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Website und Aufbau

Relaunch der Website, ohne die Sichtbarkeit zu verlieren

Neue Website, neue Adressen, keine Weiterleitungen: der teuerste Relaunch-Fehler im Handwerk. Was vorher erfasst wird, wie umgeleitet und danach geprüft wird.

15 Min. Lesezeit RelaunchWeiterleitungSichtbarkeitUmzugHandwerk

Kurz und einfach erklärt

Dieser Text ist für Betriebe, die ihre Website neu machen. Das nennt man Relaunch.

Oft ändern sich die Adressen der Seiten. Eine Weiterleitung schickt Besucher von der alten Adresse zur neuen. Fehlt sie, können Suchtreffer und Anfragen wegfallen.

Erfassen Sie vorher alle alten Adressen und die Seiten, die Anfragen bringen. Jede alte Adresse braucht ein passendes neues Ziel.

Ändern Sie danach Ihre Einträge in Verzeichnissen. Achten Sie eine Weile auf Fehler und Anfragen. Manchmal reicht es auch, die alte Seite zu überarbeiten.

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Ein Relaunch ist im Handwerk selten ein Neubau. 94 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe haben bereits eine eigene Website, es geht also fast immer darum, etwas zu ersetzen, das seit Jahren im Netz steht, in Verzeichnissen verlinkt ist und in Suchergebnissen auftaucht. Genau dort entsteht der Schaden, den man erst Wochen später bemerkt: Die neue Seite ist schöner, schneller und endlich auf dem Telefon bedienbar, aber die Adressen der Unterseiten haben sich geändert, und niemand hat die alten auf die neuen umgeleitet. Die Anfragen bleiben aus, die Suchtreffer führen ins Leere, und im Betrieb sucht man die Ursache in der Gestaltung. Dieser Beitrag beschreibt, was vor dem Umbau erfasst wird, wie Weiterleitungen gesetzt werden, was in den ersten Wochen danach zu beobachten ist und wann ein Relaunch gar nicht nötig ist, weil eine Überarbeitung genügt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der teuerste Relaunch-Fehler ist nicht die Gestaltung, sondern die stillschweigend geänderte Adresse: Wer alte Seitenadressen ohne Weiterleitung abschaltet, verliert Suchtreffer, verlinkte Empfehlungen und die Lesezeichen bestehender Kunden auf einen Schlag.
  • Vor dem Umbau gehören drei Listen in eine Tabelle: alle bestehenden Seitenadressen, die Seiten, über die heute tatsächlich Anfragen eingehen, und alle Stellen außerhalb der eigenen Website, die auf sie verweisen.
  • Jede alte Adresse braucht ein inhaltlich passendes Ziel. Eine Sammelweiterleitung sämtlicher Unterseiten auf die Startseite wird von Suchmaschinen in der Regel wie eine Fehlerseite behandelt und wirft die Sichtbarkeit der Unterseiten weg.
  • 88 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe sind in Online-Verzeichnissen eingetragen. Diese Einträge zeigen nach einem Relaunch weiterhin auf die alten Adressen und werden einzeln nachgezogen, sonst laufen sie ins Leere.
  • Nicht jede unbefriedigende Website braucht einen Relaunch: Wenn Unterbau und Adressen tragen und nur Gestaltung, Texte oder Bilder veraltet sind, ist eine Überarbeitung im Bestand schneller und ohne Sichtbarkeitsrisiko.
  • Ein Relaunch endet nicht am Umschalttag. In den ersten Wochen werden Fehlerseiten, Weiterleitungen, Suchtreffer und die Zahl der Anfragen beobachtet, weil sich Fehler erst dort zeigen, wo jemand tatsächlich klickt.

