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Sichtbarkeit vor Ort

Unternehmensprofil einrichten: Kategorie, Gebiet, Fotos

Das Unternehmensprofil für Handwerksbetriebe Schritt für Schritt einrichten: Hauptkategorie, Einsatzgebiet statt Ladenadresse, Zeiten, Leistungen und Fotos.

15 Min. Lesezeit UnternehmensprofilLokale SichtbarkeitKarteVerzeichnisseHandwerk

Kurz und einfach erklärt

Viele Kunden suchen einen Betrieb über die Karte in der Suche. Dort zeigt Ihr Profil, wer Sie sind. Dieser Text zeigt, wie Sie es einrichten.

Wählen Sie als Haupt-Rubrik Ihr wichtigstes Gewerk. Haben Sie keinen Laden, zeigen Sie Ihr Gebiet statt der Adresse.

Tragen Sie nur Zeiten ein, die Sie auch halten. Listen Sie Ihre Leistungen einzeln auf, in den Worten der Kunden.

Wenige Einträge mit gleichen Daten helfen oft mehr als viele mit Fehlern.

Wir helfen Ihnen dabei.

Wer einen Elektriker in Hildesheim sucht, tippt selten einen Firmennamen ein. Er tippt das Gewerk und den Ort, bekommt eine Karte mit drei Einträgen und ruft einen davon an – meist bevor er eine einzige Website geöffnet hat. Das Unternehmensprofil entscheidet also darüber, ob ein Betrieb in dieser Auswahl überhaupt vorkommt. 88 Prozent (Bitkom) der Handwerksbetriebe sind in Online-Verzeichnissen eingetragen; der Eintrag allein ist damit kein Vorsprung mehr, sondern Grundausstattung. Der Unterschied entsteht in den Details: welche Hauptkategorie gewählt ist, ob ein Einsatzgebiet statt einer Ladenadresse hinterlegt wurde, ob die Öffnungszeiten stimmen, ob die Leistungen als Liste erfasst sind und in welcher Reihenfolge die Fotos stehen. Dieser Beitrag geht diese Punkte der Reihe nach durch – und erklärt, warum vier einheitliche Einträge in der Regel mehr bewirken als zwölf widersprüchliche.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hauptkategorie bestimmt, für welche Suchanfragen ein Betrieb auf der Karte überhaupt in Frage kommt. Nebenkategorien ergänzen sie, sie ersetzen sie nicht – deshalb gehört an diese Stelle das Gewerk, aus dem der größte Teil des Umsatzes stammt.
  • Betriebe ohne Kundenverkehr in der Werkstatt hinterlegen ein Einsatzgebiet statt einer öffentlich sichtbaren Ladenadresse. Die Anschrift bleibt zur Prüfung im Profil, angezeigt wird der Radius oder eine Liste der bedienten Orte.
  • Öffnungszeiten im Profil wirken wie eine Zusage. Wer bis 18 Uhr eingetragen ist, aber ab 16 Uhr niemanden mehr ans Telefon lässt, sammelt Enttäuschung an genau der Stelle, an der die Entscheidung fällt.
  • Leistungen gehören als einzelne Einträge in die dafür vorgesehene Liste, nicht in einen Fließtext. Formuliert wird im Wortlaut der Kundschaft: Zählerschrank tauschen, Heizung entlüften, Dachrinne reinigen.
  • Einheitliche Angaben über wenige Verzeichnisse hinweg wirken in der Regel stärker als viele Einträge mit abweichender Schreibweise, alter Rufnummer oder veralteter Rechtsform.
  • 88 Prozent (Bitkom) der Handwerksbetriebe sind in Online-Verzeichnissen eingetragen. Der Eintrag selbst unterscheidet einen Betrieb also nicht mehr vom Nachbarn – die Vollständigkeit und die Pflege tun es.

Warum die Karte über den Anruf entscheidet

Die örtliche Suche ist im Handwerk kein Nebenkanal, sondern häufig der erste Kontakt überhaupt. Jemand steht mit einem tropfenden Rohr im Keller, greift zum Telefon und sucht nach dem Gewerk und dem Ort. Was er sieht, ist eine kurze Liste auf einer Karte: Name, Kategorie, Entfernung, geöffnet oder geschlossen, Bewertungen, eine Schaltfläche zum Anrufen. Diese Ansicht ist der eigentliche Erstkontakt, und sie besteht fast vollständig aus Angaben, die im Unternehmensprofil hinterlegt sind. 85 Prozent (Bitkom) der Handwerksbetriebe sehen bei ihrer Kundschaft einen klaren Wunsch nach ständiger Erreichbarkeit – auf der Karte wird dieser Wunsch als Zustand angezeigt, lange bevor jemand die Nummer wählt.

