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Website und Aufbau

Preise auf der Website zeigen oder nicht

Wo eine Preisangabe auf der Handwerker-Website vorqualifiziert, wo sie im Projektgeschäft schadet und wie eine Spanne belastbar bleibt, ohne festzunageln.

16 Min. Lesezeit PreisePreisangabenTransparenzVorqualifizierungHandwerk

Kurz und einfach erklärt

Soll Ihr Preis auf die Website? Darum geht es hier. Die Antwort hängt von der Art der Arbeit ab.

Ist die Arbeit vorher klar, hilft ein Preis. Das gilt etwa für eine Wartung. Dann rufen eher passende Kunden an.

Bei großen Aufträgen muss man erst messen. Dann zeigen Sie lieber den Weg. Was kostet der Termin? Wann kommt das Angebot?

Eine Preisspanne braucht klare Angaben daneben. Sagen Sie, was der Preis umfasst und wie alt er ist. Nennen Sie Privatkunden einen Preis, gehört die Steuer dazu.

Ohne Preis kommt die Frage eben am Telefon. Wir bauen Websites zum festen Preis.

Kaum eine Frage spaltet Handwerksbetriebe so verlässlich wie die nach dem Preis auf der eigenen Website. Die eine Seite sagt: Preise gehören ins Angebot und nicht ins Internet, weil kein Auftrag dem anderen gleicht und jede Zahl später gegen einen verwendet wird. Die andere Seite hat es satt, Rückrufe zu führen, die nach vier Minuten an der Preisvorstellung scheitern, und will vorher aussortieren, was ohnehin nicht zusammenpasst. Beide haben recht — nur nicht für dieselben Aufträge. Dieser Beitrag trennt deshalb die Fälle: Er zeigt, wo eine Preisangabe die Anfrage vorqualifiziert, wo sie im Projektgeschäft nichts zu suchen hat, wie eine Spanne formuliert wird, die bindend bleibt, ohne den Betrieb festzunageln, und was die Preisangabenverordnung gegenüber Verbrauchern verlangt. Am Ende steht kein Bekenntnis für oder gegen den Preis auf der Seite, sondern eine Entscheidung je Leistungsart.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Preisangabe qualifiziert dort vor, wo der Umfang vor dem Termin feststeht: Wartungsvertrag, wiederkehrende Prüfung, klar abgegrenzter Kleinauftrag mit gleichbleibender Leistung.
  • Im Projektgeschäft ersetzt keine Zahl das Aufmaß. Dort trägt statt eines Preises die Beschreibung des Weges: was der Termin kostet, wovon der Aufwand abhängt und wann ein verbindliches Angebot vorliegt.
  • Eine Spanne bleibt nur belastbar, wenn drei Angaben danebenstehen: die Bezugsgröße, der Preisstand mit Monat und Jahr und der Leistungsumfang, den die Zahl abdeckt.
  • Gegenüber Verbrauchern gehört der Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer auf die Seite. Nettopreise bleiben Angeboten vorbehalten, die sich ausschließlich an Unternehmen richten.
  • Wer keinen Preis nennt, verhindert die Preisfrage nicht, sondern verschiebt sie in das erste Telefonat — und übernimmt die Vorqualifizierung damit selbst, Anruf für Anruf.

Die Preisfrage ist gestellt, bevor jemand anruft

Wer einen Handwerksbetrieb sucht, vergleicht, bevor er wählt. 94 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe nutzen eine eigene Website, und wer drei davon nebeneinander geöffnet hat, sucht auf jeder dieselben drei Auskünfte: Macht der Betrieb, was ich brauche? Kommt er zu mir? Und was kostet das ungefähr? Die ersten beiden Fragen beantworten die meisten Seiten inzwischen ordentlich — die Leistungen stehen da, das Einsatzgebiet auch. Die dritte bleibt offen. Genau dort entscheidet sich, ob jemand das Formular ausfüllt oder die nächste Seite aufmacht. Die Frage verschwindet nicht dadurch, dass die Seite sie übergeht; sie wandert nur an eine Stelle, an der sie teurer zu beantworten ist — in das Telefonat zwischen zwei Baustellen.