Der teure Fehler: neue Seite, neue Adressen, keine Weiterleitung

Jede Seite einer Website hat eine eigene Adresse. Auf einer zehn Jahre alten Betriebsseite heißt sie oft noch /leistungen.html, /kontakt-formular.html oder /aktuelles/2019/notdienst. Diese Adressen stehen nicht nur in der eigenen Navigation. Sie stehen in Suchergebnissen, in Verzeichniseinträgen, in E-Mails an Kunden, in Angeboten, in der Signatur des Büros und manchmal in einem Zeitungsartikel über den Betrieb. Eine neue Website ordnet den Inhalt fast immer anders: aus /leistungen.html werden fünf Leistungsseiten je Gewerk, aus /kontakt-formular.html wird /kontakt/. Das ist richtig so. Falsch wird es erst, wenn die alten Adressen dabei ersatzlos verschwinden.

Am Umschalttag fällt das niemandem auf. Wer die Startseite aufruft, sieht die neue Website, alles wirkt in Ordnung. Der Verlust beginnt still: Jeder, der über einen alten Suchtreffer oder ein Lesezeichen kommt, landet auf einer Fehlerseite und ist in aller Regel sofort wieder weg. Nach zwei bis drei Wochen fallen die alten Adressen aus den Suchergebnissen, ohne dass die neuen dort schon stehen. Nach vier bis sechs Wochen merkt das Büro, dass weniger Anfragen kommen, und führt es auf das Wetter, die Jahreszeit oder die Konjunktur zurück.

Der Zusammenhang ist deshalb so schwer zu sehen, weil zwischen Ursache und Wirkung Wochen liegen und weil die neue Website objektiv besser aussieht als die alte. Ein Relaunch, der diesen Fehler vermeidet, kostet keine großen zusätzlichen Beträge, sondern einen halben Tag Vorarbeit und eine geordnete Liste. Was ein Relaunch im Handwerk sonst noch umfasst, steht auf der Seite zum Website-Relaunch im Handwerk.

Eine veröffentlichte Adresse bleibt jahrelang im Umlauf

Adressen, die einmal auf einem Flyer, einem Fahrzeug, in einer Signatur oder in einem Verzeichnis standen, werden noch Jahre später aufgerufen. Wer eine Adresse ohne Weiterleitung entfernt, bricht alle diese Wege gleichzeitig, ohne es zu bemerken, weil niemand meldet, dass er auf einer Fehlerseite gelandet ist.

Wann eine Überarbeitung genügt und kein Relaunch nötig ist

Der Anlass für einen Relaunch ist selten ein technischer Befund, sondern ein Gefühl: Die Seite sieht alt aus, man zeigt sie ungern her, auf dem Telefon muss man zoomen. Bevor daraus ein Projekt wird, lohnt eine Trennung in drei Ebenen. Die erste ist der Unterbau, also das System, mit dem die Seite gebaut ist, und die Frage, ob es noch gepflegt und sicher ist. Die zweite ist die Struktur, also welche Seiten es gibt und wie sie zusammenhängen. Die dritte ist die Oberfläche aus Gestaltung, Texten und Bildern. Nur die erste und die zweite Ebene erzwingen einen Relaunch.

Sind Unterbau und Struktur in Ordnung und stört nur die Oberfläche, ist eine Überarbeitung im Bestand der schnellere Weg: Farben, Schriften, Bilder und Texte werden ersetzt, die Adressen bleiben unverändert, und damit bleibt auch alles erhalten, was von außen auf diese Adressen zeigt. Kein Weiterleitungsplan, kein Beobachtungszeitraum, kein Risiko für die Auffindbarkeit. Der Aufwand liegt dabei fast vollständig im Schreiben und im Bildmaterial, nicht in der Technik.

Befund an der bestehenden WebsiteÜberarbeitung genügtRelaunch sinnvoll
Gestaltung wirkt veraltetFarben, Schriften und Bilder werden im Bestand ersetztnur, wenn das System keine Gestaltungsänderung mehr zulässt
Auf dem Telefon unbedienbarmöglich, wenn der Unterbau eine mobile Darstellung vorsiehtnötig, wenn die Seite auf eine feste Bildschirmbreite gebaut ist
Texte und Leistungen veraltetTexte werden Seite für Seite überarbeitetnur bei grundlegend anderem Leistungszuschnitt
Keine eigene Seite je Gewerkneue Unterseiten ergänzen, bestehende Adressen bleibenwenn die Navigation die Erweiterung nicht mehr trägt
System wird nicht mehr aktualisiertreicht nicht aus, Sicherheitslücken bleiben offenerforderlich, weil der Unterbau ausgetauscht werden muss
Inhalte nicht selbst änderbarprüfen, ob ein Redaktionszugang eingerichtet werden kannerforderlich, wenn ein solcher Zugang nicht nachrüstbar ist

