Kurz und einfach erklärt
Gute Fotos für Ihre Website können Sie mit dem Handy machen. Dieser Text zeigt, wie das geht.
Nutzen Sie weiches Licht am Morgen oder am späten Tag. Die Sonne am Mittag macht harte Schatten.
Räumen Sie vor dem Foto kurz auf. Nehmen Sie jedes Bild quer und hochkant auf.
Für Vorher und Nachher stehen Sie beide Male an der gleichen Stelle.
Wer auf dem Bild ist, muss zustimmen. Machen Sie Kennzeichen und Hausnummern unkenntlich. Wir bauen Ihre Fotos sauber in die Website ein.
Auf vielen Handwerker-Websites steht ordentlicher Text neben schwachen Bildern. Der Betrieb arbeitet sauber, die Referenzen sind echt, und trotzdem wirkt die Seite wie ein vergilbter Aushang: ein dunkler Werkstattflur, ein Gruppenbild vor dem Transporter, auf dem alle in die Sonne blinzeln, dazu drei Aufnahmen, bei denen man raten muss, was gemeint ist. Dabei liegt das Werkzeug für brauchbare Bilder in jeder Hosentasche. Dieser Beitrag beschreibt Schritt für Schritt, wie mit dem Telefon Aufnahmen entstehen, die eine Website tragen: welche Uhrzeit das Licht liefert, was vor dem Auslösen aus dem Bild verschwindet, warum jedes Motiv zweimal aufgenommen wird, wie ein Vorher-Nachher entsteht, das den Namen verdient — und welche rechtlichen Fragen mitlaufen, von der Einwilligung der Mitarbeiter bis zum Kennzeichen im Hintergrund.
Das Wichtigste in Kürze
- Tageslicht ist die einzige Ausrüstung, die zählt: Die erste Stunde nach Arbeitsbeginn und die letzten zwei Stunden vor Feierabend liefern weiches Licht, die Mittagssonne erzeugt harte Schatten und ausgebrannte helle Flächen.
- Zwei Minuten Aufräumen verändern ein Betriebsfoto stärker als jede spätere Bearbeitung: Kaffeebecher, Verpackungsmüll, offene Kabeltrommel und der fremde Transporter im Hintergrund gehören vor dem Auslösen aus dem Bild.
- Jedes Motiv wird zweimal aufgenommen, einmal quer und einmal hochkant. Querformat trägt breite Bildstreifen und Kopfbereiche, Hochformat funktioniert am Telefon und in Galerien. Nachträglich lässt sich das eine nicht aus dem anderen erzeugen.
- Ein Vorher-Nachher zählt nur, wenn beide Aufnahmen vom selben Standpunkt, mit demselben Bildausschnitt und bei ähnlichem Licht entstehen. Der Standpunkt wird mit Kreide oder einem Klebeband auf dem Boden markiert, das kostet zehn Sekunden.
- Menschen im Bild brauchen eine dokumentierte, freiwillige und widerrufliche Einwilligung. Kennzeichen, Klingelschilder und Hausnummern werden unkenntlich gemacht, fremdes Eigentum wird nur mit Zustimmung des Eigentümers gezeigt.
Warum Bilder auf einer Handwerker-Website mehr Arbeit leisten als Text
94 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe nutzen eine eigene Website. Die Website allein ist damit kein Unterscheidungsmerkmal mehr, sondern die Grundausstattung. Was einen Betrieb von den drei anderen unterscheidet, die im selben Ort dasselbe Gewerk anbieten, entscheidet sich in den ersten Sekunden — und in diesen Sekunden liest niemand. Da wird geschaut. Bilder beantworten schneller als jeder Absatz, ob hier sauber gearbeitet wird, ob die Baustelle aufgeräumt hinterlassen wird und ob die Arbeiten überhaupt zu dem passen, was gerade ansteht.
