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Gestaltung und Bilder

Die häufigsten Fehler auf Handwerker-Websites

Zwölf Fehler, die auf Handwerker-Websites Anfragen kosten: von der Galerie ohne Bildunterschrift bis zum Formular ohne Bestätigung, mit Selbstprüfung.

15 Min. Lesezeit FehlerPrüflisteGestaltungSelbstprüfungHandwerk

Kurz und einfach erklärt

Viele Websites von Betrieben haben kleine Fehler. Einzeln wirken sie harmlos. Zusammen kosten sie Anfragen.

Fotos brauchen eine kurze Zeile dazu. Sie sagt, was zu sehen ist.

Die Telefonnummer muss Text sein, kein Bild. Dann kann man sie antippen.

Nennen Sie Ihr Gebiet. Ein Formular soll den Eingang bestätigen. Kopierte Rechtstexte von fremden Seiten haben oft falsche Angaben.

Prüfen Sie Ihre Seite selbst mit dem Handy. Wir helfen Ihnen dabei.

Die meisten Handwerker-Websites scheitern nicht an einem großen Fehler, sondern an einem Dutzend kleiner, die einzeln harmlos aussehen. Eine Galerie ohne ein Wort Erklärung, eine Telefonnummer, die als Grafik im Kopfbereich klebt, ein Formular, das nach dem Absenden schweigt, ein Team, das seit vier Jahren aus Kollegen besteht, die längst woanders arbeiten. Der Betrieb merkt davon nichts, weil er die eigene Seite nie so liest wie jemand, der abends um halb neun mit einem tropfenden Heizkörper vor dem Telefon sitzt. Dieser Beitrag schließt die Reihe ab und ist deshalb als Prüfliste angelegt: zwölf Fehler, jeder mit seiner Auswirkung und der Gegenmaßnahme, die ihn abstellt. Am Ende steht eine Selbstprüfung, die in zehn Minuten durchläuft — mit dem Telefon in der Hand, nicht am großen Bildschirm im Büro.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Bildergalerie ohne Bildunterschriften zeigt Arbeit, aber keine Leistung. Wer nicht erkennt, welches Gewerk, welcher Ort und welcher Umfang zu sehen sind, ordnet die Aufnahme dem eigenen Vorhaben nicht zu und blättert weiter.
  • Eine Telefonnummer, die als Grafik eingebunden ist, lässt sich am Telefon nicht antippen, nicht kopieren und von Vorlesesoftware nicht ausgeben. Als Textlink mit tel-Verweis kostet dieselbe Nummer genau einen Fingertipp.
  • Fehlt das Einsatzgebiet, entscheidet der Besucher nach Gefühl, ob der Betrieb überhaupt anfährt. Orte, Landkreis und ein ungefährer Radius im Fließtext beantworten diese Frage in einem einzigen Satz.
  • Ein Formular ohne sichtbare Bestätigung nach dem Absenden erzeugt Doppelanfragen und Rückrufe. Eine Bestätigungsseite mit Ansprechpartner und üblicher Reaktionszeit kostet einmalig Aufwand und spart dauerhaft Telefonzeit.
  • Rechtstexte von einer fremden Website zu kopieren, führt zu falschen Angaben über Verantwortlichen, Aufsichtsbehörde und eingesetzte Technik — und ist zusätzlich eine urheberrechtliche Frage.

Warum kleine Fehler auf Handwerker-Websites teuer werden

94 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe nutzen eine eigene Website. Eine Seite zu haben, unterscheidet einen Betrieb also von fast niemandem mehr. Der Unterschied entsteht in den zwanzig Sekunden, in denen ein Besucher entscheidet, ob er anruft oder zurück in die Ergebnisliste geht. In dieser Zeit liest niemand einen Text zu Ende. Er sucht drei Dinge: das Gewerk, den Ort und einen Weg, Kontakt aufzunehmen. Jeder Fehler in dieser Prüfliste hält den Besucher genau an einer dieser drei Stellen auf — und keiner davon erzeugt eine Fehlermeldung, an der ein Betrieb ihn bemerken könnte.