Dass diese Frage schärfer gestellt wird als noch vor einigen Jahren, ist keine Stimmungslage, sondern erhoben. 87 Prozent (Bitkom 2025) der Betriebe beobachten, dass Kundinnen und Kunden deutlich preissensibler geworden sind, 74 Prozent (Bitkom 2025) stellen fest, dass sie kritischer geworden sind. Wer preissensibel ist, vergleicht — und vergleichen kann er nur, was er findet. Steht auf Ihrer Seite keine Orientierung, vergleicht er trotzdem: mit dem Betrieb, der eine Zahl genannt hat, oder mit dem, was er im Bekanntenkreis gehört hat. Die zweite Vergleichsgröße ist die schlechtere, weil Sie an ihr nichts richtigstellen können.

Der Reflex, keine Zahl zu nennen, ist trotzdem keine Feigheit, sondern Erfahrung. Ein Preis, der ohne Bedingungen auf einer Seite steht, wird im Gespräch zitiert, und zwar in der Fassung, die dem Gegenüber gerade nützt. Ein Betrieb, der einmal eine Badsanierung mit einem Startpreis beworben hat, kennt die Diskussion über Estrich, Leitungsführung und Fliesenformat, die daraus folgt. Die Entscheidung liegt deshalb nicht bei „Preis ja oder nein“, sondern bei der Frage, für welche Ihrer Leistungen eine Zahl überhaupt eine Aussage sein kann — und für welche sie nur ein Versprechen wäre, das der nächste Altbau kassiert.

Was eine Preisangabe rechtlich ist

Ein Preis auf einer Website ist in der Regel kein bindendes Vertragsangebot, sondern die Aufforderung, ein Angebot einzuholen. Werblich wird der Betrieb daran dennoch gemessen: Wer eine Zahl nennt, sollte unter den genannten Bedingungen auch dazu leisten können, sonst wird aus der Preisangabe eine irreführende Angabe. Dieser Beitrag ordnet die Praxis ein und ersetzt keine Rechtsberatung; für den Einzelfall bleibt die anwaltliche Prüfung zuständig.

Wo eine Preisangabe die Anfrage vorqualifiziert

Eine Zahl trägt dann, wenn der Umfang der Leistung feststeht, bevor jemand vor Ort war. Das ist im Handwerk häufiger der Fall, als die Debatte vermuten lässt: Wartungsverträge, wiederkehrende Prüfungen, Kleinaufträge mit gleichbleibender Leistung, Anfahrtspauschalen, Stundensätze. Bei diesen Leistungen ist die Kalkulation im Betrieb längst gemacht — sie steht in der Angebotsvorlage, wird jedes Mal identisch verwendet und vor keinem Auftrag neu gerechnet. Was intern eine feste Größe ist, kann außen genauso stehen. Auf einer Website für Handwerker haben diese Leistungen ohnehin eigene Seiten verdient; der Preis ist dort die letzte fehlende Angabe.

Der Nutzen ist zweiseitig. Nach außen beantwortet die Zahl die Frage, die sonst den ersten Anruf kostet. Nach innen sortiert sie vor: Wer sich meldet, obwohl die Spanne dasteht, hat sie gesehen und für sich eingeordnet. Damit verschieben sich nicht die Anfragen nach oben, sondern die Gespräche — statt über das Ob wird über das Wann und das Wie gesprochen. Betriebe, die ihre wiederkehrenden Leistungen mit Preis auf die Seite genommen haben, berichten von weniger, aber tragfähigeren Anfragen (Projekterfahrung): Die Zahl der Kontakte sinkt, der Anteil, aus dem ein Auftrag wird, steigt.

Wartung mit festem Umfang

Heizungswartung, Anlagenwartung, Pflegevertrag: gleiche Leistung, gleicher Zeitbedarf, jährlich wiederkehrend. Der Preis je Anlage und Jahr ist im Betrieb ohnehin eine feste Größe und kann außen genauso stehen.

Wiederkehrende Prüfungen

Prüfung ortsveränderlicher Geräte, Anlagenprüfung, Dichtheitsprüfung. Die Bezugsgröße ist eindeutig — je Gerät, je Anlage, je Prüfumfang — und damit wird aus der Zahl eine Auskunft statt einer Andeutung.