Dazu kommt eine Veränderung auf der Kundenseite: 74 Prozent (Bitkom 2025) der befragten Betriebe stellen fest, dass Kundinnen und Kunden kritischer geworden sind. Kritischer heißt vergleichender. Wer drei Websites nebeneinander offen hat, entscheidet nicht nach der ausführlicheren Leistungsbeschreibung, sondern nach dem Eindruck, den die Bilder hinterlassen. Ein Betrieb mit zwölf ehrlichen, gut belichteten Aufnahmen von echten Baustellen wirkt greifbarer als einer mit vier gekauften Motiven, auf denen fremde Menschen in makelloser Arbeitskleidung in eine Kamera lächeln.
Gekaufte Bilder haben noch einen zweiten Nachteil: Sie zeigen nicht Ihre Arbeit. Der Besucher sieht eine Küche, die in Ihrer Region so niemand gebaut hat, ein Dach, das mit den hier üblichen Ziegeln nichts zu tun hat, oder eine Elektroverteilung, die aus einem anderen Land stammt. Menschen, die selbst vom Fach sind, erkennen das sofort; alle anderen spüren es. Eigene Bilder sind deshalb keine Frage des Budgets, sondern eine Frage von zwei Minuten pro Baustelle. Wie diese Bilder auf der Seite später eingesetzt werden, ist Thema von Fotos für die Handwerker-Website.
Ein Bild ohne Bildunterschrift ist ein halbes Bild
Licht: die einzige Ausrüstung, die zählt
Die Kamera in einem Telefon der letzten Jahre ist besser, als die meisten Betriebsfotos vermuten lassen. Was sie nicht kann, ist fehlendes Licht erfinden. Fast jedes schlechte Betriebsfoto ist ein Lichtproblem: Mittagssonne, die harte Schatten über die halbe Fassade legt, eine Werkstatt, in der nur die Leuchtstoffröhre an der Decke brennt, oder ein Innenraum, in dem gegen das Fenster fotografiert wird, sodass der Raum absäuft und das Fenster weiß ausbrennt. Kein Bearbeitungsschritt holt das zurück.
Die brauchbaren Zeitfenster liegen früh und spät. In der ersten Stunde nach Arbeitsbeginn und in den letzten zwei Stunden vor Feierabend steht die Sonne tief, das Licht ist weich und die Schatten sind lang statt hart. Der zweite gute Fall ist der bedeckte Himmel: Eine gleichmäßig graue Wolkendecke ist die größte Softbox, die es gibt, und sie kostet nichts. Ausgerechnet der strahlende Sommermittag, an dem die meisten Baustellenfotos entstehen, ist die schlechteste Zeit des Tages.
Im Innenraum gilt eine einzige Regel: Das Licht kommt von hinten oder von der Seite, nie von vorn. Stellen Sie sich so, dass das Fenster hinter Ihnen liegt und den Raum füllt. Schalten Sie gemischtes Kunstlicht möglichst aus, weil warme Deckenlampen und kaltes Tageslicht zusammen einen Farbstich erzeugen, den niemand hinterher geradebiegt. In einer Werkstatt ohne Fenster hilft ein geöffnetes Tor mehr als jede Lampe. Ein Baustrahler, seitlich gestellt und gegen die Decke gerichtet, ist die einzige Zusatzausrüstung, die sich für Betriebsfotos wirklich lohnt.
- Erste Stunde nach Arbeitsbeginn: weiches Licht, lange Schatten, ruhige Baustelle vor dem Anlieferverkehr.
- Bedeckter Himmel: gleichmäßige Ausleuchtung ohne harte Kanten, ideal für Fassaden, Dächer und Außenanlagen.
- Letzte zwei Stunden vor Feierabend: warmes Licht, gutes Zeitfenster für das fertige Ergebnis nach der Endreinigung.
- Mittags zwischen elf und fünfzehn Uhr bei klarem Himmel: harte Schatten, ausgebrannte helle Flächen, tiefschwarze Ecken.