Für einen Handwerksbetrieb hat diese Ansicht eine zweite, unterschätzte Funktion: Sie sortiert nach Entfernung. Wer im Profil kein sinnvolles Einsatzgebiet hinterlegt hat, taucht entweder zu weit weg auf oder gar nicht. Und weil im Handwerk der Anfahrtsweg direkt auf die Marge schlägt, ist die Frage, in welchem Umkreis ein Betrieb erscheint, keine Marketingfrage, sondern eine betriebswirtschaftliche. Wie die Pflege eines solchen Profils praktisch aussieht, steht auf der Seite zum Google-Unternehmensprofil.

Wichtig ist die Rollenverteilung: Das Profil beantwortet die Frage, ob jemand anruft. Die Website beantwortet die Frage, warum er bei Ihnen bleibt und nicht beim nächsten Eintrag weiterklickt. Beide zusammen ergeben eine Kette, die an ihrer schwächsten Stelle reißt – ein perfekt gepflegtes Profil, das auf eine unlesbare Startseite führt, verschenkt genau den Vorsprung, den es aufgebaut hat. Wie eine Website für Handwerker das Gegenstück dazu bildet, ist ein eigenes Thema.

Wo ein Profil überall auftaucht

Ein Unternehmensprofil wird nicht nur in der Kartenansicht ausgespielt, sondern auch in der Navigation im Fahrzeug, in der Suche auf dem Telefon und in den Vorschlägen, die beim Tippen erscheinen. Alle diese Ansichten greifen auf dieselben Felder zu. Was einmal falsch hinterlegt ist, ist überall falsch.

Die Hauptkategorie entscheidet, die Nebenkategorien ergänzen

Kein anderes Feld hat so viel Gewicht wie die Hauptkategorie. Sie ist keine Beschreibung, sondern eine Zuordnung: Sie sagt dem Verzeichnis, bei welchen Suchanfragen ein Betrieb überhaupt in Betracht kommt. Ein Betrieb, der als Bauunternehmen eingetragen ist, aber zu neun Zehnteln Bäder saniert, wird bei der Suche nach einem Sanitärbetrieb schlicht nicht mitgedacht. Die Wahl fällt deshalb nicht auf die breiteste Kategorie, sondern auf die, die den größten Teil des Umsatzes trägt.

Der zweite häufige Fehler ist die Kategorie, die zum Wunsch passt statt zur Realität. Wer künftig mehr Photovoltaik machen möchte, aber heute überwiegend Elektroinstallation abrechnet, verschiebt mit einer voreiligen Umstellung die eigene Sichtbarkeit weg vom laufenden Geschäft. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg: Hauptkategorie am heutigen Schwerpunkt, das neue Feld als Nebenkategorie und als eigene Leistungsseite auf der Website. Was eine solche Seite leisten muss, beschreibt der Bereich SEO für Handwerker.

Nebenkategorien sind dafür da, das Leistungsbild zu vervollständigen – nicht, um jede denkbare Suchanfrage einzusammeln. Drei bis fünf reichen in der Regel aus, und jede einzelne sollte einer Leistung entsprechen, die der Betrieb tatsächlich anbietet und auch abrechnet. Kategorien, die nur mitgenommen werden, führen zu Anfragen, die niemand annehmen will: Sie kosten Telefonzeit, erzeugen Absagen und hinterlassen beim Anrufer den Eindruck, an der falschen Stelle gelandet zu sein.

  • Elektrobetrieb: Hauptkategorie Elektriker, Nebenkategorien etwa Photovoltaikanlagen, Elektroinstallation, Sicherheitstechnik.
  • Sanitär und Heizung: Hauptkategorie Sanitärinstallateur oder Heizungsbauer – je nach Umsatzschwerpunkt, nicht beides gleichrangig.
  • Dachdecker: Hauptkategorie Dachdecker, Nebenkategorien etwa Dachreparatur, Bauklempnerei, Gerüstbau, sofern der Betrieb das selbst leistet.
  • Tischlerei: Hauptkategorie Tischler, Nebenkategorien etwa Möbelbau nach Maß, Fenster und Türen, Innenausbau.
  • Malerbetrieb: Hauptkategorie Maler, Nebenkategorien etwa Fassadenanstrich, Trockenbau, Bodenbeläge.
  • Fliesenleger: Hauptkategorie Fliesenleger, Nebenkategorien etwa Badsanierung, Natursteinarbeiten, Abdichtungsarbeiten.