Dazu kommt, dass der Maßstab gestiegen ist: 74 Prozent (Bitkom 2025) der befragten Betriebe stellen fest, dass Kundinnen und Kunden kritischer geworden sind. Wer drei Websites nebeneinander offen hat, vergleicht nicht die Qualität der Arbeit — die kann er nicht sehen — sondern die Sorgfalt der Darstellung. Eine Seite mit unbeschrifteten Bildern, einer nicht antippbaren Nummer und einer Meldung von vor vier Jahren wirkt neben zwei gepflegten Seiten wie ein Betrieb, der es entweder nicht nötig hat oder nicht mehr gibt. Die gute Nachricht dabei: Die meisten Punkte dieser Liste sind Textarbeit und keine Programmierarbeit, und die Liste ist nach Wirkung sortiert und nicht nach Aufwand — wer alles auf einmal ändern will, ändert erfahrungsgemäß nichts.

So lesen Sie die eigene Seite wie ein Fremder

Öffnen Sie die Startseite auf dem Telefon, im privaten Fenster und über Mobilfunk statt über das Betriebs-WLAN. Damit fallen gespeicherte Anmeldungen, der Verlauf und die schnelle Leitung im Büro weg. Halten Sie das Telefon so, wie Sie es abends auf dem Sofa halten würden — einhändig. Alles, was Sie in dieser Haltung nicht in zwanzig Sekunden finden, findet Ihr Kunde auch nicht.

Fehler 1: Die Bildergalerie ohne ein Wort Erklärung

Das häufigste Bild auf einer Handwerker-Website ist eine Kachelreihe aus zwölf, achtzehn oder vierzig Aufnahmen ohne jede Beschriftung. Für den Betrieb erzählt jede davon eine Geschichte: die Woche im Rohbau, der Kunde, der dreimal umgeplant hat, das Detail an der Traufe, auf das der Meister stolz ist. Für den Besucher ist es eine Reihe von Ausschnitten, die er nicht zuordnen kann. Er sieht eine Wand, ein Rohr, einen Dachstuhl — aber nicht, ob das eine Sanierung oder ein Neubau war, ob es eine halbe Stunde oder drei Wochen gedauert hat und ob so etwas auch in seinem Haus geht.

Die Auswirkung ist unauffällig und teuer zugleich: Die Galerie erzeugt keinen Absprung, sie erzeugt Gleichgültigkeit. Der Besucher scrollt durch, ohne dass die Bilder einen Beleg liefern, und landet mit derselben Unsicherheit am Ende der Seite, mit der er oben angefangen hat. Referenzen, die nichts belegen, sind keine Referenzen, sondern Dekoration. Bei einer typischen Betriebsgalerie mit zwanzig Bildern gehen so zwanzig Gelegenheiten verloren, ohne dass jemand etwas falsch gemacht hätte.

Die Gegenmaßnahme kostet pro Bild zwei Sätze. Jede Aufnahme bekommt eine Bildunterschrift, die Gewerk, Ort auf Landkreisebene, Umfang und einen Punkt nennt, der beim Betrachten nicht sichtbar ist. Bilder ohne erkennbaren Inhalt fliegen ersatzlos raus — eine Galerie mit acht erklärten Aufnahmen wirkt stärker als eine mit vierzig stummen. Wie brauchbare Aufnahmen mit dem Telefon entstehen, steht unter Fotos für die Handwerker-Website.