- Innenräume gegen das Fenster: Raum zu dunkel, Fenster überstrahlt, Farbstich durch gemischtes Licht.
- Abends mit Blitz aus kurzer Distanz: flache Ausleuchtung, harter Schlagschatten hinter dem Motiv, gelbe Wände.
Zwei Minuten aufräumen wirken stärker als jede Bearbeitung
Der zweitgrößte Hebel nach dem Licht kostet nichts und dauert zwei Minuten: Bevor Sie auslösen, gehen Sie den Bildausschnitt einmal mit dem Auge ab und räumen alles weg, was nicht zur Arbeit gehört. Kaffeebecher auf der Fensterbank, die Folie vom Verpackungsmaterial, der offen liegende Werkzeugkoffer, das Handy auf der Werkbank, die Getränkekiste in der Ecke. Auf der Baustelle sind diese Dinge normal. Auf einem Bild, das monatelang auf Ihrer Website steht, sind sie das Erste, was auffällt.
Dazu gehört auch der Hintergrund, den man beim Arbeiten ausblendet: der Transporter eines anderen Betriebs mit lesbarer Beschriftung, ein Werbeschild an der Nachbarfassade, der überquellende Container, das Kabel, das quer durchs Bild hängt. Ein Schritt nach links, ein halber Meter tiefer oder eine Drehung um dreißig Grad lösen die meisten dieser Probleme, ohne dass irgendetwas bewegt werden muss. Diese Bewegung des Fotografen ist der eigentliche Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einem brauchbaren Bild.
Verpackung und Abfall
Folien, Kartonagen, Bauschutt, Leerpaletten. Was zur Entsorgung gehört, gehört nicht ins Bild. Ein sauberer Arbeitsplatz im Foto sagt mehr über den Betrieb aus als jeder Satz über Sorgfalt.
Persönliche Gegenstände
Kaffeebecher, Brotdose, Jacke über dem Stuhl, private Telefone. Sie erzählen eine Pause, während das Bild Arbeit zeigen soll, und lenken den Blick zuverlässig von der eigentlichen Leistung ab.
Fremde Beschriftung
Transporter, Container und Schilder anderer Betriebe mit lesbarem Namen. Ein Standortwechsel um wenige Schritte löst das in der Regel, ohne dass etwas verschoben werden muss.
Kabel und Schläuche
Verlängerungen quer durch das Bild, Druckluftschläuche über der Schwelle, Kabeltrommeln in der Bildmitte. Zusammenlegen oder aus dem Ausschnitt ziehen, bevor die Aufnahme entsteht.
Unbeteiligte Personen
Passanten, Bewohner, Mitarbeiter fremder Gewerke im Hintergrund. Kurz warten oder den Ausschnitt ändern spart die Frage nach der Einwilligung und damit späteren Aufwand.
Blick auf Privates
Offene Schränke, Familienfotos, Unterlagen auf dem Tisch, Wäscheständer. In bewohnten Räumen entsteht der halbe Ärger an dieser Stelle, und er ist mit einer Tür oder einem Tuch erledigt.
Immer zweimal: einmal quer, einmal hochkant
Die häufigste vermeidbare Enttäuschung entsteht Wochen später am Schreibtisch: Das Bild ist gut, aber es passt nicht dorthin, wo es gebraucht wird. Ein hochkantes Foto lässt sich nicht in einen breiten Kopfbereich zwingen, ohne dass Kopf und Füße verschwinden; ein Querformat wird auf dem Telefon zu einem schmalen Streifen, in dem man nichts mehr erkennt. Aus einem Format das andere zu erzeugen, geht nur über den Beschnitt, und Beschnitt kostet immer den Teil des Bildes, den man am dringendsten braucht.