Abgegrenzte Kleinaufträge

Thermostat tauschen, Steckdose setzen, Silikonfugen erneuern, Rauchwarnmelder montieren. Leistungen, die auf jeder Baustelle gleich ablaufen, vertragen einen Festpreis mit benanntem Umfang.

Anfahrt und Einsatzpauschale

Die Anfahrt ist die häufigste Nachfrage am Telefon und die am leichtesten zu beantwortende. Ein Betrag je Einsatz, gestaffelt nach Entfernungszone, nimmt das Thema aus dem Erstgespräch.

Arbeiten nach Aufwand

Wo nach Stunden abgerechnet wird, ist der Stundensatz die ehrlichste Angabe: Er sagt, was eine Stunde kostet, und lässt offen, wie viele es werden. Getrennte Sätze für Geselle und Meister gehören dazu.

Pakete mit benanntem Inhalt

Wartung samt Kleinmaterial, Prüfung samt Protokoll, Notdiensteinsatz samt erster Arbeitsstunde. Sobald der Inhalt aufgezählt ist, ist der Preis nachvollziehbar — und im Streitfall belegbar.

Wo eine Zahl auf der Seite nichts zu suchen hat

Im Projektgeschäft ersetzt keine Angabe das Aufmaß. Eine Badsanierung, ein Dachstuhl, eine Fassade, eine Elektroerneuerung im Bestand: Was diese Aufträge kostet, entscheidet sich an Dingen, die niemand vom Schreibtisch aus sieht — der Zustand unter dem Putz, die Lage der Leitungen, der Untergrund, der Zugang für das Gerüst, die Entsorgung. 89 Prozent (Bitkom 2025) der Betriebe berichten, dass Kundinnen und Kunden individuelle Angebote erwarten. Ein individuelles Angebot und ein pauschaler Seitenpreis sind zwei Aussagen, die einander widersprechen; wer beides zugleich verspricht, wird an einem von beiden gemessen.

Der Schaden entsteht selten sofort. Er entsteht in dem Termin, in dem Sie erklären müssen, warum aus der Startzahl von der Website eine erheblich andere Summe geworden ist. In diesem Moment verhandeln Sie nicht mehr über Ihre Leistung, sondern über Ihre Glaubwürdigkeit — und das gegen einen Text, den Sie selbst geschrieben haben. Ein Startpreis für ein Projekt, das in der Praxis nie zu diesem Preis stattfindet, ist deshalb kein Vorfilter, sondern eine Rückrufmaschine mit eingebauter Enttäuschung.

Trotzdem darf die Seite an dieser Stelle nicht schweigen. Wer keinen Preis nennen kann, nennt den Weg zum Preis: Was kostet der Aufmaßtermin, und wird er bei Auftrag verrechnet? Wovon hängt der Aufwand ab? Wie lange dauert es bis zum Angebot? Gibt es eine Größenordnung, die zumindest die Richtung zeigt — etwa der Hinweis, dass ein Projekt dieser Art selten unter einer bestimmten Größenordnung liegt? Diese Angaben filtern fast so gut wie ein Preis, binden nichts und geben dem Besucher trotzdem eine Grundlage für seine Entscheidung.

  • Bestand und Baujahr: Was hinter der Wand liegt, ist vor dem Öffnen unbekannt und verschiebt jede Kalkulation.
  • Zugang und Baustelleneinrichtung: Innenstadtlage, Gerüstfläche, Aufzug, Parkverbot — Aufwand, der nichts mit der eigentlichen Leistung zu tun hat.
  • Untergrund und Vorarbeiten: Estrich, Putz, Dampfsperre, Altbeschichtung. Vorarbeiten sind der häufigste Grund für Nachträge.
  • Entsorgung: Menge, Materialart und Nachweispflichten unterscheiden sich je Auftrag erheblich.
  • Termin und Saison: Ein Auftrag in der Hochphase kostet Sie mehr Umstellung als derselbe Auftrag im Februar.
  • Material- und Ausstattungswahl: Zwischen Grundausstattung und Sonderwunsch liegt im Bad regelmäßig ein Vielfaches der Materialkosten.