  • Gewerk und Art des Auftrags: Neubau, Sanierung, Reparatur, Wartung
  • Ort auf Landkreis- oder Gemeindeebene, nie die vollständige Anschrift des Kunden
  • Umfang in einer Größe, die der Laie versteht: Quadratmeter, Anzahl Räume, Anzahl Punkte
  • Dauer von Beginn bis Abnahme, gerundet auf Tage oder Wochen
  • Eine Besonderheit, die man auf dem Bild nicht sieht: Bestandsschutz, Denkmalauflage, Arbeiten im laufenden Betrieb
  • Falls Personen zu erkennen sind: dokumentierte, freiwillige und widerrufliche Einwilligung

Fehler 2: Die Telefonnummer als Grafik

Sie entsteht fast immer aus einer guten Absicht. Jemand hat die Nummer in das Kopfbild gesetzt, damit sie hübsch aussieht, oder sie als Bild eingebunden, damit sie nicht automatisch aus der Seite gelesen und für Werbeanrufe verwendet wird. Das Ergebnis ist eine Nummer, die niemand antippen kann. Am Telefon bedeutet das: merken, App wechseln, tippen — drei Schritte statt einem. Vorlesesoftware gibt eine Grafik gar nicht aus, sie sagt bestenfalls den Alternativtext an, falls einer hinterlegt ist. Und kopieren lässt sich eine Grafik ohnehin nicht.

Die Auswirkung trifft ausgerechnet die wertvollste Gruppe: Wer die Nummer sucht, ist entschlossen. Er hat die Seite bereits als passend eingestuft und will jetzt reden. Genau an diesem Punkt drei zusätzliche Handgriffe zu verlangen, ist der teuerste Reibungspunkt der ganzen Seite. Bei einem Notdienst wirkt derselbe Fehler noch härter, weil dort niemand blättert, sondern nur wählt.

Die Gegenmaßnahme ist eine Zeile Text: Die Nummer steht als Textlink mit tel-Verweis im Kopfbereich, wiederholt sich am Ende jeder Seite und steht zusätzlich in voller Schreibweise mit Ländervorwahl, damit sie sich sauber in Kontakte übernehmen lässt. Der Schutz vor Werbeanrufen liegt nicht in der Grafik, sondern in einer sauberen Anrufannahme und im Widerspruch gegen unerwünschte Werbung — die Grafik hält vor allem Kunden ab.

Nicht antippbar ist mehr als unbequem

Eine Nummer als Grafik, ein Kontaktbereich, der nur aus einem Bild besteht, und ein Menü, das sich nur mit der Maus öffnen lässt, treffen dieselbe Gruppe: alle, die mit einer Hand, mit einem Vorleseprogramm oder mit vergrößerter Schrift unterwegs sind. Für einen Kleinstbetrieb ist das rechtlich in der Regel keine Pflichtfrage, praktisch ist es eine Frage verlorener Anrufe.

Fehler 3: Leistungen als Schlagwortwolke

Auf sehr vielen Betriebsseiten steht unter der Überschrift Leistungen eine Aufzählung aus zwölf bis dreißig Begriffen: Sanitär, Heizung, Bad, Wartung, Beratung, Planung, Kundendienst, Solar, Trinkwasser, Notdienst. Für den Betrieb ist das eine vollständige Liste dessen, was er kann. Für den Besucher ist es eine Wolke aus Wörtern, in der er sein eigenes Problem nicht wiederfindet, weil er nicht in Gewerkebegriffen denkt. Er denkt: Die Mischbatterie in der Küche tropft, seit drei Tagen, und ich weiß nicht, ob das Ding gewechselt oder repariert wird. Die Auswirkung ist doppelt: Der Besucher springt ab, weil er keine Verbindung zwischen seinem Anliegen und der Wortliste herstellt, und die Seite findet über solche Einzelbegriffe kaum jemanden, weil hinter einem Wort ohne Inhalt keine Antwort steht. Ein Schlagwort ist keine Leistungsseite, es ist ein Inhaltsverzeichnis ohne Kapitel.

Die Gegenmaßnahme heißt: weniger Begriffe, mehr Sätze. Aus dreißig Schlagwörtern werden vier bis acht Leistungsseiten, jede mit einer Beschreibung in der Sprache des Kunden, einem typischen Ablauf, einer ehrlichen Angabe zur Größenordnung und einem Weg zur Anfrage. Was nicht mindestens einen Absatz wert ist, gehört nicht in die Aufzählung. Wie sich Leistungsseiten zugleich auf die Suche ausrichten lassen, steht unter SEO für Handwerker.