Die Lösung ist so simpel wie unbeliebt: Jedes Motiv wird zweimal aufgenommen. Einmal quer, einmal hochkant, vom selben Standpunkt, unmittelbar nacheinander. Das kostet drei Sekunden und einen halben Handgriff, und es verdoppelt den Nutzen jeder Aufnahme. Wer sich das angewöhnt, hat nach einem halben Jahr einen Bildbestand, aus dem sich sowohl Kopfbereiche als auch Galerien und Referenzkacheln bedienen lassen, ohne dass jemand noch einmal auf die Baustelle fährt. Wie dieselben Bilder in verschiedenen Bereichen einer Seite wirken, zeigen die Gestaltungsbeispiele im Webdesign für Handwerksbetriebe.
| Format | Wo es getragen wird | Was ohne dieses Format fehlt |
|---|---|---|
| Querformat 16 zu 9 | Kopfbereich, breite Bildstreifen zwischen Abschnitten, Vorschaubilder in Listen | Der Kopfbereich muss aus einem Hochformat beschnitten werden und verliert die Bildmitte |
| Hochformat 4 zu 5 | Galerie am Telefon, Referenzkacheln, Vorher-Nachher-Paare nebeneinander | Auf dem Telefon bleibt vom Querformat ein schmaler Streifen ohne erkennbares Detail |
| Quadrat 1 zu 1 | Teamkacheln, Leistungsübersichten, Verzeichniseinträge | Aus dem Querformat wird beidseitig beschnitten, aus dem Hochformat oben und unten |
| Detailaufnahme nah | Materialqualität, Verarbeitung, Anschlüsse, Nahtbilder | Die Seite zeigt nur Übersichten, und die eigentliche Handwerksleistung bleibt unsichtbar |
Drei Aufnahmen je Motiv sind das brauchbare Minimum
Vorher und Nachher vom selben Standpunkt
Das Vorher-Nachher ist die stärkste Bildform im Handwerk, weil es die Leistung zeigt statt sie zu behaupten. Es ist zugleich die Bildform, die am häufigsten misslingt — und zwar fast immer aus demselben Grund: Die beiden Aufnahmen entstehen von verschiedenen Standpunkten. Das Vorher-Bild wird vom Eingang aus mit dem Telefon nebenbei gemacht, das Nachher-Bild vier Wochen später aus der gegenüberliegenden Ecke, weil dort das Licht besser ist. Wer die beiden Bilder dann nebeneinanderlegt, vergleicht zwei verschiedene Räume.
Der Vergleich funktioniert nur, wenn vier Dinge gleich bleiben: der Standpunkt, die Höhe der Kamera, der Bildausschnitt und ungefähr die Tageszeit. Standpunkt und Höhe sind das Entscheidende. Markieren Sie die Stelle, an der Sie stehen, mit einem Kreidekreuz auf dem Boden oder einem Streifen Klebeband, notieren Sie die ungefähre Höhe — Brusthöhe, Augenhöhe, Hüfthöhe — und machen Sie vom Vorher-Bild einen Bildschirmabzug, den Sie beim Nachher-Termin danebenhalten. Diese drei Handgriffe kosten zusammen unter einer Minute.
Ein zweiter Fehler ist ebenso verbreitet: Das Vorher-Bild wird vergessen. Wer am ersten Tag mit dem Aufmaß beschäftigt ist, denkt nicht an Fotos, und nach dem Ausräumen ist der Zustand unwiederbringlich weg. Deshalb gehört die Vorher-Aufnahme in den Ablauf, nicht in die gute Absicht: Sie entsteht beim Aufmaßtermin, bevor irgendetwas bewegt wird, und sie entsteht auch dann, wenn noch gar nicht feststeht, ob der Auftrag zustande kommt. Zwei Minuten auf gut Glück sind billiger als eine Referenz, die nie entsteht.
Beim Aufmaß fotografieren, nicht später
Der Ausgangszustand wird beim ersten Termin aufgenommen, bevor Möbel, Geräte oder Bauteile bewegt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist noch offen, ob es ein Auftrag wird — genau deshalb ist es der einzige sichere Termin.