Die Spanne, die bindend bleibt, ohne festzunageln

Zwischen „kein Preis“ und „Festpreis“ liegt die Spanne — und sie ist die Antwort für den größten Teil der Leistungen. Eine Spanne ist keine Ausflucht, wenn sie drei Angaben mitbringt: eine Bezugsgröße, einen Preisstand und einen Leistungsumfang. Fehlt eine dieser drei, ist die Spanne keine Aussage, sondern eine Vermutung, die jeder anders liest. Die Bezugsgröße sagt, worauf sich die Zahl bezieht — je Gerät, je Quadratmeter, je Anlage und Jahr, je Einsatz. Der Preisstand sagt, wann sie gerechnet wurde. Der Leistungsumfang sagt, was drinsteckt und was gesondert berechnet wird.

Die Spanne selbst leiten Sie nicht aus dem Gefühl ab, sondern aus den letzten abgerechneten Aufträgen derselben Art. Nehmen Sie die Rechnungen der vergangenen zwölf Monate, sortieren Sie die Ausreißer nach oben und unten aus und lesen Sie ab, wo der überwiegende Teil gelandet ist. Das Ergebnis ist eine Spanne, die Sie im Gespräch verteidigen können, weil sie aus Ihrer eigenen Praxis stammt. Was oberhalb liegt, benennen Sie als Ausnahme mit Grund — nicht als Kleingedrucktes, sondern als Satz direkt unter der Zahl.

Schreiben Sie auf, welche Leistungen Sie im Jahr tatsächlich verkaufen, und trennen Sie sie in zwei Stapel: gleichbleibender Umfang und projektabhängiger Umfang. Nur der erste Stapel bekommt eine Zahl.

Drei Angaben tragen jede Spanne

Bezugsgröße, Preisstand, Leistungsumfang. Steht die Spanne allein, liest jeder Besucher den unteren Rand als seinen Preis und den oberen als Verhandlungsmasse. Stehen die drei Angaben daneben, liest er sie als das, was sie ist: die Bandbreite Ihrer letzten Aufträge dieser Art, unter benannten Bedingungen, zu einem benannten Stand.

Preisangabenverordnung: der Gesamtpreis gegenüber Verbrauchern

Sobald Sie gegenüber Verbrauchern mit Preisen werben, greift die Preisangabenverordnung. Ihr Kern ist schnell gesagt: Anzugeben ist der Gesamtpreis, also der Preis einschließlich Umsatzsteuer und aller sonstigen Preisbestandteile. Für einen Handwerksbetrieb heißt das in der Regel Bruttopreise auf der Seite, sobald sich das Angebot auch an private Haushalte richtet — und das tut es bei Heizung, Bad, Dach, Elektro und Malerarbeiten fast immer. Eine Nettoangabe mit dem Zusatz „zzgl. MwSt.“ ist gegenüber Verbrauchern die falsche Form, auch wenn sie im Betrieb die gewohnte ist.

Die zweite Regel betrifft alles, was zum Preis noch hinzukommt. Kosten, die bei der Leistung in der Regel anfallen, gehören in den genannten Preis oder mindestens klar und in unmittelbarer Nähe dazu — die Anfahrtspauschale ist der Klassiker. Eine Zahl groß, die Anfahrt klein in einer Fußnote drei Bildschirmhöhen tiefer: Diese Bauweise ist die häufigste Beanstandung an Preisdarstellungen und zugleich die am einfachsten zu vermeidende. Setzen Sie beides in dieselbe Zeile oder direkt darunter, dann stimmt die Darstellung und Ihr Telefon klingelt seltener mit Nachfragen.

Für Betriebe, die die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Umsatzsteuergesetz nutzen, gilt eine eigene Fassung: Sie weisen keine Umsatzsteuer aus, und der Preis auf der Seite steht ohne Umsatzsteuerangabe. Ein kurzer Hinweis darauf gehört dazu, damit die Angabe nicht als vergessene Umsatzsteuer gelesen wird. Auch das ist keine Rechtsberatung, sondern die Beschreibung der üblichen Praxis — die Zuordnung im Einzelfall gehört in die Hände Ihrer Steuerberatung oder einer Anwältin.