Schlagwort auf der SeiteWas der Kunde tatsächlich fragtWas auf der Leistungsseite stehen sollte
SanitärDie Mischbatterie tropft, muss die raus?Wann getauscht und wann repariert wird, was ein Termin ungefähr umfasst, wie schnell ein Termin üblicherweise möglich ist
BadWas kostet ein neues Bad ungefähr?Größenordnungen nach Badgröße, was in einem Angebot enthalten ist, wie lange die Wohnung ohne Bad ist
WartungMuss ich meine Anlage jedes Jahr prüfen lassen?Welche Anlagen in welchem Rhythmus, was geprüft wird, was ein Wartungsvertrag umfasst und was nicht
SolarLohnt sich das auf meinem Dach?Welche Dachformen geeignet sind, welche Vorprüfung nötig ist, welche Schritte bis zur Inbetriebnahme anfallen
NotdienstKommt heute Abend noch jemand?Zeiten, Einsatzgebiet, was am Telefon gebraucht wird, wie die Abrechnung außerhalb der Geschäftszeiten läuft

Fehler 4: Baustellenfotos im Gegenlicht

Das Bild entsteht im Vorbeigehen: Der Geselle steht in der Türöffnung, dahinter das Fenster, davor die fertige Installation. Auf dem Display sah es passabel aus, auf der Website ist die Hälfte des Bildes ein weißer Fleck und die andere Hälfte eine dunkle Silhouette. Dasselbe passiert unter Mittagssonne auf dem Dach, mit hartem Schatten quer über der Arbeitsfläche, und im Keller mit einer einzigen Deckenleuchte, die alles gelb einfärbt. Die Auswirkung ist ein Eindruck, den niemand ausspricht: Der Betrieb arbeitet vielleicht sauber, wirkt aber unsauber. Bilder werden schneller bewertet als Text, und schlecht belichtete Aufnahmen wirken wie eine achtlos gemachte Sache. Besonders bitter ist das, wenn die Arbeit auf dem Foto tatsächlich gut ist — dann kostet die Aufnahme mehr, als wenn dort gar keine stünde.

Die Gegenmaßnahme braucht keine Ausrüstung. Licht kommt von hinten über die Schulter des Fotografierenden, nicht von vorn in die Linse. Zwei Minuten Aufräumen vor dem Auslösen wirken stärker als jede spätere Bearbeitung. Jedes Motiv wird zweimal aufgenommen, einmal quer und einmal hochkant, weil sich das eine nachträglich nicht aus dem anderen gewinnen lässt. Und ein Vorher-Nachher zählt nur, wenn beide Aufnahmen vom selben Standpunkt mit demselben Ausschnitt entstehen.

Licht im Rücken

Der Fotografierende steht mit dem Rücken zur Lichtquelle. Fenster, Tor und offene Dachfläche gehören hinter die Kamera, nicht hinter das Motiv.

Nicht mittags

Die erste Stunde nach Arbeitsbeginn und die letzten zwei Stunden vor Feierabend liefern weiches Licht. Mittagssonne erzeugt harte Schatten und ausgebrannte helle Flächen.

Zwei Minuten aufräumen

Kaffeebecher, Verpackungsreste, offene Kabeltrommel und der fremde Transporter im Hintergrund verschwinden vor dem Auslösen aus dem Bild.

Zweimal auslösen

Jedes Motiv einmal quer und einmal hochkant. Querformat trägt breite Bildstreifen, Hochformat funktioniert am Telefon und in Galerien.

Maßstab ins Bild

Ein Zollstock, eine Tür oder ein Werkzeug im Bild zeigt die Größe. Ohne Bezugsgröße bleibt jede Detailaufnahme eine abstrakte Fläche.

Fremdes unkenntlich

Kennzeichen, Klingelschilder und Hausnummern werden unkenntlich gemacht. Fremdes Eigentum erscheint nur mit Zustimmung des Eigentümers.