Standpunkt markieren und notieren
Kreidekreuz oder Klebeband auf dem Boden, dazu eine Notiz zur Kamerahöhe. Bei Außenaufnahmen genügt ein fester Bezugspunkt: die dritte Platte vom Gully, die Ecke der Einfahrt, der Laternenmast.
Übersicht und zwei Details aufnehmen
Eine Gesamtansicht quer und hochkant, dazu die Stellen, an denen später der Unterschied sichtbar wird: der schadhafte Anschluss, die alte Verteilung, die gerissene Fuge, der abgesackte Belag.
Vor der Nachher-Aufnahme das Vorher-Bild ansehen
Bildschirmabzug auf dem Telefon öffnen, an die markierte Stelle zurückgehen, Ausschnitt angleichen. Erst dann auslösen. Diese Reihenfolge ist der ganze Unterschied zwischen einem Paar und zwei Einzelbildern.
Endreinigung abwarten
Das Nachher-Bild entsteht nach der Reinigung und nach dem Abzug des Materials, in ähnlichem Licht wie das Vorher-Bild. Ein fertiges Gewerk mit Schutzfolie und Werkzeugkoffer im Bild ist kein Nachher-Bild.
Der Ausgangszustand wird beim ersten Termin aufgenommen, bevor Möbel, Geräte oder Bauteile bewegt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist noch offen, ob es ein Auftrag wird — genau deshalb ist es der einzige sichere Termin.
Kreidekreuz oder Klebeband auf dem Boden, dazu eine Notiz zur Kamerahöhe. Bei Außenaufnahmen genügt ein fester Bezugspunkt: die dritte Platte vom Gully, die Ecke der Einfahrt, der Laternenmast.
Eine Gesamtansicht quer und hochkant, dazu die Stellen, an denen später der Unterschied sichtbar wird: der schadhafte Anschluss, die alte Verteilung, die gerissene Fuge, der abgesackte Belag.
Bildschirmabzug auf dem Telefon öffnen, an die markierte Stelle zurückgehen, Ausschnitt angleichen. Erst dann auslösen. Diese Reihenfolge ist der ganze Unterschied zwischen einem Paar und zwei Einzelbildern.
Das Nachher-Bild entsteht nach der Reinigung und nach dem Abzug des Materials, in ähnlichem Licht wie das Vorher-Bild. Ein fertiges Gewerk mit Schutzfolie und Werkzeugkoffer im Bild ist kein Nachher-Bild.
Der Bildschirmabzug als Schablone
Menschen bei der Arbeit statt Gruppenbild vor dem Transporter
Das gestellte Gruppenbild vor dem Firmenfahrzeug ist auf Handwerker-Websites so verbreitet, dass es nichts mehr aussagt. Alle stehen in einer Reihe, blinzeln gegen die Sonne, halten die Arme unschlüssig am Körper, und der, der das Bild gemacht hat, fehlt. Es beantwortet weder, was der Betrieb tut, noch wie er arbeitet. Bilder von Menschen bei der Arbeit leisten beides: Der Blick geht auf die Hände, auf das Werkzeug, auf das Material — und nebenbei sieht man, dass hier echte Personen arbeiten und keine Fotomodelle.
Praktisch heißt das: Fotografieren Sie während der Arbeit, nicht in der Pause. Am besten aus zwei bis drei Metern Abstand, leicht seitlich, ohne Ansage. Wer weiß, dass er fotografiert wird, hält inne — und genau dieses Innehalten sieht man dem Bild an. Halbnah ist die brauchbarste Distanz: die Person von der Hüfte aufwärts, das Werkzeug im Bild, dahinter erkennbar die Baustelle. Ganz nah wird es zur Porträtaufnahme mit anderen Anforderungen, ganz weit wird die Person zur Nebensache.