In der Praxis fällt die Antwort oft gemischt aus: Unterbau und Gestaltung werden ersetzt, die Struktur und damit die Adressen bleiben so weit wie möglich erhalten. Das ist die günstigste Form eines Relaunchs, weil die Weiterleitungsliste kurz bleibt und die Sichtbarkeit gar nicht erst in Bewegung gerät. Wer ohnehin neu strukturiert, sollte die Änderung bewusst treffen und nicht nebenbei durch ein neues System aufgedrückt bekommen.

Was vor dem Umbau erfasst wird

Bevor über Farben, Bilder oder Textentwürfe gesprochen wird, wird der Bestand aufgenommen. Das dauert bei einer typischen Handwerker-Website mit zwanzig bis vierzig Seiten einen halben bis ganzen Nachmittag und ist die einzige Arbeit, die sich später nicht nachholen lässt. Ist die alte Seite erst abgeschaltet, sind ihre Adressen nur noch über fremde Listen rekonstruierbar, und die sind lückenhaft.

Erfasst wird nicht der Inhalt, sondern die Verbindung zur Außenwelt: welche Adressen es gibt, welche davon Anfragen bringen, wer von außen darauf zeigt und welche Dateien mit ausgeliefert werden. Alles zusammen kommt in eine einzige Tabelle, die den Umbau begleitet und nach dem Umschalten als Prüfliste dient.

Adressliste

Jede Seite, die es heute gibt, mit ihrer vollständigen Adresse und einer kurzen Notiz, worum es dort geht. Grundlage für jede spätere Weiterleitung.

Anfragequellen

Welche Seiten heute zu Anrufen und Formularen führen. Diese Seiten werden beim Umbau anders behandelt als eine Unterseite, die seit Jahren niemand aufruft.

Eingehende Verweise

Wer von außen auf die Website zeigt: Innung, Lieferanten, Vereine, Presse, Partnerbetriebe. Jeder dieser Verweise ist Arbeit, die schon erledigt ist.

Verzeichniseinträge

Alle Portale und Kartendienste, in denen der Betrieb steht, samt der dort hinterlegten Adresse. Diese Angaben werden nach dem Umschalten nachgezogen.

Dateien und Bilder

Prospekte, Datenblätter, Preislisten und Bilder, die direkt verlinkt sind. Sie liegen oft außerhalb der Seitenstruktur und werden beim Umbau übersehen.

Ausgangswerte

Ein Stand vor dem Umbau: Zahl der Anfragen im Monat, sichtbare Suchbegriffe, Zugriffe je Seite. Ohne diesen Stand ist später nicht beurteilbar, was sich verändert hat.

Diese Aufnahme wird nach dem Relaunch nicht weggeworfen. Sie gehört in die Projektunterlagen, weil sie ein Jahr später noch beantwortet, warum eine bestimmte Adresse auf ein bestimmtes Ziel zeigt. Wer den Bestand erfasst hat, kann außerdem beim nächsten Umbau in einer Stunde starten statt wieder bei null.

Die Adressliste: jede Seite, die es heute gibt

Die Adressliste entsteht aus mehreren Quellen, weil keine davon vollständig ist. Der Klickweg durch die Navigation liefert die Seiten, die verlinkt sind. Die Datei sitemap.xml, sofern vorhanden, liefert die Seiten, die das System kennt. Die Seitenübersicht im Redaktionssystem liefert auch Seiten ohne Menüpunkt. Das Verzeichnis auf dem Server liefert zusätzlich Dateien, die nirgends verlinkt sind, aber trotzdem aufgerufen werden.