Die drei Stellen, an denen es typischerweise klemmt

Erstens: Nettopreise auf einer Seite, die sich erkennbar auch an Privatkundschaft richtet. Zweitens: Anfahrt, Kleinmaterial oder Entsorgung, die regelmäßig anfallen, aber nicht in der Nähe des Preises stehen. Drittens: eine Preisliste ohne Stand, die seit drei Jahren unverändert online ist und die aktuellen Sätze nicht mehr abbildet. Alle drei sind Fragen der Darstellung, nicht der Kalkulation — und deshalb an einem Nachmittag zu beheben.

Netto oder brutto: das hängt daran, wen die Seite anspricht

Die Frage nach netto oder brutto wird oft als Geschmacksfrage behandelt, ist aber eine Frage der Adressaten. Entscheidend ist nicht, wie Sie intern rechnen, sondern wen Ihre Seite anspricht. Ein Elektrobetrieb, der überwiegend für Hausverwaltungen und Industrie arbeitet, spricht Unternehmen an; ein Betrieb, der Wärmepumpen im Einfamilienhaus einbaut, spricht Verbraucher an. Die meisten Betriebe liegen dazwischen — und genau dort entsteht der Fehler, weil dann die gewohnte Nettoangabe aus dem Angebotswesen unbesehen auf die Website wandert.

Für den gemischten Fall gibt es eine saubere Lösung: den Gesamtpreis für Verbraucher deutlich, den Nettobetrag in derselben Zeile in Klammern für die gewerblichen Leser. Beides zusammen, nicht auf zwei Seiten verteilt und nicht in zwei Textgrößen, die eine Rangfolge nahelegen. Wer eine eigene Seite für Gewerbekunden pflegt, kann dort netto arbeiten, solange die Seite die Adressaten klar benennt. Der Rest der Website bleibt beim Bruttopreis.

Wer die Seite liestWelche Angabe gehört dorthinWas zusätzlich danebengehört
Privathaushalte (Bad, Heizung, Dach, Elektro)Gesamtpreis einschließlich UmsatzsteuerAnfahrt, Kleinmaterial und Entsorgung benennen, wenn sie in der Regel anfallen
Ausschließlich Gewerbe und VerwaltungNettopreis mit klarem Hinweis auf die AdressatenSatz, dass die Umsatzsteuer hinzukommt, direkt an der Zahl
Gemischt, privat und gewerblichGesamtpreis führend, Nettobetrag in Klammern danebenBeide Angaben in derselben Zeile und in derselben Schriftgröße
Betrieb ohne UmsatzsteuerausweisPreis ohne UmsatzsteuerangabeKurzer Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG
Notdienst rund um die UhrEinsatzpauschale und Stundensatz getrenntZuschläge für Nacht, Wochenende und Feiertag mit Prozentsatz oder Betrag

Formulierungen, die halten, und solche, die Ärger machen

Der Unterschied zwischen einer belastbaren und einer riskanten Preisangabe liegt selten in der Höhe, fast immer in der Formulierung. „Preise auf Anfrage“ ist die verbreitetste und zugleich schwächste Variante: Sie beantwortet nichts, wirkt wie eine Ausweichbewegung und verlagert die Arbeit vollständig auf das Telefon. „Günstige Preise für jeden Geldbeutel“ ist noch schwächer, weil es zusätzlich eine Erwartung weckt, die niemand definiert hat. Beide Sätze kosten Anfragen, ohne einen einzigen Rückruf zu sparen.

Belastbar wird eine Angabe, wenn sie einen Bezug, einen Umfang und einen Stand trägt und wenn der Satz danach sagt, was als Nächstes passiert. „Die jährliche Wartung Ihrer Anlage rechnen wir je Gerät ab; enthalten sind Anfahrt, Prüfung und Protokoll. Preisstand August 2026. Das verbindliche Angebot erhalten Sie nach kurzer Rücksprache.“ Vier Sätze, keine Zusicherung, und trotzdem eine vollständige Auskunft. Wie man solche Abschnitte in Leistungsseiten einbaut, ohne dass die Seite zur Preisliste wird, zeigt der Beitrag zum Webdesign im Handwerk.