Diese Bilder arbeiten doppelt. Sie überzeugen Kundinnen und Kunden, und sie überzeugen Bewerber. 80 Prozent (Bitkom 2025) der befragten Betriebe nutzen digitale Kanäle, um gezielt Nachwuchs anzusprechen, und 75 Prozent (Bitkom 2025) sehen den Fachkräftemangel als zentrales Problem. Eine Karriereseite mit vier ehrlichen Bildern aus der Werkstatt sagt einem Siebzehnjährigen mehr über den künftigen Arbeitsplatz als jede Aufzählung von Vorzügen. Wie dieser Teil der Seite aufgebaut wird, steht unter Mitarbeiter gewinnen.
Ein Bild von arbeitenden Händen beantwortet in einer Sekunde, wofür ein Absatz über Sorgfalt vier Sätze braucht.
Was am Telefon eingestellt wird und was besser nicht
Die Voreinstellungen moderner Telefonkameras sind für Betriebsfotos in der Regel brauchbar. Drei Dinge lohnen sich trotzdem. Erstens das Raster im Sucher einschalten: Es hält Fassaden, Türstöcke und Fugen gerade, und schiefe Linien sind der zuverlässigste Hinweis auf ein nebenbei gemachtes Bild. Zweitens die Belichtung antippen: Tippen Sie auf die Stelle, die richtig belichtet sein soll, und schieben Sie den Regler bei Bedarf nach unten, statt später ein ausgebranntes Fenster reparieren zu wollen. Drittens die Hauptkamera nutzen statt der Ultraweitwinkel-Einstellung.
Wovon abzuraten ist: der digitale Zoom, weil er nichts anderes tut als ein Ausschnitt aus einem kleineren Teil des Sensors — näher herangehen liefert immer das bessere Bild. Weiter: automatische Verschönerungsfunktionen und starke Farbfilter, weil sie Materialfarben verfälschen; ein Kunde, der die Fuge in Wirklichkeit anders vorfindet, ist zu Recht irritiert. Und schließlich das Fotografieren aus der Hüfte im Gehen. Zwei Sekunden stehenbleiben, Ellenbogen an den Körper, ausatmen, auslösen — das ist der Unterschied zwischen scharf und beinahe scharf.
- Linse mit einem sauberen Tuch abwischen: Staub und Fingerabdrücke erzeugen den milchigen Schleier, der bei Gegenlicht das halbe Bild kostet.
- Raster im Sucher aktivieren und waagerechte Kanten daran ausrichten.
- Auf das wichtigste Bildelement tippen und die Belichtung eher etwas dunkler wählen.
- Hauptkamera verwenden, Ultraweitwinkel nur bewusst für enge Innenräume einsetzen.
- Näher herangehen statt zu zoomen, und für Details bis auf eine Armlänge an das Motiv.
- In höchster Auflösung aufnehmen und die Bilder ungekürzt sichern, nicht über einen Messenger versenden.
Einwilligung: Mitarbeiter, Kunden und Passanten
Sobald Personen erkennbar im Bild sind, ist die Aufnahme eine Verarbeitung personenbezogener Daten und zugleich eine Frage des Rechts am eigenen Bild. Für Beschäftigte gilt: Eine Einwilligung ist freiwillig, sie wird nachweisbar dokumentiert, und sie ist widerruflich. Freiwillig bedeutet, dass eine Ablehnung keine Nachteile hat — der Satz gehört ausdrücklich in die Erklärung. Sinnvoll ist eine kurze, schriftliche Einwilligung pro Person, in der steht, wofür die Bilder verwendet werden: Website, Karriereseite, Verzeichniseintrag, gedruckte Unterlagen.
Der Widerruf ist der Punkt, den die meisten Betriebe unterschätzen. Wer den Betrieb im Streit verlässt und der Verwendung seines Bildes widerspricht, hat in der Regel Anspruch darauf, dass die Aufnahme entfernt wird. Praktisch heißt das: Sie müssen wissen, auf welchen Seiten welche Person zu sehen ist. Eine schlichte Liste mit Dateiname, Person und Verwendungsort genügt und erspart im Ernstfall die Suche über die ganze Website. Bei ausgeschiedenen Mitarbeitern wird sie ohnehin regelmäßig gebraucht.
