucher in dem Bereich der Seite, der für sie überhaupt relevant ist.

Der Anrufweg gehört sichtbar dazu. Ein Teil der Interessenten will nach dem dritten Bild einfach anrufen, und zwar sofort, aus dem Telefon heraus. Eine tippbare Rufnummer im Kopfbereich und am Ende jedes Projekts wirkt dabei mehr als jedes zusätzliche Formularfeld, vorausgesetzt, jemand geht ran oder es steht klar dabei, in welchem Zeitraum zurückgerufen wird.

Aufwand, Preis und Ablauf

Der größte Aufwand einer Tischlereiwebsite liegt nicht im Bau, sondern im Bildmaterial. Sechs bis zehn Projekte mit je fünf Aufnahmen und einer Materialzeile sind ein überschaubares, aber echtes Stück Arbeit, meist verteilt über einige Wochen, weil die Aufnahmen bei laufenden Aufträgen entstehen. Wer alte Bilder hat, sortiert und ergänzt; wer keine hat, plant die nächsten drei Montagen als Aufnahmetermine mit ein.

Die Website selbst entsteht bei uns zum Festpreis ab 1.490 Euro netto, der Relaunch einer bestehenden Seite ab 2.900 Euro netto. Die laufende Website-Betreuung liegt bei 49 Euro pro Monat und Hosting in Deutschland bei 15 Euro pro Monat, lokale Sichtbarkeit ab 290 Euro pro Monat, SEO-Betreuung ab 490 Euro pro Monat — jeweils monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Was zur laufenden Pflege einer Galerie gehört, steht unter Wartung und Pflege.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Bitkom, Digitalisierung des Handwerks — Bitkom-Studie 2025, sowie dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (§ 2 Nummer 17 und § 3 Absatz 3) und eigener Projekterfahrung aus Website-Projekten für Tischlereien und andere Handwerksbetriebe in Niedersachsen. Der Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung; Fragen zu Bildrechten, Preisangaben und Barrierefreiheit sollten im Einzelfall fachlich geprüft werden.

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