Regelmäßig vergessen werden vier Dinge: Dateien im Format PDF wie Preislisten, Datenblätter oder Formulare; alte Aktionsseiten aus vergangenen Jahren, die noch in Suchergebnissen stehen; Seiten, die nur aus einer E-Mail heraus erreichbar waren; und Bilder, die von anderen Seiten direkt eingebunden wurden. Jede dieser Adressen kann heute noch Besucher bringen und verdient darum eine Entscheidung, kein Vergessen.

  • Klickweg durch jede Menüebene, auch durch Untermenüs, die selten benutzt werden
  • Datei sitemap.xml aufrufen und alle darin genannten Adressen übernehmen
  • Seitenübersicht im Redaktionssystem durchgehen, einschließlich unverlinkter Seiten
  • Serververzeichnis nach Dateien im Format PDF, DOC und JPG durchsuchen
  • Suchmaschine nach dem eigenen Domainnamen abfragen und die gefundenen Adressen ergänzen
  • Alte Aktions-, Kampagnen- und Jahresseiten gesondert notieren, sie stehen oft noch in Verweisen
  • Jede Adresse mit einer Notiz versehen: Inhalt, letzte Änderung, künftiges Ziel

Eine Tabelle mit vier Spalten genügt

Alte Adresse, worum es dort geht, neues Ziel, geprüft am. Mehr braucht der Umzugsplan nicht. Diese Tabelle ist zugleich Arbeitsauftrag für die Weiterleitungen und Prüfliste für den Tag nach dem Umschalten.

Welche Seiten heute Anfragen bringen

Nicht jede Seite ist gleich viel wert. In den meisten Handwerksbetrieben tragen drei bis fünf Seiten den größten Teil der Anfragen: die Startseite, die Kontaktseite, eine bestimmte Leistungsseite und, wo es einen Bereitschaftsdienst gibt, die Notdienstseite. Der Rest der Website stützt diese Seiten, ersetzt sie aber nicht. Genau diese Seiten dürfen bei einem Relaunch nicht aus Versehen ihre Adresse verlieren.

Wer nichts misst, kommt trotzdem weiter. Im Büro weiß man in aller Regel, worauf Anrufer sich beziehen, welche Leistung im Formular am häufigsten angekreuzt wird und über welchen Weg Anfragen hereinkommen. Wo das Hosting eine eigene Zugriffsauswertung mitliefert, lässt sich die Vermutung mit den Zugriffszahlen der letzten zwölf Monate abgleichen. Ein zusätzlicher Dienst ist dafür nicht nötig, und je weniger fremde Auswertung eingebunden ist, desto einfacher bleibt die Datenschutzerklärung.

Die drei Seiten, die den Betrieb tragen

Bestimmen Sie vor dem Umbau die drei Seiten, über die heute die meisten Anfragen kommen. Diese drei behalten ihre Adresse, wenn es irgend geht. Ist eine Änderung unvermeidbar, bekommen sie die erste und am gründlichsten geprüfte Weiterleitung und werden am Tag nach dem Umschalten zuerst kontrolliert.

Der zweite Nutzen dieser Liste zeigt sich beim Aufbau der neuen Seite: Was heute Anfragen bringt, gehört auch künftig in die erste Menüebene und nicht in ein Untermenü, weil die neue Struktur logischer erscheint. Welche Seitenstruktur sich für Handwerksbetriebe bewährt hat, steht auf der Seite zur Website für Handwerker.

Eingehende Verweise und Einträge außerhalb der Website

Eine Handwerker-Website steht nie allein. Sie ist verlinkt aus dem Verzeichnis der Handwerkskammer, aus der Innungsliste, aus der Fachbetriebssuche eines Herstellers, aus der Sponsorenseite des örtlichen Vereins, aus einem Artikel der Lokalzeitung, aus Bewertungsportalen und aus dem eigenen Unternehmensprofil im Kartendienst. Jeder dieser Verweise ist über Jahre gewachsen und lässt sich nicht kurzfristig neu aufbauen.