Bei Kundinnen und Kunden ist die Lage ähnlich, kommt aber seltener vor, weil sie selten mit im Bild sind. Häufiger ist der umgekehrte Fall: Sie fotografieren in einer bewohnten Wohnung. Dann brauchen Sie die Zustimmung für die Aufnahme selbst und getrennt davon die Zustimmung zur Veröffentlichung. Fragen Sie beides beim Aufmaßtermin, nicht am Tag der Abnahme. Zufällig im Hintergrund erfasste Passanten sind ein eigener Fall mit engen Ausnahmen; der einfachste Weg ist, kurz zu warten oder den Ausschnitt zu ändern. Für den Einzelfall bleibt die rechtliche Prüfung Sache einer Rechtsberatung; dieser Beitrag ersetzt sie nicht.
Zustimmung im Vorbeigehen ist keine dokumentierte Einwilligung
Fremdes Eigentum, Kennzeichen und Hausnummern
Neben Personen gerät regelmäßig fremdes Eigentum ins Bild, und zwar in drei Formen. Erstens die Immobilie selbst: Ein Vorher-Nachher zeigt das Haus eines Auftraggebers, und das gehört ihm. Zweitens Merkmale, die den Ort eindeutig machen — Hausnummer, Klingelschild mit Namen, Briefkasten, das Kennzeichen des privaten Fahrzeugs in der Einfahrt. Drittens Gegenstände Dritter, vom Fahrzeug eines anderen Betriebs bis zum Baugerüst mit fremder Beschriftung.
Die Behandlung ist unspektakulär und in zwei Minuten erledigt. Ausschnitt so wählen, dass Hausnummer und Klingelschild gar nicht erst im Bild sind. Was doch darauf ist, wird nachträglich unkenntlich gemacht — nicht mit einer schwachen Weichzeichnung, sondern mit einer deckenden Fläche, die nichts rekonstruierbar lässt. Und der Ort wird auf Ortsebene benannt, nicht auf Straßenebene: „Einfamilienhaus in Söhlde“ statt der vollständigen Anschrift. Das ist für die lokale Auffindbarkeit vollkommen ausreichend und vermeidet, dass Ihre Referenzseite zum Adressverzeichnis Ihrer Kunden wird.
| Was im Bild ist | Warum es heikel ist | Was in der Praxis hilft |
|---|---|---|
| Hausnummer, Klingelschild, Briefkasten | Macht den Auftraggeber und seine Wohnanschrift eindeutig identifizierbar | Ausschnitt verschieben, sonst deckend abdecken; Ort nur auf Ortsebene nennen |
| Kennzeichen privater Fahrzeuge | Personenbezogenes Merkmal, das über Umwege zurückverfolgbar ist | Fahrzeug aus dem Ausschnitt nehmen oder das Kennzeichen deckend überdecken |
| Beschriftung fremder Betriebe | Fremde Kennzeichnung auf Ihrer Werbefläche, ungewollte Aussage über Beteiligte | Standort um wenige Schritte wechseln oder anderen Bildwinkel wählen |
| Innenräume mit privaten Gegenständen | Familienfotos, Unterlagen, offene Schränke berühren die Privatsphäre der Bewohner | Vor der Aufnahme abdecken oder ausräumen lassen, Türen schließen |
| Kunstwerke, Fassadengestaltung, Muster | Kann eigene Schutzrechte Dritter berühren, unabhängig vom Eigentum am Objekt | Im Zweifel Ausschnitt ändern und die Nutzung vorab abstimmen |
Ordnung im Bildbestand: benennen, sichern, wiederfinden
Der häufigste Grund, warum gute Baustellenbilder nie auf einer Website landen, ist banal: Sie sind nicht wiederzufinden. Sie liegen in der Bildersammlung eines privaten Telefons zwischen Urlaubsbildern und Bildschirmabzügen, der Kollege, der sie gemacht hat, ist nicht mehr im Betrieb, und niemand weiß, welche der vierzig Aufnahmen zu welchem Auftrag gehört. Deshalb gehören Bilder nach jedem Auftrag aus dem Telefon heraus — in einen Ordner, der dem Betrieb gehört und nicht dem Gerät.