Einsatzgebiet statt Ladenadresse

Die meisten Handwerksbetriebe haben keinen Ladenverkauf. Die Werkstatt liegt im Gewerbegebiet, der Hof am Wohnhaus, und wer dort unangemeldet klingelt, findet in der Regel niemanden. Für genau diesen Fall gibt es die Einstellung, die Anschrift nicht öffentlich anzuzeigen, sondern nur ein Einsatzgebiet. Die Adresse bleibt im Profil hinterlegt und wird zur Prüfung verwendet – sichtbar ist sie für den Suchenden aber nicht. Diese Einstellung ist kein Nebenschalter: Sie verhindert Besuche zur Unzeit und macht gleichzeitig deutlich, wie weit der Betrieb fährt.

Das Einsatzgebiet lässt sich als Radius oder als Liste von Orten hinterlegen. Beides hat seine Berechtigung. Ein Radius passt zu Betrieben, deren Anfahrt in alle Richtungen ähnlich verläuft; eine Ortsliste passt dort, wo ein Fluss, eine Autobahn oder eine Landesgrenze die Fahrzeit verzerrt. Sinnvoll ist die Grenze dort, wo die Anfahrt betriebswirtschaftlich noch trägt; das hängt von Gewerk, Auftragsgröße und Verkehrslage ab. Ein Gebiet, das halb Niedersachsen umfasst, bringt keine Sichtbarkeit, sondern Anfragen, die man später absagt.

Wichtig ist die Abstimmung mit der Website. Wer im Profil zwölf Orte hinterlegt, auf der Website aber nur die eigene Stadt nennt, erzeugt einen Bruch: Der Anrufer aus dem Nachbarort sucht auf der Seite nach einer Bestätigung und findet keine. Die Orte, die im Profil stehen, gehören deshalb auch in die Seitenstruktur – als Einsatzgebiet auf der Kontaktseite und, wo es sich lohnt, als eigene Ortsseite mit echtem Inhalt statt ausgetauschtem Stadtnamen.

Angabe im ProfilBetrieb mit KundenverkehrBetrieb ohne Kundenverkehr
Anschriftöffentlich sichtbar, mit Routenführunghinterlegt, aber nicht angezeigt
Einsatzgebietoptional, ergänzend zum Standortzentral: Radius oder Ortsliste
ÖffnungszeitenZeiten, zu denen jemand im Laden istZeiten, zu denen jemand ans Telefon geht
FotosLadenlokal, Ausstellung, Teamfertige Arbeiten, Fahrzeug, Werkstatt
Erste AktionRoute berechnenanrufen oder Nachricht schreiben
PrüfungAnschrift wird bestätigtAnschrift wird bestätigt, bleibt aber verborgen

Öffnungszeiten ehrlich, Notdienst auffindbar

Öffnungszeiten sind im Profil kein Hinweis, sondern eine Zusage. Sie erscheinen als Zustand: geöffnet, schließt gleich, geschlossen. Wer bis 18 Uhr eingetragen ist, ab 16 Uhr aber niemanden mehr ans Telefon lässt, produziert genau an der Stelle Enttäuschung, an der die Entscheidung fällt. 74 Prozent (Bitkom) der Handwerksbetriebe stellen fest, dass Kundinnen und Kunden kritischer geworden sind – eine Zusage, die nicht hält, wird heute eher kommentiert als verziehen. Realistisch eingetragene Zeiten sind darum kein Rückzug, sondern der belastbarere Weg.

Der zweite Punkt sind Sonderzeiten. Betriebsferien, Brückentage, die Woche zwischen den Jahren: Wer diese Zeiten nicht hinterlegt, steht als geöffnet da und bekommt Anrufe, die ins Leere laufen. Sonderzeiten lassen sich im Voraus eintragen, und genau das ist der Trick – sie werden einmal im Jahr für das ganze Jahr gesetzt, gemeinsam mit der Urlaubsplanung, statt jedes Mal kurzfristig nachgepflegt zu werden.