88 Prozent (Bitkom 2025) der Handwerksbetriebe sind in Online-Verzeichnissen eingetragen, 40 Prozent (Bitkom 2025) zusätzlich auf einer Bewertungsplattform. In jedem dieser Einträge steht eine Webadresse, meistens die Startseite, manchmal aber auch eine bestimmte Unterseite. Zeigt sie nach dem Relaunch ins Leere, verliert der Betrieb zweierlei: den Besucher, der gerade dort geklickt hat, und den Empfehlungswert, den dieser Verweis für die Auffindbarkeit hat. Wie das eigene Profil im Kartendienst gepflegt wird, steht auf der Seite zum Google Unternehmensprofil.

  • Verzeichnis der Handwerkskammer und der zuständigen Innung
  • Fachbetriebs- und Partnersuchen der Hersteller, mit denen der Betrieb arbeitet
  • Örtliche Branchen- und Gewerbeverzeichnisse sowie Gemeindeseiten
  • Bewertungsportale und Vermittlungsplattformen mit hinterlegtem Betriebsprofil
  • Sponsoren- und Partnerseiten von Vereinen, Feuerwehr, Schulen und Veranstaltungen
  • Beiträge der Lokalpresse und Fachmedien über den Betrieb oder ein Projekt
  • Das eigene Unternehmensprofil im Kartendienst mit Website-Feld und Beiträgen
  • Soziale Netzwerke, Stellenanzeigen und Lieferantenlisten mit Verweis auf die Website

Weiterleitungen: eine alte Adresse, ein passendes Ziel

Eine Weiterleitung ist eine Anweisung des Servers: Wer diese Adresse aufruft, wird auf jene geschickt. Für einen Relaunch wird die dauerhafte Variante verwendet, technisch der Status 301. Sie sagt dem Besucher nichts, aber der Suchmaschine sehr viel, nämlich dass die Adresse endgültig umgezogen ist und der bisherige Wert auf das neue Ziel übergehen soll. Eingerichtet wird sie in der Serverkonfiguration oder im Redaktionssystem, je nachdem, womit die neue Seite betrieben wird.

Die einzige inhaltliche Regel lautet: Jedes Ziel muss zu dem passen, was der Besucher gesucht hat. Wer /badsanierung.php aufgerufen hat, will etwas über Badsanierung lesen und nicht auf einer Startseite neu anfangen. Gibt es die Leistung noch, führt die Weiterleitung auf die neue Leistungsseite. Gibt es sie nicht mehr, führt sie auf die nächsthöhere Ebene, also die Leistungsübersicht, damit der Besucher wenigstens im richtigen Bereich landet.

Alte AdresseFalsches ZielPassendes Ziel
/leistungen.htmlStartseite/leistungen/ als neue Übersicht
/badsanierung.phpSammelseite mit allen Gewerken/leistungen/badsanierung/
/kontakt-formular.htmlKontaktseite über zwei Zwischenstationen/kontakt/ ohne Umweg
/aktuelles/2019/notdienstFehlerseite, weil ersatzlos gelöscht/notdienst/
/preisliste.pdfgelöscht ohne Ersatzdie neue Datei oder die Preisseite
Seite ohne Entsprechungirgendein Ziel auf gut Glücknächsthöhere Ebene, bewusst entschieden

Zwei technische Punkte kommen hinzu. Erstens sollten Weiterleitungen nicht in Ketten laufen, also alt auf zwischendurch auf neu, sondern direkt auf das Endziel zeigen. Zweitens bleiben Weiterleitungen dauerhaft bestehen und werden nicht nach ein paar Monaten aufgeräumt, denn Verweise von außen bleiben oft jahrelang unverändert. Der Aufwand dafür ist gering, der Schaden beim Löschen dagegen nicht mehr korrigierbar.