Eine Ordnerstruktur nach Jahr und Auftrag mit einheitlicher Benennung genügt vollkommen. Ein Dateiname wie „2026-04-badsanierung-soehlde-nachher-quer“ ist nach zwei Jahren noch lesbar, und er trägt zugleich die halbe Bildunterschrift. Wer die Vorher- und Nachher-Aufnahmen im selben Ordner ablegt, hat das Paar beisammen. Wichtig ist außerdem, die Einwilligungen zu den Bildern zu vermerken, in denen Personen zu sehen sind — im einfachsten Fall mit einem Kürzel im Dateinamen und einer Liste im Auftragsordner.
- Nach Abschluss der Baustelle alle Aufnahmen vom Telefon in den Auftragsordner des Betriebs übertragen, ungekürzt und in voller Auflösung.
- Unbrauchbares sofort löschen: unscharf, doppelt, falsch belichtet. Von zwanzig Aufnahmen bleiben in der Regel sechs bis acht übrig.
- Einheitlich benennen: Jahr und Monat, Gewerk, Ort, Zustand, Format. Keine Leerzeichen, keine Umlaute im Dateinamen.
- Zu jedem Bild zwei Zeilen notieren: was gemacht wurde, wie lange es gedauert hat, was die Besonderheit war.
- Vermerken, welche Bilder Personen zeigen und ob die Einwilligung vorliegt, damit ein Widerruf später schnell umgesetzt werden kann.
- Den Ordner in die reguläre Datensicherung des Betriebs aufnehmen, damit der Bildbestand nicht an einem einzelnen Gerät hängt.
Vom Telefon auf die Website
Zwischen dem Bild im Telefon und dem Bild auf der Seite liegt ein Schritt, den man nicht per Hand machen sollte. Eine Aufnahme aus einer aktuellen Telefonkamera ist mehrere Megabyte groß und deutlich größer, als jede Bildfläche auf einer Website braucht. Werden solche Dateien unverändert hochgeladen, lädt die Seite auf dem Mobilfunknetz spürbar langsamer — und ausgerechnet dort entsteht der größte Teil der Anfragen im Handwerk. Verkleinern, in ein web-taugliches Format bringen und in mehreren Größen ausspielen erledigt eine ordentlich gebaute Website selbst.
Zwei Dinge bleiben trotzdem Handarbeit, und beide kosten wenig. Das erste ist der Alternativtext: eine kurze Beschreibung dessen, was zu sehen ist, für Menschen, die die Seite mit einer Vorlesefunktion nutzen. „Neu gedeckte Dachfläche mit Ziegeln in Anthrazit an einem Einfamilienhaus“ ist ein Alternativtext, „Bild 4“ ist keiner. Das zweite ist die Bildunterschrift mit Gewerk, Ort und Umfang. Beides zusammen macht aus einer Sammlung von Aufnahmen eine Referenzseite, die auch dann etwas erklärt, wenn niemand nachfragt.
Wenn die Bilder da sind, ist der Rest überschaubar. Eine Website für einen Handwerksbetrieb bauen wir zum Festpreis ab 1.490 Euro netto, den Relaunch einer bestehenden Seite ab 2.900 Euro netto; die laufende Website-Betreuung beginnt bei 49 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Was in welchem Umfang enthalten ist, steht auf der Preisseite, und wie eine fertige Seite mit eigenen Bildern aussieht, zeigt der Überblick zur Website für Handwerksbetriebe.
Zehn Bilder je Gewerk sind ein guter Anfang
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