Formulierung auf der SeiteWas daran haktBelastbare Fassung
Preise auf AnfrageBeantwortet die Frage nicht und verlagert sie in den ersten AnrufSpanne je Leistungsart mit Bezugsgröße, darunter der Hinweis auf das verbindliche Angebot
Ab-Preis ohne BezugsgrößeDie Zahl lässt sich auf nichts beziehen und wirkt im Angebot wie ein BruchAb-Preis mit Bezug: je Gerät, je Quadratmeter, je Anlage und Jahr
Günstige Preise für jeden GeldbeutelWerbeaussage ohne Inhalt, die keine Anfrage vorfiltertZwei bis drei Spannen, die den tatsächlichen Auftragsarten entsprechen
Festpreis ohne StandNach der nächsten Materialrunde bildet die Seite den Betrieb nicht mehr abPreisstand mit Monat und Jahr unmittelbar neben der Angabe
Preis ohne LeistungsumfangFührt zu Nachträgen, die im Termin erklärt werden müssenAufzählung, was enthalten ist und was gesondert berechnet wird
Zzgl. Anfahrt in der FußnoteRegelmäßig anfallende Kosten stehen nicht in der Nähe des PreisesAnfahrt als eigene Zeile direkt unter dem Preis, mit Betrag je Zone

Ein Preis ohne Bezugsgröße ist keine Auskunft, sondern eine Zahl. Erst die Angabe, worauf sie sich bezieht, was sie enthält und wann sie gerechnet wurde, macht aus ihr eine Aussage, die im Kundengespräch trägt.

Leitsatz aus der Projektarbeit an Handwerker-Websites

Was es kostet, keinen Preis zu nennen

Die stille Annahme hinter „wir nennen keine Preise“ lautet: Dann kommt jeder ins Gespräch, und im Gespräch überzeugen wir. Der erste Teil stimmt sogar — es kommen mehr Anfragen. Der zweite kostet allerdings genau die Ressource, die im Betrieb am knappsten ist. Jede Anfrage, die an der Preisvorstellung scheitert, hat vorher einen Rückruf, oft eine Terminabstimmung und manchmal eine Anfahrt gekostet. Diese Kosten fallen nicht in der Buchhaltung auf, weil sie als Arbeitszeit im Büro verschwinden — spürbar sind sie trotzdem, spätestens am Feierabend.

Dazu kommt eine Verschiebung, die selten jemand misst: Ohne Orientierung meldet sich vor allem, wer Preise sammelt. Wer bereits eine klare Vorstellung von Umfang und Budget hat, sucht eher den Betrieb, der eine Aussage trifft — nicht weil er der billigste sein soll, sondern weil er berechenbar wirkt. Die Angst, mit einer Zahl Kundschaft zu verlieren, trifft deshalb meist die falsche Gruppe: Sie verliert die Vergleicher am unteren Rand und gewinnt die, die wissen, was sie wollen.

Bei alldem bleibt der Preis nur eine von mehreren Auskünften, die eine Seite geben muss. Erreichbarkeit, Einsatzgebiet, echte Bilder der eigenen Arbeit und ein Formular, das die richtigen Fragen stellt, wirken in dieselbe Richtung. Wer den Preisbereich einführt, ohne den Rest zu ordnen, verschiebt das Problem nur — die Grundlagen stehen im Beitrag zum Website-Relaunch im Handwerk.

Der Mittelweg: die Frage ins Formular holen

Wer keine Zahl auf die Seite nehmen will, kann die Vorqualifizierung ins Anfrageformular verlagern: eine Auswahl mit drei bis vier Bereichen statt eines leeren Feldes, freiwillig auszufüllen. Vorgegebene Bereiche geben Orientierung, ohne eine Zahl zu verlangen, die Laien kaum schätzen können — und im Posteingang steht die Größenordnung, bevor der erste Rückruf läuft.

Der Preisbereich im Aufbau der Seite

Wo der Preis steht, entscheidet über seine Wirkung. Auf der Leistungsseite gehört er unter die Beschreibung der Leistung, nicht auf eine eigene Preisseite am Ende der Navigation: Wer über die Suche direkt auf der Wartungsseite landet, soll die Auskunft dort finden und nicht erst einen Klick weiter. Eine zusätzliche Übersichtsseite mit allen Spannen ist sinnvoll, aber als Zusammenfassung, nicht als einziger Ort. Bei Notdiensten gehört die Einsatzpauschale in die Nähe der Rufnummer, weil dort die Entscheidung fällt.