Alles auf die Startseite ist keine Lösung

Eine Sammelweiterleitung sämtlicher alter Adressen auf die Startseite ist bequem und in aller Regel schädlich: Suchmaschinen behandeln ein inhaltlich unpassendes Ziel meist wie eine Fehlerseite, und der Besucher steht vor der Aufgabe, seinen Weg noch einmal von vorn zu suchen. Die Sichtbarkeit der Unterseiten geht dabei verloren, obwohl technisch eine Weiterleitung existiert.

Der Umzugsplan: die Reihenfolge am Umschalttag

Ein Relaunch scheitert selten an einem einzelnen Fehler, sondern an der Reihenfolge. Wer die neue Seite freischaltet und danach anfängt, über Weiterleitungen nachzudenken, hat schon Besucher verloren. Der Umzugsplan legt darum vorher fest, was in welcher Reihenfolge passiert und wer welchen Schritt bestätigt.

Ein praktischer Hinweis vorweg: Nicht am Freitagnachmittag umschalten und nicht am Tag vor dem Urlaub. Der Umschalttag sollte ein ruhiger Vormittag sein, an dem die Personen erreichbar sind, die etwas ändern können, und an dem noch zwei bis drei Arbeitstage folgen, um Nachzügler zu beheben. In Betrieben mit Bereitschaftsdienst gehört zusätzlich geprüft, dass die Notdienstnummer während des Umzugs durchgehend erreichbar bleibt.

Vollständige Sicherung der alten Website samt Datenbank, dazu die fertige Adressliste. Ab diesem Zeitpunkt werden an der alten Seite keine Inhalte mehr geändert, damit die Liste gültig bleibt.

Die ersten Wochen nach dem Umschalten

Nach einem sauber vorbereiteten Relaunch bewegt sich die Sichtbarkeit trotzdem. Suchmaschinen müssen die neuen Adressen erst erfassen, die Weiterleitungen auswerten und ihre Bewertung neu zuordnen. Erfahrungsgemäß dauert diese Phase einige Wochen und verläuft ungleichmäßig, mit besseren und schlechteren Tagen. Eine feste Dauer lässt sich nicht zusagen, und wer eine zusagt, kennt den Vorgang nicht.

Beobachtet werden vier Dinge: aufgerufene Adressen, die eine Fehlerseite liefern; die Weiterleitungen aus der Tabelle; die Suchtreffer zu den wichtigsten Begriffen des Betriebs; und schlicht die Zahl der Anfragen im Vergleich zu den Vormonaten. Die vierte Zahl ist die einzige, die zählt, aber sie reagiert am langsamsten, deshalb braucht es die anderen drei als Frühwarnung.

  1. Tag 1: alle Weiterleitungen der Tabelle durchklicken, Formular mit einer echten Testanfrage prüfen, Telefonnummer und Öffnungszeiten gegenlesen
  2. Woche 1: Fehlerseiten im Serverprotokoll durchsehen und für jede aufgerufene alte Adresse eine Weiterleitung ergänzen
  3. Woche 2 bis 4: Suchtreffer zu den wichtigsten Leistungen und zum Ort beobachten, Schwankungen notieren, aber nicht sofort eingreifen
  4. Woche 4: externe Einträge zählen, die bereits auf die neue Adresse zeigen, und den Rest nachfassen
  5. Woche 6: Anfragen mit dem Vorjahreszeitraum vergleichen, nicht mit dem Vormonat, sonst verzerrt die Saison das Bild
  6. Monat 3: Ausgangswerte aus der Bestandsaufnahme gegen den aktuellen Stand halten und den Relaunch abschließen oder nachsteuern

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Schwankung und Befund. Ein einzelner schwacher Tag ist normal. Fällt dagegen eine bestimmte Seite dauerhaft aus den Suchergebnissen, die vorher dort stand, wird zuerst ihre Weiterleitung geprüft, dann ihre neue Adresse, dann ihr Inhalt. In dieser Reihenfolge, weil die häufigste Ursache die falsche oder fehlende Weiterleitung ist. Wie sich Sichtbarkeit danach planvoll aufbaut, beschreibt die Seite zu SEO für Handwerker.