Fehler 5: Kein Einsatzgebiet auf der Seite

Der Betrieb weiß, wie weit er fährt. Auf der Website steht es nirgends. Statt einer Angabe findet der Besucher eine Anschrift im Impressum und muss daraus schließen, ob dreißig Kilometer noch im Rahmen sind. 88 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe setzen auf Einträge in Online-Verzeichnisse — dort steht meist ein Ort, aber kein Radius. Wer die Frage nicht auf der eigenen Seite beantwortet, überlässt sie der Vermutung des Kunden, und Vermutungen fallen im Zweifel gegen den Betrieb aus.

Die Auswirkung ist eine Anfrage, die nie entsteht: kein Absprung, den man sehen könnte, kein Anruf, der abgebrochen wird. Umgekehrt entstehen Anfragen aus Orten, die viel zu weit weg sind, und kosten Zeit für Absagen. Beides ist vermeidbar, weil beides an derselben fehlenden Angabe hängt.

Die Gegenmaßnahme ist ein Satz im Fließtext und eine kurze Ortsliste: Sitz, die wichtigsten Orte im Umkreis, der Landkreis und ein ungefährer Radius, ergänzt um den Hinweis, dass größere Aufträge auch darüber hinaus möglich sind. Dieselbe Angabe gehört in das Unternehmensprofil, damit die Angaben zueinander passen; wie das eingerichtet wird, steht unter Google Unternehmensprofil. Ortsseiten mit ausgetauschtem Stadtnamen und sonst identischem Text ersetzen diesen Satz nicht.

Ein Satz, der Anfahrten und Absagen spart

Wir arbeiten von Söhlde aus im Umkreis von etwa vierzig Kilometern, also im Landkreis Hildesheim, in Peine, Salzgitter und Hannover-Süd. Größere Vorhaben übernehmen wir nach Absprache auch darüber hinaus. Dieser eine Satz beantwortet die häufigste stille Frage vor dem Anruf und lässt sich in fünf Minuten ergänzen.

Fehler 6: Das Formular, das nach dem Absenden schweigt

Der Besucher füllt fünf Felder aus, klickt auf Absenden, und die Seite lädt neu. Manchmal steht ganz oben eine graue Zeile, die er beim Scrollen nicht mehr sieht. Manchmal bleibt das Formular gefüllt stehen, als wäre nichts passiert. Für den Absender ist der Zustand danach unklar: Ist die Anfrage raus? Muss er noch einmal? Soll er anrufen? Der Betrieb sieht davon nur die Folge — dieselbe Anfrage zweimal im Postfach oder ein Anruf, der fragt, ob etwas angekommen ist. Die Auswirkung ist Arbeit, die niemand braucht, plus ein Vertrauensverlust an der empfindlichsten Stelle: Wer seine Telefonnummer und die Beschreibung eines Wasserschadens abschickt, hat gerade persönliche Daten übergeben und bekommt keine Rückmeldung. Das ist der Moment, in dem eine ansonsten gute Seite unseriös wirkt — und der Moment ist vollständig vermeidbar.

Die Gegenmaßnahme besteht aus vier Bausteinen: eine eigene Bestätigungsseite statt einer Zeile, eine automatische Eingangsbestätigung per E-Mail, eine ehrliche Angabe zur üblichen Reaktionszeit ohne Fristzusage und ein Hinweis darauf, was der Absender im dringenden Fall stattdessen tun kann. Dazu gehört die Einwilligung im Formular mit Zweckangabe und Löschfrist. Welche Felder eine Anfrage vorqualifizieren, ohne abzuschrecken, ist ein eigenes Thema; die Bestätigung ist der Teil, den fast alle vergessen.

Nach dem Absenden erscheint eine eigene Seite mit Überschrift, Ansprechpartner und der Telefonnummer. Eine eigene Adresse macht die Bestätigung außerdem auswertbar, ohne dass jemand Anfragen von Hand zählt.