Gestalterisch braucht es weniger, als viele annehmen. Eine klar abgesetzte Zeile mit der Zahl, darunter zwei bis drei Zeilen zum Umfang, daneben der Preisstand — mehr nicht. Tabellen mit zwölf Positionen wirken zwar gründlich, werden aber am Telefon gelesen, und dort funktioniert die kurze Form deutlich besser. Ob die Seite mit einem Baukasten oder von einer Agentur gebaut wird, ändert daran nichts: Die Struktur entscheidet, nicht das Werkzeug.

  • Je Leistungsart eine Spanne oder ein Festpreis, nicht eine Zahl für den gesamten Betrieb.
  • Bezugsgröße direkt an der Zahl: je Gerät, je Quadratmeter, je Anlage und Jahr, je Einsatz.
  • Leistungsumfang in zwei bis drei Zeilen: was enthalten ist, was gesondert berechnet wird.
  • Preisstand mit Monat und Jahr, sichtbar und nicht im Kleingedruckten.
  • Gesamtpreis einschließlich Umsatzsteuer, sobald sich die Seite auch an Privathaushalte richtet.
  • Anfahrt, Zuschläge und Entsorgung in unmittelbarer Nähe des Preises, nicht in einer Fußnote.
  • Ein Satz zum nächsten Schritt: Aufmaß, Rückruf oder verbindliches Angebot.
  • Fester Termin im Jahr, an dem alle Spannen gegen die abgerechneten Aufträge geprüft werden.

Was auf unserer eigenen Seite steht

Wir halten es mit den eigenen Preisen so, wie wir es Betrieben empfehlen: Die Zahlen stehen auf der Preisseite, mit Bezug und Stand. Eine neue Website für einen Handwerksbetrieb kostet als Festpreis ab 1.490 Euro netto, der Ersatz einer bestehenden Website beginnt bei 2.900 Euro netto. Laufende Leistungen sind einzeln buchbar: Website-Betreuung ab 49 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Hosting in Deutschland ab 15 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Lokale Sichtbarkeit ab 290 Euro pro Monat und SEO-Betreuung ab 490 Euro pro Monat, beide monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit.

Diese Angaben sind für uns aus demselben Grund möglich wie eine Wartungspauschale für Sie: Der Umfang steht vorher fest. Wo er das nicht tut — ein Sonderfall im Bestand, eine Schnittstelle, ein ungewöhnlicher Seitenumfang — nennen wir keinen Preis, sondern den Weg dorthin. Was in der laufenden Betreuung enthalten ist, steht im Beitrag zu Wartung und Pflege; für alles andere ist ein kurzes Gespräch der kürzere Weg als jede Tabelle.

Die Entscheidung, kurz gefasst

Der Streit „Preis auf die Website oder nicht“ ist falsch gestellt, weil er den ganzen Betrieb über einen Kamm schert. Richtig gestellt lautet er: Welche meiner Leistungen haben einen Umfang, der vor dem Termin feststeht? Für diese gehört eine Zahl auf die Seite, mit Bezugsgröße, Umfang und Stand. Für alle anderen gehört der Weg zum Preis auf die Seite: Aufmaß, Kalkulationsgrundlage, Frist bis zum Angebot. Beides zusammen beantwortet die Frage, mit der jeder Besucher kommt, ohne dass Sie sich auf etwas festlegen, das die nächste Baustelle widerlegt.

Der Aufwand dafür ist überschaubar: ein Nachmittag mit den Rechnungen des vergangenen Jahres, eine Liste der Leistungsarten und drei Angaben je Zahl. Der Ertrag zeigt sich nicht in mehr Anfragen, sondern in weniger Gesprächen, die ins Leere laufen. Wer unsicher ist, welche seiner Leistungen sich für eine Angabe eignen, kann das im Kontakt in zwanzig Minuten durchgehen — meist sind es mehr, als der Betrieb selbst vermutet hätte.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Bitkom, „Digitalisierung des Handwerks — Bitkom-Studie 2025“ (Befragung von 504 Handwerksunternehmen in Deutschland). Die rechtlichen Einordnungen beziehen sich auf die Preisangabenverordnung und auf § 19 Umsatzsteuergesetz; sie ersetzen keine Rechtsberatung.

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