Formular und E-Mail zuerst prüfen

Der stillste Fehler nach einem Relaunch ist ein Kontaktformular, das absendet, aber nichts zustellt. Schicken Sie am Umschalttag eine echte Testanfrage an die Betriebsadresse und prüfen Sie auch den Spam-Ordner. Wurde zugleich das Hosting gewechselt, gehört die E-Mail-Zustellung des Betriebs gesondert kontrolliert.

Ein Relaunch ist kein Ereignis am Umschalttag, sondern eine Beobachtung über die Wochen danach.

Leitgedanke bei Relaunch-Projekten

Was beim Umzug regelmäßig vergessen wird

Neben den Weiterleitungen gibt es eine Handvoll Punkte, die in fast jedem Projekt einmal übersehen werden. Sie sind einzeln klein, aber jeder von ihnen kann für sich genommen einen Teil des Nutzens zunichtemachen. Am gefährlichsten ist die Sperre für Suchmaschinen, die während des Aufbaus auf der Vorschauadresse richtig war und nach dem Umschalten entfernt werden muss. Bleibt sie stehen, ist die neue Website technisch einwandfrei und trotzdem unsichtbar.

Der zweite regelmäßige Punkt betrifft die E-Mail. Wird mit dem Relaunch auch das Hosting gewechselt, hängen daran oft die Postfächer des Betriebs. Ein Postfach ist im Handwerk das Gedächtnis der Auftragsabwicklung; es darf während des Umzugs weder Post verlieren noch für Stunden nicht erreichbar sein. Dieser Teil wird getrennt geplant und getrennt geprüft, nicht nebenbei mit der Website.

  • Sperre für Suchmaschinen von der Vorschauadresse nach dem Umschalten entfernen
  • Impressum und Datenschutzerklärung auf den neuen Stand bringen, einschließlich Angaben zum Hosting
  • Empfängeradresse des Kontaktformulars prüfen und eine echte Testanfrage senden
  • Alte Domain weiter verlängern, wenn zusätzlich der Domainname gewechselt wurde
  • Sicherheitszertifikat für alle Schreibweisen der Adresse prüfen, mit und ohne vorangestelltes www
  • E-Mail-Signaturen, Angebotsvorlagen und Rechnungsvorlagen auf die neue Adresse umstellen
  • Fahrzeugbeschriftung, Flyer, Bauschilder und Anzeigen beim nächsten Nachdruck angleichen
  • Verlinkte Dateien wie Preislisten und Datenblätter unter erreichbaren Adressen wieder bereitstellen

Was ein Relaunch kostet und was danach laufend anfällt

Bei uns beginnt eine neue Website für Handwerksbetriebe als Festpreis bei 1.490 Euro netto, ein Relaunch einer bestehenden Website bei 2.900 Euro netto. Der Unterschied liegt nicht in der Gestaltung, sondern in der Vorarbeit: Bestandsaufnahme, Adressliste, Weiterleitungsplan, Übernahme vorhandener Inhalte und die Kontrolle nach dem Umschalten sind beim Relaunch Teil des Umfangs. Die vollständige Aufstellung steht auf der Preisseite.

Laufend fallen danach nur die Posten an, die tatsächlich gebraucht werden. Hosting in Deutschland beginnt bei 15 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Die Website-Betreuung mit Aktualisierungen, Sicherungen und kleinen Änderungen beginnt bei 49 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Was dabei im Einzelnen enthalten ist, steht auf der Seite zu Wartung und Pflege.

Wer nach dem Relaunch aktiv an der Auffindbarkeit arbeiten will, kann das getrennt beauftragen: lokale Sichtbarkeit ab 290 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit, oder SEO-Betreuung ab 490 Euro pro Monat, monatlich kündbar, keine Mindestlaufzeit. Notwendig ist das nicht: Ein Relaunch mit vollständigen Weiterleitungen und gepflegten Verzeichniseinträgen hält die vorhandene Sichtbarkeit in aller Regel auch ohne laufende Betreuung.

Dieser Artikel basiert auf Daten aus: Bitkom, Digitalisierung des Handwerks, Bitkom-Studie 2025.

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