Der Notdienst braucht eine eigene Behandlung. Ein Betrieb, der eine Rufbereitschaft anbietet, sollte dies als Leistung und im Profiltext nennen, aber nicht deshalb rund um die Uhr geöffnet eintragen. Sonst zeigt die Karte einen normalen Betriebsablauf an, wo tatsächlich eine Rufbereitschaft mit klaren Bedingungen läuft. Sauberer ist die Trennung: reguläre Zeiten in den Öffnungszeiten, die Rufbereitschaft als eigener Hinweis mit Nummer, Bedingungen und dem Umkreis, in dem sie gilt.

Rund um die Uhr ist eine Aussage über den Betrieb

Ein Profil, das durchgehend geöffnet meldet, weckt die Erwartung, dass nachts jemand abnimmt. Wer den Notdienst tatsächlich anbietet, sollte die Bedingungen benennen – Umkreis, Erreichbarkeit, Zuschläge. Wer ihn nicht anbietet, trägt reguläre Zeiten ein. Beides ist besser als die Erwartung, die sich um zwei Uhr nachts nicht einlösen lässt.

Leistungen als Liste, nicht als Fließtext

Für Leistungen gibt es im Profil ein eigenes Feld, und es wird selten genutzt. Dabei ist es der Ort, an dem ein Betrieb erklären kann, was er tatsächlich macht – kleinteiliger, als es eine Kategorie je könnte. Zwischen der Kategorie Elektriker und der Leistung Zählerschrank tauschen liegt die halbe Kaufentscheidung. Wer die Liste füllt, gibt dem Verzeichnis Anhaltspunkte und dem Suchenden eine Antwort auf die Frage, die er ohnehin gerade hat.

Formuliert wird im Wortlaut der Kundschaft, nicht im Vokabular des Angebots. Niemand sucht nach Instandsetzungsmaßnahmen an haustechnischen Anlagen; gesucht wird nach Heizung entlüften, Dachrinne reinigen, Steckdose nachrüsten, Fliesen im Bad erneuern. Eine gute Quelle für diese Formulierungen sind die letzten fünfzig Angebote und die Anrufnotizen im Büro – dort steht bereits, mit welchen Worten Menschen ihr Anliegen beschreiben. Dieselben Formulierungen tragen später die Leistungsseiten der Website.

Eine Zeile je Leistung

Jeder Eintrag beschreibt genau eine Arbeit. Sammelbegriffe wie Elektroarbeiten aller Art helfen niemandem und lassen sich später nicht auswerten.

Die Worte der Kundschaft

Eintragen, wonach tatsächlich gefragt wird. Fachbegriffe gehören ins Angebot, nicht in die Liste, die jemand mit nassen Händen im Keller liest.

Kurze Erläuterung dazu

Wo das Feld eine Beschreibung erlaubt, ein bis zwei Sätze zum Ablauf ergänzen. Das beantwortet Rückfragen, bevor sie am Telefon gestellt werden.

Nur, was Sie annehmen

Eine Leistung, die im Kalender keinen Platz hat, gehört nicht in die Liste. Sonst erzeugt das Profil Anfragen, die Zeit kosten und mit einer Absage enden.

Zweimal im Jahr durchsehen

Leistungen ändern sich mit Personal und Ausstattung. Ein fester Termin im Frühjahr und im Herbst reicht, um die Liste am Stand des Betriebs zu halten.

Preise nur, wo sie tragen

Festpreise für klar umrissene Arbeiten schaffen Vertrauen. Alles, was vom Objekt abhängt, bleibt beim Hinweis auf ein Angebot nach Besichtigung.

Fotos in der Reihenfolge, in der jemand entscheidet

Bilder werden im Profil nicht gelesen, sondern überflogen. In der Praxis entscheidet die erste Handvoll: das Titelbild und die Aufnahmen, die ohne Wischen sichtbar sind. Diese Plätze gehören nicht dem Firmenschild und nicht dem Bürogebäude, sondern der fertigen Arbeit – dem sauber verlegten Bad, dem neuen Dach, dem eingebauten Zählerschrank. Danach folgt, was Vertrauen stiftet: das Team, das Fahrzeug mit Beschriftung, die aufgeräumte Werkstatt. Zuletzt Details und Vorher-Nachher-Paare, die nur bei genauem Hinsehen wirken.