Fehler 7: Rechtstexte aus dem Netz kopiert

Das Muster ist immer gleich: Jemand sucht ein Impressum, findet eines auf einer anderen Betriebsseite, tauscht Name und Anschrift aus und lässt den Rest stehen. Bei der Datenschutzerklärung ist es dieselbe Bewegung, nur folgenreicher, weil dort Abschnitte über Werkzeuge stehen, die auf der eigenen Seite gar nicht eingesetzt werden — und die tatsächlich eingesetzten fehlen. Danach beschreibt die Erklärung eine fremde Website, und der Betrieb hat unterschrieben, dass sie seine sei.

Die Auswirkung hat zwei Seiten. Inhaltlich stehen falsche Angaben zu Verantwortlichem, Aufsichtsbehörde, Aufbewahrung und eingesetzter Technik auf der Seite; das ist kein Formfehler, sondern eine Falschangabe gegenüber jedem Besucher. Rechtlich kommt die Frage der Urheberschaft am Text hinzu. Beides ist unangenehm, ohne dass ein Kunde es je bemerkt — bemerkt wird es in der Regel von jemandem, der gezielt danach sucht.

Die Gegenmaßnahme ist nüchtern: Impressum nach den Angaben aus dem Gewerbe- und Handwerksrolleneintrag selbst schreiben, Datenschutzerklärung an dem ausrichten, was auf der Seite tatsächlich läuft — Formular, Schriftarten, Karte, Statistik, Einbindungen — und beides einmal jährlich ansehen, außerdem immer dann, wenn sich an der Seite etwas geändert hat. Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Beschreibung der eigenen Seite; für den Einzelfall bleibt die fachliche Prüfung zuständig.

Was ein kopierter Rechtstext typischerweise falsch behauptet

Er nennt eine Aufsichtsbehörde, die für den Sitz des Betriebs nicht zuständig ist. Er beschreibt Statistik- oder Kartendienste, die auf der Seite nicht eingebunden sind, und verschweigt das Kontaktformular, über das täglich personenbezogene Daten eingehen. Er nennt Speicher- und Löschfristen, die im Betrieb niemand kennt. Und er trägt gelegentlich noch den Namen des Betriebs, von dem er stammt — meist tief unten im Text.

Fehler 8: Keine Angabe zur Erreichbarkeit

85 Prozent (Bitkom 2025) der befragten Betriebe sehen bei ihren Kundinnen und Kunden einen klaren Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit. Auf der Website steht dazu häufig nichts — keine Zeiten, kein Hinweis, wann jemand ans Telefon geht, keine Angabe, was außerhalb der Bürozeiten passiert. Bei einem Betrieb ohne besetztes Büro, in dem alle auf der Baustelle sind, ist das besonders folgenreich: Der Anrufer landet in der Mailbox und weiß nicht, ob er in zehn Minuten oder in zwei Tagen zurückgerufen wird. Die Auswirkung ist eine Anfrage, die zum nächsten Betrieb wandert, häufig ohne Nachricht auf der Mailbox. Wer nicht weiß, ob er auf einen Rückruf warten kann, wählt die nächste Nummer aus der Ergebnisliste. Für einen Notdienst ist dieser Punkt der teuerste der ganzen Liste, weil dort niemand ein zweites Mal probiert.

Die Gegenmaßnahme ist eine kurze, ehrliche Angabe direkt neben der Telefonnummer und noch einmal auf der Kontaktseite. Ehrlich heißt: keine Zeiten angeben, die im Sommer nicht gelten. Lieber steht dort, dass das Telefon vormittags besetzt ist und Rückrufe am selben Tag erfolgen, als eine durchgehende Erreichbarkeit, die niemand halten kann.