Rechtlich sind zwei Punkte zu beachten. Erstens Personen: Aufnahmen von Mitarbeitenden brauchen deren Einverständnis, und zwar auch dann, wenn das Verhältnis gut ist – nach dem Ausscheiden wird die Frage sonst unangenehm. Zweitens fremdes Eigentum: Das Haus einer Kundin ist ihr Haus, auch wenn Ihr Dach darauf liegt. Eine kurze schriftliche Zustimmung, im Zweifel als Satz im Auftrag, klärt das ohne Aufwand. Kennzeichen und Klingelschilder gehören ohnehin nicht ins Bild. Für den Einzelfall bleibt die rechtliche Prüfung Sache einer fachkundigen Beratung.

Technisch reicht ein aktuelles Telefon aus, wenn drei Dinge stimmen: Tageslicht, ein aufgeräumter Hintergrund und ein gerader Winkel. Die häufigste Ursache für unbrauchbare Betriebsfotos ist keine schlechte Kamera, sondern der Zeitpunkt – fotografiert wird zu spät, wenn das Werkzeug schon herumliegt und das Licht weg ist. Wie sich das in den Arbeitsablauf einbauen lässt, steht unter Fotos für die Handwerker-Website.

Fünf Bilder, eine Reihenfolge

Fertige Arbeit, zweite fertige Arbeit, Team, beschriftetes Fahrzeug, Werkstatt oder Detail. Diese fünf Plätze entscheiden im Profil mehr als die nächsten dreißig Bilder zusammen – und sie sind in einer halben Stunde neu belegt, wenn die Aufnahmen vorliegen.

Das beste Bild im Profil ist nicht das schönste, sondern das, in dem sich jemand den eigenen Auftrag vorstellen kann.

Faustregel aus der Projektarbeit mit Handwerksbetrieben

Einheitliche Angaben schlagen die Zahl der Einträge

Rund um lokale Sichtbarkeit hält sich die Vorstellung, es käme auf die Menge an: je mehr Verzeichnisse, desto besser. Das ist der falsche Hebel. Entscheidend ist, dass Name, Anschrift und Rufnummer überall identisch geschrieben stehen. 88 Prozent (Bitkom) der Handwerksbetriebe sind in Online-Verzeichnissen eingetragen – die Frage ist längst nicht mehr, ob es einen Eintrag gibt, sondern ob die vorhandenen Einträge dasselbe sagen.

Die typischen Abweichungen entstehen über Jahre und nebenbei: Straße einmal ausgeschrieben, einmal als Str. abgekürzt. Die alte Festnetznummer aus der Zeit vor dem Umzug. Der Betriebsname einmal mit, einmal ohne Rechtsform. Ein Eintrag, den vor sieben Jahren ein Praktikant angelegt hat und zu dem niemand mehr die Zugangsdaten kennt. Jede dieser Kleinigkeiten für sich ist harmlos; in Summe entsteht ein unscharfes Bild des Betriebs, das ausgerechnet dort schadet, wo Eindeutigkeit zählt.

Die Aufräumarbeit ist unspektakulär und einmalig. Man legt fest, wie der Betrieb geschrieben wird – eine Zeile, verbindlich, inklusive Rechtsform, Straßenschreibweise und Rufnummer im internationalen Format. Dann werden die vorhandenen Einträge gesucht, angeglichen oder gelöscht. Vier bis sechs gepflegte Einträge sind ein besseres Fundament als dreißig verwaiste. Wer diesen Stand halten will, braucht danach nur noch einen Ort, an dem die verbindliche Schreibweise steht – idealerweise dieselbe Zeile, die im Impressum der Website auftaucht.

  • Betriebsname in einer verbindlichen Schreibweise festgelegt, inklusive Rechtsform.
  • Straße überall gleich geschrieben, ausgeschrieben oder abgekürzt, aber nicht gemischt.
  • Eine Rufnummer als führende Nummer, überall im gleichen Format hinterlegt.
  • Alte Einträge mit früherer Anschrift oder Nummer gefunden und angeglichen oder gelöscht.
  • Zugangsdaten zu jedem Eintrag an einer Stelle im Betrieb dokumentiert.
  • Angaben im Profil, im Impressum und auf der Kontaktseite gegeneinander geprüft.
  • Ein fester Termin im Jahr, an dem die Liste erneut durchgegangen wird.

Schritt für Schritt durch die Einrichtung

Die eigentliche Einrichtung dauert weniger lange, als die meisten erwarten – vorausgesetzt, das Material liegt bereit. Wer vorher zehn Fotos auswählt, die Leistungsliste aus alten Angeboten zieht und die verbindliche Schreibweise des Betriebsnamens festlegt, ist in etwa einer Stunde durch. Ohne diese Vorbereitung zieht sich dieselbe Arbeit über Wochen, weil jeder Schritt an einer fehlenden Kleinigkeit hängen bleibt.