  • Zeiten, zu denen tatsächlich jemand abnimmt, getrennt nach Werktagen und Samstag
  • Was außerhalb dieser Zeiten passiert: Mailbox, Rückrufzusage ohne feste Frist, Notdienstnummer
  • Ob ein Rückruf am selben Tag üblich ist oder am nächsten Werktag
  • Welche Wege noch offenstehen: Formular, E-Mail, Nachricht mit Rückrufbitte
  • Betriebsferien und Werksurlaub, mit Datum und Vertretung, solange sie gelten
  • Bei Notdienst: Einsatzgebiet und Zeitfenster, damit niemand vergeblich wählt

Fehler 9: Das Team von vorgestern

Auf der Teamseite stehen sieben Personen, drei davon arbeiten seit Jahren woanders, der Auszubildende auf dem Foto hat inzwischen den Gesellenbrief, und die Meldung darunter stammt aus einem Jahr, das man lieber nicht ausrechnet. Für Kunden ist das ein Signal über den Zustand des Betriebs. Für Bewerber ist es ein Ausschlusskriterium — und das wiegt schwerer, denn 75 Prozent (Bitkom 2025) der befragten Betriebe sehen den Fachkräftemangel als zentrales Problem, während 80 Prozent (Bitkom 2025) digitale Kanäle nutzen, um gezielt Nachwuchs anzusprechen.

Die Auswirkung trifft also zweimal. Ein Interessent liest eine veraltete Seite als Hinweis darauf, dass hier niemand mehr hinsieht. Ein Bewerber, der wissen will, mit wem er arbeiten würde, findet Kollegen, die es nicht mehr gibt, und keine offene Stelle — obwohl der Betrieb dringend sucht. Die Karriereseite ist im Handwerk längst keine Pflichtübung mehr; was sie enthalten sollte, steht unter Mitarbeiter gewinnen. Die Gegenmaßnahme ist ein fester Termin statt guter Vorsätze: einmal im Quartal Teamliste, Stellenangebote, Betriebsferien und Meldungen durchgehen. Wer das Team nicht pflegen kann oder mag, zeigt lieber gar keine Namensliste und stattdessen die Zahl der Beschäftigten, die Gewerke im Haus und ein aktuelles Bild von der Arbeit. Eine ehrliche Kurzfassung schlägt eine gepflegte Unwahrheit.

Alles, was ein Datum trägt, verspricht dem Besucher Pflege. Wer ein Datum zeigt, muss es einhalten — sonst nimmt es der Seite mehr Glaubwürdigkeit, als es ihr je gegeben hat.

Grundsatz für Team- und Aktuellesseiten im Handwerk

Fehler 10 bis 12: Drei, die selten jemand meldet

Der zehnte Fehler ist die Bedienung am Telefon: Schrift unter der lesbaren Größe, Schaltflächen, die zu dicht beieinanderliegen, Menüs, die sich nur mit der Maus öffnen, Text über einem unruhigen Foto. Rechtlich gilt: Betriebe mit weniger als zehn Personen und höchstens 2 Millionen Euro (BFSG) Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme sind Kleinstunternehmen im Sinne des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes, und für Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten oder erbringen (BFSG), gilt die Barrierefreiheitspflicht nicht. Das ist keine Rechtsberatung, für den Einzelfall bleibt die fachliche Prüfung zuständig — vor allem aber ist es kein Freibrief: Wer die Seite mit kalten Fingern auf der Baustelle nicht bedienen kann, ruft nicht an.

Der elfte Fehler ist die fehlende Bewertung. 72 Prozent (Bitkom 2025) der befragten Betriebe sehen in Online-Kundenbewertungen eine große Möglichkeit, neue Aufträge zu gewinnen und Vertrauen aufzubauen — auf der eigenen Website taucht davon oft nichts auf. Erfundene Stimmen sind dabei keine Option, weder rechtlich noch praktisch. Der Weg führt über echte Bewertungen, um die jemand nach der Abnahme bittet, und über einen sichtbaren Verweis darauf. Bis dahin tragen belegbare Angaben: Jahr der Gründung, Zahl der Beschäftigten, Meisterbetrieb, Innungsmitgliedschaft, Prüfberechtigungen.