Ein Punkt braucht Geduld: die Bestätigung der Anschrift. Sie läuft je nach Fall über Post, Telefon oder eine kurze Aufnahme des Betriebs und dauert einige Tage. In dieser Zeit lässt sich das Profil bereits vollständig ausfüllen; sichtbar wird es erst nach der Bestätigung. Wer den Termin für die Freischaltung der Website kennt, beginnt sinnvollerweise ein bis zwei Wochen vorher mit dem Profil, damit beides zusammen startet.

Zuerst nach dem eigenen Betrieb suchen. Häufig existiert bereits ein automatisch angelegter Eintrag mit veralteten Daten. Diesen zu übernehmen ist der kürzere Weg, als einen zweiten anzulegen und später Dubletten aufzulösen.

Wo das Profil aufhört und die Website anfängt

Ein Unternehmensprofil ist gemietetes Gelände. Die Regeln setzt der Betreiber, die Darstellung ändert sich ohne Ankündigung, und Bewertungen erscheinen dort, ob es dem Betrieb passt oder nicht. Das ist kein Argument gegen das Profil, aber eines dafür, es nicht als Ersatz für eine eigene Seite zu behandeln. 94 Prozent (Bitkom) der Handwerksbetriebe nutzen eine eigene Website – der Unterschied liegt darum nicht mehr darin, ob es eine gibt, sondern ob Profil und Website dieselbe Geschichte erzählen.

Praktisch heißt das: Der Verweis aus dem Profil führt auf die Seite, die zur Kategorie passt. Ein Betrieb, der über die Kategorie Heizungsbauer gefunden wird, sollte auf der Heizungsseite landen und nicht auf einer Startseite, auf der er sich das Passende erst suchen muss. Auch die Leistungen aus dem Profil sollten sich auf der Website wiederfinden, in derselben Sprache. Dieser Gleichklang wirkt unspektakulär, entscheidet aber darüber, ob jemand nach dem Klick bleibt.

Bewertungen sind der dritte Baustein und der einzige, den man nicht selbst schreiben kann. 72 Prozent (Bitkom) der Handwerksbetriebe sehen in Online-Kundenbewertungen eine große Möglichkeit, neue Aufträge zu gewinnen und Vertrauen aufzubauen. In der Praxis kommen Bewertungen fast nie von selbst – sie kommen, weil jemand am Ende eines Auftrags danach fragt, in dem Moment, in dem die Arbeit fertig und die Stimmung gut ist. Ein Kärtchen mit einem kurzen Verweis, dem Monteur mitgegeben, ist dafür wirksamer als jede spätere Erinnerung per E-Mail.

Der Verweis zeigt auf die richtige Seite

Aus dem Profil auf die Leistungs- oder Ortsseite verweisen, die zur Hauptkategorie gehört. Wer über Bad sucht, will nicht auf einer allgemeinen Startseite landen. Dieser eine Handgriff verkürzt den Weg zur Anfrage spürbar und kostet nichts.

Wer das Profil pflegt, wenn der Alltag dazwischenkommt

Die Einrichtung ist der einfache Teil. Der schwierige beginnt danach: Sonderzeiten eintragen, neue Fotos nachlegen, auf Bewertungen antworten, geänderte Leistungen ergänzen. In vielen Betrieben übernimmt das jemand nebenbei – und nebenbei heißt in der Hochsaison: gar nicht. Wer das absehbar nicht selbst leisten kann, gibt die Pflege ab. Bei uns läuft die laufende Betreuung der lokalen Sichtbarkeit ab 290 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit; die reine Website-Betreuung beginnt bei 49 Euro pro Monat, ebenfalls monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit.

Enthalten ist darin die laufende Arbeit, nicht ein einmaliger Aufräumtag: Angaben aktuell halten, Sonderzeiten setzen, neue Fotos einpflegen, Antworten auf Bewertungen vorbereiten und die Einträge in den übrigen Verzeichnissen im Gleichklang halten. Was ein Betrieb selbst übernimmt und was abgegeben wird, klären wir vorher – zusammen mit der Frage, ob eine bestehende Website den Weg vom Profil überhaupt trägt. Der Kontakt dafür ist unkompliziert; eine Website als Festpreis beginnt bei 1.490 Euro netto.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Bitkom, Digitalisierung des Handwerks – Bitkom-Studie 2025.

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