Der zwölfte Fehler ist der stille: Es ändert sich nichts. Die Seite läuft, niemand ist zuständig, und irgendwann fällt beim Umzug der Technik ein Formular aus, ohne dass es jemand merkt. Zuständigkeit heißt hier nicht Vollzeitaufgabe, sondern ein Name und ein Termin. Was laufende Pflege umfasst, steht unter Wartung und Pflege; Website-Betreuung liegt bei 49 Euro pro Monat, Hosting in Deutschland bei 15 Euro pro Monat, beides monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit.

Die Selbstprüfung in zehn Minuten

Die Prüfung findet auf dem Telefon statt, über Mobilfunk, im privaten Fenster und mit einer Stoppuhr daneben. Zehn Minuten reichen, weil es nicht darum geht, alles zu bewerten, sondern die zwölf Punkte einmal zu berühren. Notiert wird nur, was auffällt, in Stichworten und ohne Bewertung. Wer währenddessen anfängt zu ändern, kommt nicht durch die Liste.

  1. Startseite öffnen und ohne zu scrollen prüfen: Steht dort Gewerk, Ort und eine antippbare Telefonnummer?
  2. Nummer antippen und wieder abbrechen. Öffnet sich der Wählvorgang, ist Fehler 2 erledigt.
  3. Zur Galerie scrollen: Trägt jedes Bild eine Unterschrift, aus der Gewerk, Ort und Umfang hervorgehen?
  4. Drei Bilder ansehen: Ist etwas zu erkennen, oder ist die Hälfte weiß beziehungsweise schwarz?
  5. Nach dem Einsatzgebiet suchen: Steht ein Radius oder eine Ortsliste im Text, nicht nur im Impressum?
  6. Leistungen ansehen: Führt jeder Begriff zu einer Seite mit mindestens einem Absatz Erklärung?
  7. Formular mit Testdaten abschicken: Erscheint eine Bestätigungsseite, kommt eine E-Mail an?
  8. Impressum lesen: Stimmen Anschrift, Registerangaben und Aufsicht mit dem eigenen Betrieb überein?
  9. Datenschutzerklärung überfliegen: Steht dort das Kontaktformular, und fehlen Werkzeuge, die es nicht gibt?
  10. Teamseite und Meldungen ansehen: Arbeiten alle Genannten noch im Betrieb, ist das jüngste Datum jünger als ein Jahr?
  11. Erreichbarkeit suchen: Steht neben der Nummer, wann jemand abnimmt und was außerhalb dieser Zeiten gilt?
  12. Ganz zum Schluss die Seite einhändig bedienen: Lässt sich alles antippen, ohne zu zoomen?

Aus der Notizliste wird eine Reihenfolge: zuerst die Punkte, die eine Anfrage direkt verhindern — antippbare Nummer, Einsatzgebiet, Bestätigung nach dem Absenden. Danach die Punkte, die Vertrauen kosten: Bildunterschriften, Bilder, Team, Erreichbarkeit. Zuletzt die Rechtstexte, weil sie Sorgfalt und nicht Eile brauchen. Die meisten Betriebe sind nach dieser Reihenfolge in zwei Nachmittagen durch. Bleibt am Ende eine Liste, die eher nach Umbau als nach Korrektur aussieht, ist die Frage nicht mehr die Prüfliste, sondern der Aufbau. Eine neue Website als Festpreis beginnt bei 1.490 Euro netto, ein Relaunch mit Übernahme der bestehenden Inhalte bei 2.900 Euro netto; die vollständige Aufstellung steht auf der Preisseite. Wer zuerst wissen will, welche der zwölf Punkte auf der eigenen Seite zutreffen, schickt die Adresse über das Kontaktformular und bekommt eine geordnete Rückmeldung dazu.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Bitkom, Digitalisierung des Handwerks — Bitkom-Studie 2025 (504 befragte Handwerksunternehmen in Deutschland); Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, Paragraf 2 Nummer 17 und Paragraf 3 Absatz 3.

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